Ferrari Luce

Erstes E-Modell: Ferrari bringt den Luce

Luce heißt der erste Vollblut-Stromer von Ferrari, der nicht nur antriebsseitig für die Traditionsmarke eine Zeitenwende markiert. 

Mit dem Luce hat Ferrari sein erstes vollelektrisches Serienmodell vorgestellt. Der knapp über fünf Meter lange und rund 2,3 Tonnen schwere Viertürer kombiniert klassische Designzitate der Marke mit einem für Ferrari ungewöhnlichen Karosserieformat. Die weit gespannte Dachlinie zieht sich bogenförmig über den Fahrgastraum, während gegenläufig angeschlagene Türen und der Verzicht auf sichtbare Türgriffe für eine futuristische Note sorgen. Auffällig sind zudem die zahlreichen Luftöffnungen in der Karosserie, während auf klassische Spoilerlösungen weitgehend verzichtet wird. Am Heck zitieren vier runde Rückleuchten historische Ferrari-Modelle wie den 328. Große Leichtmetallräder im Format 23 Zoll vorne und 24 Zoll hinten unterstreichen den extrovertierten Auftritt.

Ferrari Luce
Auf klassisches Spoilerwerk verzichtet der über 1.000 PS starke E-Ferrari. Fotos: Ferrari

Im Innenraum verspricht Ferrari großzügige Platzverhältnisse. Da kein Kardantunnel den Fahrzeugboden durchzieht, profitieren vor allem die Fondpassagiere von mehr Platz im Fußraum und mehr Beinfreiheit. Der Kofferraum bietet Platz für fast 600 Liter Gepäck. Das Cockpit kombiniert klassische Bedienelemente mit moderner Digitaltechnik. Rund um das retro-inspirierte Dreispeichenlenkrad gruppieren sich Drehregler, Wippen, Kippschalter und Tasten. Dahinter sitzt ein an der Lenksäule montiertes Display, das unter anderem Tempo, Akkustand, Luftdruck oder G-Kräfte visualisiert.

Ferrari Luce: Vier Motoren mit bis zu 772 kW

Die Mittelkonsole zeigt sich bewusst reduziert. Hier finden sich ein gläserner Fahrstufenwahlhebel, Fensterheberschalter sowie eine rechteckige Ablage für den digitalen Signalgeber, der den klassischen Fahrzeugschlüssel ersetzt. Dieser ist aus Gorilla Glass gefertigt und verfügt über ein E-Ink-Display. Rechts vom Lenkrad sitzt ein großer Touchscreen mit verstellbarem Neigungswinkel. Ergänzt wird er durch physische Klimaschalter sowie ein kleines rundes Zusatzdisplay, das wahlweise Uhr, Stoppuhr oder Kompass anzeigt. Zwischen den Vordersitzen integriert Ferrari zudem ein weiteres Display mit klassischen Kippschaltern, über das die Fondgäste die Klimatisierung regulieren können.

Ferrari Luce
An den gegenläufig angeschlagenen Türen finden sich keine klassischen Türgriffe.

Den Antrieb übernimmt ein auf einer 800-Volt-Architektur basierendes E-System mit vier permanentmagneterregten Synchronmotoren in Radialflussbauweise, wie sie Ferrari bereits beim Hypercar F80 eingesetzt hat. Die beiden Vorderachsmotoren leisten 105 kW/143 PS beziehungsweise 201 kW/273 PS. An der Hinterachse arbeiten zwei jeweils 310 kW/421 PS starke E-Maschinen, die den Luce bei Bedarf auch allein antreiben können.

122 kWh großer Akku, 530 Kilometer Reichweite

Drei Fahrprogramme stehen zur Wahl. Im Modus „Range“ bleiben die vorderen Motoren weitgehend entkoppelt. Die Leistung ist hier auf 320 kW/435 PS begrenzt, die Höchstgeschwindigkeit liegt wie im Modus „Tour“ bei 260 km/h. In diesem stehen 460 kW/625 PS zur Verfügung. Im Programm „Performance“ steigt die Leistung auf 725 kW/987 PS, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 310 km/h. Eine zusätzliche Boost-Funktion mobilisiert kurzfristig bis zu 772 kW/1.050 PS. Damit sprintet der Luce in 2,5 Sekunden auf Tempo 100, die 200-km/h-Marke fällt nach 6,8 Sekunden. Künstlich erzeugte Fahrgeräusche, bei denen Aktuatoren auch Vibrationen erzeugen, sollen das Fahrerlebnis emotionalisieren. Hinterradlenkung, rechnergestützte Fahrdynamikregelung sowie Torque Vectoring versprechen zudem hohe Agilität.

Ferrari Luce
Auch beim Cockpit prägt den Luce ein retro-futuristischer Stil.

Die Energie liefert eine 122 kWh große Batterie. Ferrari nennt eine Reichweite von 530 Kilometern sowie eine maximale Schnellladeleistung von 350 kW.

Die ersten Fahrzeuge sollen Ende 2026 ausgeliefert werden. Der Luce dürfte allerdings ein exklusiver Anblick bleiben: Preislich soll sich der Elektro-Ferrari deutlich jenseits der Marke von 500.000 Euro bewegen. Mario Hommen/SP-X

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