Der Spritpreis steigt, aber viele Autofahrer zögern. Sie zögern beim Umstieg aufs E-Auto. Das Interesse an Stromern steigt dennoch.
Steigende Spritpreise erhöhen den Druck auf Autofahrer, ihr Mobilitätsverhalten anzupassen. Allerdings führt die Entwicklung bislang nicht automatisch zu einem grundlegenden Wandel hin zur Elektromobilität. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Plattform AutoScout24 unter rund 4.000 deutschen Autofahrern.
Demnach rechnen 72 Prozent der Befragten in den kommenden zehn Jahren mit weiter steigenden Kraftstoffpreisen – unabhängig von kurzfristigen Entwicklungen wie geopolitischen Krisen. Entsprechend groß ist die Bereitschaft, das eigene Verhalten anzupassen: Am häufigsten genannt wird ein besseres Planen und Bündeln von Fahrten (33 Prozent). 28 Prozent wollen Wege reduzieren oder auf größere Reisen verzichten. 26 Prozent ziehen den Umstieg auf effizientere Fahrzeuge etwa mit Hybridantrieb in Betracht, während jeweils 22 Prozent häufiger Fahrrad, E-Bike oder andere Formen der Mikromobilität nutzen beziehungsweise einen Wechsel auf ein Elektroauto erwägen.
Kleine Anpassungen
„Die Umfrage zeigt eine nüchterne Realität: Höhere Spritpreise führen nicht automatisch zur Verkehrswende, aber sie erhöhen den Druck, Mobilität effizienter und kostenbewusster zu organisieren“, sagt Stefan Schneck, Vertriebsleiter von AutoScout24. Viele Verbraucher reagierten eher mit kleinen, alltagstauglichen Anpassungen als mit radikalen Veränderungen. „Für den Autokauf bedeutet das: Verbrauch und laufende Kosten werden für immer mehr Menschen zu entscheidenden Kriterien.“
Zwar zieht knapp jeder Vierte (22 Prozent) aufgrund steigender Spritpreise einen Umstieg auf ein Elektroauto in Betracht, doch von einer breiten Wechselbewegung kann laut Schneck noch keine Rede sein. „Das ist ein beträchtlicher Anteil, der mit anhaltend hohen Spritpreisen weiter steigen wird. Gleichzeitig zeigt sich aber: Es sind aktuell vor allem besserverdienende und tendenziell jüngere Autofahrende, die offen für den technischen Umstieg sind.“
Dass die Elektromobilität dennoch an Aufmerksamkeit gewinnt, deuten auch Marktdaten anderer Plattformen an. So berichtet Carwow, dass sich seit Ende Februar ein stark gestiegenes Interesse an Elektroautos zeigt, während die Nachfrage nach Benzinern rückläufig ist.
Gleichzeitig bleibt die Gruppe derjenigen, die ihr Verhalten nicht ändern wollen, groß: 19 Prozent der Befragten möchten ihr Mobilitätsverhalten trotz steigender Kosten nicht anpassen. „Für viele ist Mobilität keine flexible Lifestyle-Entscheidung, sondern notwendig, um den Alltag zu organisieren“, so Schneck. Ein vollständiger Verzicht aufs Auto oder eine Neuanschaffung sei für viele schlicht keine Option. Mario Hommen/SP-X/Foto: Google Gemini (AI)


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