Im Sommer bringt Mazda den CX-6e auf den Markt. Das SUV kommt zu einem attraktiven Preis und setzt auf Komfort sowie viel Raum.
Jüngst testeten wir den noch recht neuen Mazda 6e, doch wer lieber SUV bevorzugt, der könnte beim im Sommer erscheinenden Mazda CX-6e fündig werden. Zudem ist der rund 50.000 Euro teure SUV die elektrische, etwas größere Alternative zum beliebten Mittelklasse-SUV CX-60. Da die eigene Elektro-Plattform erst 2027 fertig wird, basiert der CX-6e – wie schon der 6e – auf der Architektur der chinesischen Marke Changan. Die Plattform liefert das Grundlayout, während Fahrwerk, Software, Assistenzlogik und ein großer Teil der Bedienstruktur im europäischen Entwicklungszentrum in Oberursel neu abgestimmt werden.

Auch beim CX-6e schlägt Mazda wieder einen eigenen Weg ein. Der Wagen kommt ohne den in dieser Klasse um Peugeot e-5008 (ab 51.000 Euro) oder Skoda Enyaq (ab 44.400 Euro) üblichen Allradantrieb sowie mit nur einer 190 kW/258 PS starken Antriebsversion. Christian Schulze, Vizechefs des Entwicklungszentrums in Oberursel, verteidigt das Konzept. „Stärkere Aggregate, ein Allradkonzept oder eine größere Batterie kosten Platz, treiben den Preis und gehen letztendlich am Anspruch der Mazda-Käufer vorbei“, sagt der Ingenieur. „Unsere Kunden legen mehr Wert auf Design und Komfort, die wollen nicht in Formel-1-Manier über die Landstraße hetzen.“
Also beschränkt sich Mazda auf eine kostengünstige 78-kWh-LFP-Batterie, die nach WLTP bis zu 484 Kilometer ermöglichen soll. Geladen wird mit 11 kW AC oder maximal 165 kW DC, was laut Hersteller 24 Minuten für den Sprung von 10 auf 80 Prozent dauert. Damit ähnelt er dem schon erwähnten 6e.
Mazda CX-6e: 78-kWh-Akku für 484 Kilometer
Im Design unterscheidet sich der 4,85 Meter lange CX-6e deutlich von den bisherigen SUV der Marke. Er wirkt fast schon futuristisch, flacher, breiter und glatter, mit schmalen, technisch anmutenden Lichtbändern. Wie bei E-Autos üblich verzichtet die bündige Front weitgehend auf klassische Kühlergrill-Elemente. Zur Serienausstattung gehört ein 1,05 Quadratmeter großes Panoramadach.

Im Innenraum setzt Mazda wie üblich auf Ruhe und Übersicht. Matte Oberflächen dominieren, alles wirkt geschmeidig und glatt wie eine moderne Designerwohnung. Das Cockpit verzichtet auf ein klassisches Instrumentendisplay. Stattdessen erscheinen Geschwindigkeit, Navigationshinweise, Assistenzmeldungen und Warnsymbole ausschließlich im großen, neu gestalteten Head-up-Display. In der Mitte dominiert ein extrem breiter 26-Zoll-Touchscreen, dessen Fläche sich in zwei Funktionsbereiche teilen lässt – für Fahrer und Beifahrer getrennt, allerdings ohne echten Split-Screen. Das System arbeitet mit hoher 5K-Auflösung und kurzen Reaktionszeiten und orientiert sich in der Bedienlogik eher an Tablets als an traditionellen Fahrzeugmenüs.
Ergänzt wird es durch Sprach- und Gestensteuerung sowie mechanische Tasten am Lenkrad, die Mazda aus Gründen der Bedienbarkeit beibehalten hat. Als Bestandteil des voraussichtlich rund 2.500 Euro teuren Takumi-Plus-Pakets (lila-weißer Innenraum, 21- statt 19-Zoll-Räder) bietet Mazda erstmals digitale Außenspiegel mit Kameras an, die ein Videobild der Sicht nach hinten auf kleine Monitore rechts und links im Sichtfeld des Fahrers spielen. Zusätzlich gibt es einen extra breiten digitalen Rückspiegel.
Besser abgestimmt Assistenten
Beim Fahren beschränkt sich der Wagen auf die beiden Einstellungen „Normal“ und „Sport“. Zusätzlich sollen diverse Komfortmodi den Alltag erleichtern. Das Waschstraßenprogramm etwa klappt auf einen Touch alle Spiegel ein, schließt die Fenster und bereitet den Wagen auf die Wasserflut vor. Das Tierprogramm wiederum sorgt für prima Klima, wenn Hund oder Katze im parkenden Auto warten müssen. Auch ein externer 3,5-kW-Stromanschluss ist an Bord. Zu den weiteren praktischen Fähigkeiten gehört eine Anhängelast von 1.500 Kilogramm sowie ein digitaler Schlüssel, über den sich drei Nutzer den Wagen teilen können.

Für einen Mittelklasse-SUV ist der CX-6e auffällig geräumig, auch dank des langen Radstands von 2,90 Metern und dem durchgehend flachen Boden. Außerdem sind die Rücklehnen der Vordersitze so geformt, dass sie viel Platz für die Knie und Beine der hinten Sitzenden lassen. Über Bluetooth fähige Lautsprecher in den Kopfstützen können Fahrer und Beifahrer individuell Musik hören, ohne gleich den ganzen Innenraum zu beschallen. Die Fondpassagiere steuern Temperatur, Lüftung, Sitzfunktionen und Sonnenschutz über ein eigenes Touchpanel hinten. Der Gepäckraum fällt mit 484 Litern nicht übermäßig groß aus, aber wenigstens lässt im 83 Liter großen Frunk unter der Fronthaube noch eine größere Tasche oder das Ladekabel verstauen.
Besonders viel Entwicklungsarbeit stecke man in Oberursel in die Anpassung der Assistenzsysteme und der Fahrwerksabstimmung, sagt Schulze. Zwar nutzt der CX-6e weitgehend die gleichen Sensoren und Funktionsumfänge wie der 6e, doch aus der Kritik an den viel zu nervösen Systeme habe man gelernt. Lenkkräfte, Spurführungslogik, Tempomat-Parameter und das Zusammenwirken der Kameras und Radar-Module werden für europäische Geschwindigkeiten und Verkehrsbedingungen neu abgestimmt. Parallel passen die Entwickler Federn, Dämpfung und Bremsabstimmung an. Hanno Boblenz/SP-X


Add a Comment