Autonomes Fahren Mercedes

Kein autonomes Fahren mehr in der S-Klasse

Zu teuer, wenig Interesse: Mercedes-Benz rückt (vorerst) beim autonomen Fahren von vollwertigen Level‑3‑Systemen ab.

Mercedes-Benz soll seine Pläne für Systeme, die dauerhaft freihändiges Fahren erlauben, vorerst zurückstellen und die Strategie beim autonomen Fahren neu ausrichten. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ werde in der kommenden, überarbeiteten S-Klasse das Fahren auf SAE-Level 3 nicht mehr angeboten. Stattdessen priorisiere der Konzern Assistenzsysteme, bei denen der Fahrer jederzeit aufmerksam bleiben und jederzeit eingreifen können muss.

Hintergrund sind laut internen Einschätzungen hohe Herstellkosten bei gleichzeitig verhaltener Nachfrage nach den bisher angebotenen Level‑3‑Funktionen. Die bisherige Zahlungsbereitschaft vieler Kunden deckt die Mehrkosten der Technik offenbar noch nicht ausreichend ab. Sie ist aufpreispflichtig und kostet knapp 6.000 Euro.

Mercedes plane dennoch, die Level‑3‑Technologie weiterzuentwickeln und zu einem späteren Zeitpunkt wieder in ausgewählten Modellen einzuführen. Konzernchef Ola Källenius lässt verlauten, dass künftige Angebote so kombiniert werden sollen, dass Kunden sowohl im Stadtverkehr als auch auf Autobahnen automatisiert unterwegs sein können. Kurzfristig liegt der Schwerpunkt nun auf ausgereiften Fahrassistenzsystemen wie adaptiven Tempomaten, Spurhaltesystemen oder teilautomatisierten Staupiloten. Diese Systeme gelten als kosteneffizienter, leichter skalierbar und werden von vielen Kunden bereits aktiv genutzt.

Ford plant Level‑3-System ab 2028

Im internationalen Wettbewerb um automatisiertes Fahren hält Ford an ehrgeizigen Plänen fest. Der US-Hersteller kündigte an, ab 2028 ein eigenes Level‑3‑System auf den Markt zu bringen. Für die Freischaltung solcher Funktionen sollen Kunden einen Zusatzbetrag zahlen, konkrete Preisangaben gibt es allerdings noch nicht.

Damit zeichnet sich ab, dass die großen Hersteller unterschiedliche Wege wählen: Während einige, wie Ford, auf ein klar terminiertes Level‑3‑Produkt hinarbeiten, setzt Mercedes vorerst auf eine Zwischenphase mit stark erweiterten Assistenzsystemen und will später mit weiterentwickelten Lösungen zurückkehren. Titelfoto: Mercedes-Benz

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