Donut Lab lässt Feststoffbatterie von VTT prüfen: Erste Ergebnisse bestätigen zumindest ihr Schnellladepotenzial. Weitere Tests sollen folgen.
Auf der CES 2026 hatte das finnische Startup Donut Lab eine angeblich serienreife Feststoffbatterie vorgestellt – mit spektakulären Leistungsdaten: 400 Wh/kg Energiedichte, vollständige Ladung in fünf Minuten und eine Lebensdauer von 100.000 Zyklen (wir berichteten). Diese Angaben sorgten für Aufsehen, aber auch für Skepsis in der Branche. Nun hat Donut Lab das unabhängige Forschungszentrum VTT mit einer Prüfung der Batterie beauftragt und erste Resultate veröffentlicht.
Bei der Premiere in Las Vegas präsentierte Donut Lab lediglich Prototypen, weitere technische Details fehlten. Das führte zu Fragen, wie die Kombination aus hoher Energiedichte, ultraschnellem Laden und langer Lebensdauer überhaupt möglich sein könne. Experten wie Svolt-CEO Yang Hongxin bezeichneten die Angaben als „unrealistisch“ – die Werte würden sich gegenseitig ausschließen.
Donut-CEO Marko Lehtimäki erklärte in einer Videobotschaft, man habe die Kontroverse bewusst zugelassen: „Die lautesten Stimmen der Branche sollten zuerst sprechen. So wird klar, wie groß der Durchbruch ist, den wir anstreben.“ Mit der Kampagne „I Donut Believe“ will das Unternehmen nun nach und nach unabhängige Beweise liefern. (Hier finden Sie sein Statement auf Youtube)
Schnellladefähigkeit: Weitegehend bestanden
Die ersten Tests des finnischen Forschungszentrums VTT konzentrierten sich auf die Schnellladefähigkeit der Feststoffbatterie. Getestet wurde eine 26-Ah-Zelle in zwei Zyklen: mit 5C (130 A) und 11C (286 A). Ziel war es, Ladezeit, Temperaturverhalten und Energieeffizienz zu ermitteln. Dabei kamen unterschiedliche Kühlstrategien – einseitige und beidseitige passive Kühlplatten – zum Einsatz.
Das Resultat:
- Bei 5C erreichte die Batterie 80 Prozent Ladestand nach 9,5 Minuten und 100 Prozent nach rund 12 bis 13,5 Minuten.
- Bei 11C lag die Ladezeit für 80 Prozent zwischen 4,5 und 5 Minuten, für 100 Prozent bei etwas über sieben Minuten.
Die von Donut Lab angegebene Ladezeit von fünf Minuten für eine vollständige Ladung wurde also knapp verfehlt – doch laut VTT zeigen die Daten ein enormes Potenzial. Vor allem unter realen Bedingungen mit aktiver Kühlung könne die Ladeleistung deutlich steigen.
Thermisches Verhalten und Sicherheit
Während der Tests blieb die Zelle ohne aktive Kühlung funktionsfähig, allerdings musste ein Versuch abgebrochen werden, als die Temperatur bei einseitiger Kühlung 90 Grad Celsius erreichte. Nach kurzer Abkühlung wurde der Test fortgesetzt. Insgesamt bestätigte VTT eine hohe Stabilität und Energieeffizienz: Nach einer 5C-Ladung stand die volle Kapazität zur Verfügung, bei 11C-Ladung immerhin 98,4 bis 99,6 Prozent.
Laut Donut Lab zeigen diese Ergebnisse, dass ihre Batterietechnologie ohne Spezialkompression und mit passiver Kühlung betrieben werden kann – was die Modularchitektur vereinfacht und Produktionskosten senken könnte.
Die veröffentlichten Testergebnisse decken bislang nur den Schnelllade-Aspekt ab. Weitere Prüfungen zu Energiedichte und Lebensdauer sollen im Rahmen der „I Donut Believe“-Kampagne folgen. Wenn sich auch diese Werte bestätigen, könnte Donut Lab zu den ersten Herstellern gehören, die eine serienreife Feststoffbatterie marktfähig machen.
Die Branche blickt aufmerksam nach Finnland: Sollte die Technologie halten, was Donut Lab verspricht, stünde der Elektromobilität ein echter Paradigmenwechsel bevor. Titelfoto: Donut Labs


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