Kia positioniert den EV2 als kompakten, alltagstauglichen City-Stromer im B-Segment. Er bietet ungewöhnliche Technologie.
Dass City-Stromer der Viermeterklasse mehr als überfällig sind wissen nicht nur die Strategen bei Kia. Auch andere Hersteller entwickeln derzeit, was das Zeug hält. Angetrieben durch die Urbanisierung und Umweltregularien steigt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen im wichtigen europäischen B-Segment weiter an.
Der nun vorgestellt Kia EV2 ergänzt das bestehende Elektroportfolio der Marke nach unten und reiht sich unterhalb des EV3 ein. Mit 4,06 Metern Länge tritt das kleine SUV in der hart umkämpften Viermeterklasse gegen Modelle wie Jeep Avenger, Fiat Grande Panda und Renault 4 E-Tech an. Parallel bereitet sich auch Volkswagen mit dem ID.Cross auf den Einstieg in dieses Segment vor. Kia entwickelt den EV2 gezielt für den europäischen Markt, was sich in Abmessungen, Ausstattung und Fertigungsstandort widerspiegelt. Produziert wird das Modell ab Februar im Werk Zilina in der Slowakei, wo bereits der größere EV4 vom Band läuft.

Beim Design folgt der EV2 der Kia-Philosophie „Opposites United“, die kantige SUV-Elemente mit einer urbanen, kompakten Silhouette verbindet. Im Mittelpunkt stand eine bestmögliche Raumausnutzung für den Alltag, weshalb die Rücksitze längs verschiebbar ausgelegt sind. In hinterster Position bietet der EV2 nach Herstellerangaben die größte Beinfreiheit seiner Klasse, in vorderer Stellung wächst das Kofferraumvolumen auf bis zu 403 Liter. Unter der vorderen Haube befindet sich ein rund 15 Liter großer Frunk, der sich für das Ladekabel eignet. Der Innenraum ist mit Stoffen sowie Bio- und Recyclingmaterialien gestaltet und setzt auf drei Bildschirme: ein 12,3-Zoll-Display hinter dem Lenkrad, ein 5,3-Zoll-Display für die Klimasteuerung und ein weiterer 12,3-Zoll-Touchscreen in der Mitte.
Kia EV2 mit 22-kW-Lader und V2G
In der Basisversion nutzt der Kia EV2 eine 42,2-kWh-Batterie, die im optimalen Fall eine WLTP-Reichweite von bis zu 317 Kilometern ermöglicht. Die Long-Range-Variante verfügt über einen 61-kWh-Hochvoltspeicher und soll bis zu 448 Kilometer schaffen.

An DC-Schnellladesäulen lädt der EV2 mit bis zu 120 kW, womit der Akkustand in gut 30 Minuten von niedrigem Niveau auf 80 Prozent steigen kann. Beim AC-Laden sticht das Modell im B-Segment hervor: Kia bietet erstmals wahlweise einen 11- oder 22-kW-On-Board-Charger an, was üblicherweise Fahrzeugen höherer Klassen vorbehalten ist.
Der EV2 verfügt über einen integrierten Routenplaner, Plug & Charge sowie bidirektionale Ladefunktionen wie Vehicle-to-Load (V2L) und Vehicle-to-Grid (V2G), die in dieser Fahrzeugklasse noch selten sind. Die moderne Elektronik-Architektur ermöglicht zudem ein breites Spektrum an Fahrerassistenzsystemen. Dazu gehören unter anderem Funktionen zum automatischen Ein- und Ausparken, die sich sogar per Smartphone von außerhalb des Fahrzeugs steuern lassen. Viele dieser Features waren bisher eher in Mittel- und Oberklassefahrzeugen zu finden.

Offizielle Preise hat Kia für den EV2 bislang nicht genannt. Branchenbeobachter erwarten jedoch eine Orientierung am Renault 4 E-Tech, der ab rund 29.500 Euro startet. Es gilt als wahrscheinlich, dass Kia den Einstiegspreis leicht darunter ansetzt, um sich mit einem aggressiven Preis-Leistungs-Verhältnis im B-Segment zu positionieren.
Damit könnte der EV2 eine zentrale Rolle dabei spielen, Elektromobilität für Käuferinnen und Käufer im urbanen Umfeld erschwinglicher zu machen und gleichzeitig hohe Technik- und Komfortstandards zu bieten. SP-X


Add a Comment