Tesla 2025

Tesla-Bilanz 2025: Das Autogeschäft schrumpft

Tesla hat 2025 ein deutlich schwächeres Jahr erlebt: Auslieferungen, Umsatz und Gewinn sind zurückgegangen. Nur Energie- und Servicegeschäft wachsen.

Nach Jahresüberschüssen von 12,6 und 15,0 Milliarden Dollar in den Boomjahren 2022 und 2023 verdiente Tesla 2025 nur noch 3,79 Milliarden Dollar – weniger als in manchem Quartal der Erfolgsphase. Im Vergleich zu 2024, als der Gewinn bereits auf 7,1 Milliarden Dollar eingebrochen war, bedeutet das nochmals einen Rückgang um rund 46 Prozent.

Auch beim Umsatz ist 2025 die Luft raus: Der Konzernumsatz fiel auf 94,83 Milliarden Dollar und lag damit drei Prozent unter dem Vorjahreswert und knapp unter 2023. Besonders deutlich ist der Einbruch im Kerngeschäft mit Autos: Mit 69,53 Milliarden Dollar setzte Tesla hier zehn Prozent weniger um als 2024, der niedrigste Wert seit drei Jahren.

Im vierten Quartal 2025 lieferte Tesla weltweit 418.227 Fahrzeuge aus – ein Minus von 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Auto-Umsatz schrumpfte zwischen Oktober und Dezember auf 17,69 Milliarden Dollar, deutlich weniger als die 21,21 Milliarden Dollar im dritten Quartal.

Beim Konzernumsatz begrenzen die wachsenden Sparten Energie (stationäre Speicher und Solarlösungen) und Service den Rückgang auf drei Prozent, auf 24,9 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn fällt jedoch auf 840 Millionen Dollar und damit auf den niedrigsten Wert seit Mitte 2021, abgesehen von einem besonders schwachen Startquartal 2025. Die operative Marge stabilisiert sich immerhin bei knapp sechs Prozent, liegt aber weit entfernt von früheren zweistelligen Werten.

Gründe: Politik, Förderende und keine neuen Volumenmodelle

Tesla 2025
Gewinn und Umsartz von Tesla sind 2025 geschrumft. Grafik: KI-generiert

Mehrere Faktoren belasten Teslas Kerngeschäft. In den USA lief Ende September 2025 die Steuergutschrift von 7.500 Dollar für E-Autos aus, was die Nachfrage branchenweit dämpfte. Vorher hatte die Aussicht auf das Förderende noch einen Vorzieheffekt im dritten Quartal ausgelöst, der im Schlussquartal fehlte.

Zugleich schadet das politische Auftreten von CEO Elon Musk dem Image der Marke, insbesondere in Europa. Produktseitig enttäuscht der Cybertruck weiterhin, während 2025 außer dem Juniper-Facelift des Model Y kaum neue Volumenmodelle starteten. Parallel steigt der Wettbewerbsdruck durch zahlreiche neue E-Autos aus China und Europa, während die US-Regierung unter Trump der Elektromobilität allgemein Steine in den Weg legt.

Tesla verzeichnete 2025 das zweite Jahr in Folge rückläufige Auslieferungen. Nach einem leichten Minus 2024 sanken die Auslieferungen nun um 9,1 Prozent auf rund 1,6 Millionen Fahrzeuge. Damit ist das frühere Ziel, den Absatz mittelfristig jährlich um etwa 50 Prozent zu steigern, in weite Ferne gerückt.

Gleichzeitig hat BYD Tesla bei den weltweiten Verkäufen batterieelektrischer Fahrzeuge klar überholt. Das verdeutlicht, wie sehr sich das Kräfteverhältnis im globalen E-Auto-Markt verschiebt – weg vom Pionier Tesla, hin zu stark wachsenden chinesischen Konzernen mit breitem Modellportfolio.

Tesla setzt stärker auf Energie, Software und Robotaxis

Im Geschäftsbericht räumt Tesla den Bereichen Energie, Software, KI und Robotik immer mehr Platz ein, während detaillierte Angaben zu den einzelnen Fahrzeugwerken seltener werden. Die Energiesparte wuchs 2025 auf 12,77 Milliarden Dollar Umsatz (+27 Prozent), der Bereich Service und „Sonstiges“ auf 12,53 Milliarden Dollar (+19 Prozent). Nur in diesen Segmenten legt das Unternehmen aktuell zu.

Im Ausblick kündigt Tesla für 2026 sechs neue Produktionslinien in den Bereichen Fahrzeuge, Roboter, Energiespeicher und Batterien an. Zudem sollen bestehende Werke, Servicezentren und die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden. Konkrete Prognosen zum Autoabsatz bleibt der Konzern hingegen schuldig und betont stattdessen künftige Projekte wie den Hochlauf des E-Lkw Semi, des Robotaxis „Cybercab“ und die Vorbereitung des NextGen-Roadsters.

Bemerkenswert ist der Hinweis, dass künftige Fahrzeugauslieferungen nicht nur von Nachfrage und Lieferketten abhängen sollen, sondern auch von „Zuteilungsentscheidungen zwischen dem Verkauf an Kunden und dem Einsatz in unserer eigenen Flotte“. Das deutet darauf hin, dass Tesla verstärkt Fahrzeuge für eigene Robotaxi- und Mobilitätsdienste zurückhalten könnte, statt sie klassisch zu verkaufen.

In mehreren US-Städten – neben Austin und der Bay Area künftig etwa Dallas, Houston, Phoenix, Miami, Orlando, Tampa und Las Vegas – plant Tesla den Ausbau von Robotaxi-Piloten. Ob dieser Strategiewechsel die schwächelnden Fahrzeugverkäufe kompensieren kann, bleibt offen und hängt stark davon ab, wie schnell autonome Fahrdienste sich technisch und regulatorisch durchsetzen. Titelfoto: Tesla

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