Nach dem SUV kommt nun das Coupé: Porsche setzt jetzt die zweite Modellvariante des Cayenne unter Strom.
Coupé statt SUV: Während die Technik der beiden Karosserievarianten identisch ist, sind die optischen Unterschiede mehr als deutlich zu erkennen. Bei der Dachlinie haben die Designer den 911 als Vorbild genommen. Von der A-Säule an verläuft der Dachbereich des Coupés komplett anders als beim SUV. Schon die Frontscheibe steht flacher. Danach zieht sich das Dach flach abfallend in Richtung Heck. Dort ist die hintere Scheibe flächenbündig eingebettet.
Je nach Geschwindigkeit fährt der ansonsten versteckte Heckspoiler nach oben. Die Gestaltung der 4,99 Meter langen, 2,20 Meter breiten und 1,65 Meter hohen Karosserie mit den muskulös ausgearbeiteten Schulterpartien führt zu einem cW-Wert von 0,23, damit nochmals weniger als beim 24 Millimeter höheren SUV mit 0,25. Die verbesserte Aerodynamik bringt laut Porsche je nach Modell eine Reichweitenerhöhung von bis zu 18 Kilometern.

Die Coupéform schlägt sich keinesfalls nachteilig auf die Alltagstauglichkeit nieder. Da der Radstand wie beim SUV 3,02 Meter beträgt gibt es auf der Rückbank Platz in Hülle und Fülle. Das gilt für die Bein- ebenso wie für die Kopffreiheit. Bei einer Körpergröße von 1,84 Metern ist noch immer reichlich Luft über dem Haupthaar. Für den Fond bietet Porsche wahlweise zwei Sitze oder eine 2+1-Anlage an. Das Ladeabteil fasst 534 Liter (im SUV sind es 781 Liter) und kann variabel bis auf maximal 1.347 Liter (1.588 Liter im SUV) vergrößert werden. Und das Coupé hat wie das SUV einen Frunk mit einem Volumen von 90 Litern. Je nach Motorisierung kann das elektrisch angetriebene Cayenne Coupé bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen.
Cayenne Coupé: 3,5 Tonnen Anhängelast
Wie das SUV wird auch das Coupé mit drei unterschiedlichen Leistungsstufen und immer mit Allradantrieb angeboten. Die Basisversion leistet 300 kW (408 PS), im Overboost 325 kW (442 PS). Die S-Version bringt 440 kW (544 PS/Overboost 490 kW/666 PS) auf die Straße. Und der Turbo steht mit 630 kW/857 PS/Overboost 850 kW/1.156 PS) an der Spitze des Angebots. Die Beschleunigungswerte und auch die möglichen Höchstgeschwindigkeiten entsprechen denen des SUV.
So rast der Turbo in sage und schreibe 2,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht in 7,4 Sekunden die Marke 200. Keine Unterschiede gibt es auch bei der Fahrwerksauslegung. Eine adaptive Luftfederung mit PASM (Porsche Active Suspension Management) ist immer serienmäßig verbaut. Wer sich für den S oder den Turbo entscheidet, kann das aktive Fahrwerk Porsche Active Ride bestellen. Die Hinterachslenkung ist optional für alle Versionen erhältlich. Die Gewichtsverteilung ist, wie bei Porsches Allradmodellen üblich, mit 48 zu 52 hecklastig ausgelegt. Rädergrößen zwischen 20 und 22 Zoll stehen zur Wahl. Keramik-Bremsen sind auf Wunsch zu haben.

In Sachen Ladeperformance unterscheiden sich Cayenne Coupé und Cayenne SUV nicht. Die 800-Volt-Technologie erlaubt Schnellladen mit bis zu 390 kW, unter optimalen Bedingungen bis zu 400 kW. Weniger als 16 Minuten soll es so dauern, um den Stromspeicher von zehn auf 80 Prozent zu füllen. In zehn Minuten können demnach bis zu 315 Kilometer Reichweite im Turbo und 325 in der Basis-Version, nachgeladen werden. Der On-Board-Lader schafft 11 kW, auf Wunsch ist ein 22 kW-Lader zu haben. Zudem kann der Cayenne an dafür vorgesehenen Stationen induktiv geladen werden.
Curved-Display in einer neue Dimension
Wie bei den Leistungswerten erreicht das Cayenne Coupé Electric auch hinsichtlich der Rekuperation wie das SUV neue Spähren. Bis zu 600 kW können über das Bremspedal zurückgewonnen werden. Das entspricht dem Wert des Porsche 99X Electric, der in der Formel E eingesetzt wird. Im Alltag erfolgen etwa 97 Prozent der Bremsvorgänge über die E-Maschinen ohne Aktivierung der Radbremsen. Über den Touchscreen lassen sich mit „Ein“, „Aus“ und „Automatik“ drei unterschiedliche Rekuperationsstufen einstellen.
Dieser zentrale Bildschirm ist ein absolutes Novum. Porsche hat das Curved-Display in eine neue Dimension transferiert. Statt horizontal ist die Fläche im Cayenne vertikal gebogen und geht fließend in die Mittelkonsole über. Die Anzeige des sogenannten Flow Display mit hochauflösender OLED-Technologie lässt sich in zwei Bereiche aufteilen. Oberhalb der Biegung liegt das Anzeige-, darunter das Bedienfeld. Das 14,25 Zoll große Kombiinstrument ist volldigital und hat die von Porsche bekannte Optik mit drei Tuben.

Wie beim Taycan liegen an den seitlichen Rändern des Kombiinstruments kleine Bedienfelder zur Steuerung der Licht-, Fahrwerk- und Parkfunktionen sowie des Porsche Electric Sport Sounds. Ansonsten sind die Gestaltung des Innenraums samt Armaturenträger und die Serienausstattung bei beiden Modellvarianten identisch. Das heißt, auch im Coupé ist das Head-up-Display nur gegen Aufpreis im Angebot. Dafür aber werden das Panorama-Glasdach und das Sport-Chrono-Paket im Coupé immer werksseitig eingebaut.
Im Vergleich zum SUV ist das Coupé E-Cayenne etwas teurer. Der Einstiegspreis liegt bei 109.000 statt 105.200 Euro. Der S kostet 130.300 Euro (SUV 126.400 Euro) und der Turbo 168.500 Euro (165.500 Euro beim SUV).


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