Motorradmarkt

Motorradmarkt 2025: Ein Drittel weniger

Im vergangenen Jahr ist der Motorradmarkt um rund ein Drittel eingebrochen. Das hat auch etwas mit einer Zulassungsnorm zu tun.

Der Motorradmarkt in Deutschland ist im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel eingebrochen. Der Industrieverband Motorrad in Essen (IVM) zählt einen Rückgang von 35,5 Prozent des gesamten Zweiradmarktes gegenüber dem Jahr 2024.

Die negativen Zahlen kommen nicht unerwartet, denn zum 1. Januar 2025 war eine neue Zulassungsnorm in Kraft getreten, die Ende 2024 zu vielen Tausenden Tageszulassungen geführt hatte und zudem die Zulassungszahlen 2024 nach oben getrieben hat. Diese Fahrzeuge mussten vermarktet werden und beeinträchtigten damit das Neumotorrad-Geschäft 2025 erheblich. Dennoch tat der Rückgang von zuvor fast 251.000 Einheiten auf nur noch knapp 162.000 Einheiten dem Handel, aber auch den Herstellern und Importeuren weh.

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Mit einem Minus von fast 45 Prozent haben die Neuzulassungen der Leichtkrafträder binnen Jahresfrist fast halbiert; aus fast 40.000 Einheiten wurden nur noch knapp 22.000 Stück. Am wenigsten tangiert wurden dabei die Roller mit einem Minus von knapp 28 Prozent.

Bei den Krafträdern liegt das Minus bei 36 Prozent, was rund 55.000 Einheiten entspricht. Besonders stark unter die Räder kamen die Enduros und Supermotos (-71 %), unterdurchschnittlich fielen die Rückgänge bei Sportmotorrädern (-21,5 %) und den Grand-Tourismo-Modellen (-20 %) aus. Geringere Rückgänge ergaben sich bei den E-Motorrädern und den E-Rollern, doch sind deren reine Zahlenwerte unerheblich, weil die Marktanteile der elektrischen Zweiräder im Bereich zwischen ein und zwei Prozent liegen.

Hersteller: BMW vor Honda und Kawasaki

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Unter den Motorradherstellern lag auch 2025 BMW vor Honda, Kawasaki und Yamaha, wobei Honda und Kawasaki unterdurchschnittliche Rückgänge verzeichneten, während Yamaha – zusammen mit Harley-Davidson, Suzuki und KTM –  besonders heftig gebeutelt wurde. Bei den Rollern und Leichtkraftrollern führt Vespa nach wie vor ganz deutlich den Markt an, es folgen Honda und Piaggio. Positive Zahlen konnten nur Marken schreiben, die neu in den Markt eingetreten sind (Voge, QJ Motor und Tayo Motors, alle aus China). KTM, vor wenigen Jahren klarer Marktführer bei den Leichtkrafträdern, liegt nach Yamaha, Honda, Aprilia und Betamotor nur noch auf Rang fünf.

Die Modell-Hitliste der Motorräder wird wie eh und je von der BMW GS mit Boxermotor angeführt: Die BMW R 1300 GS kam alleine auf 8,3 Prozent aller Neuzulassungen. Es folgen zwei Kawasakis (Z900 und Z650) vor zwei Hondas (CB 1000 Hornet und CBR 650 R); alle vier zählen zu den unverkleideten Allroundern.

Unter den 25 bestverkauften Motorrädern sind zehn Hondas, sieben BMWs, je drei Kawasakis und Yamahas sowie je eine Aprilia (RS 660) und Ducati (Multistrada V4) gelistet. Immerhin drei dieser 25 Modelle gehören in die Preiskategorie von 20.000 Euro+, mit der Honda GB 350S ist nur ein Modell mit unter 500 Kubik unter den Top-25.

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Tabellen: IVM

Unter den 50 bestverkauften Modellen findet sich lediglich ein Bike aus China (Voge DS 900 X, Rang 36), aber mittlerweile auch eines aus Indien (Royal Enfield Himalayan 452, Rang 49). Bemerkenswert ist auch, dass es keine einzige Harley mehr unter die Top 50 in Deutschland geschafft hat; 2021 waren es noch drei gewesen. Ulf Böhringer/SP-X/Titelfoto: BMW

 

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