EU Elektroquote

EU: Elektroquote für Firmen noch höher?

Das EU Auto-Paket 2027 verzögert sich: Steigt die Elektroquote für Firmenflotten noch weiter? Und was ist mit dem „Verbrenner-Aus“?

Das geplante EU Auto-Paket dürfte sich weiter verzögern und voraussichtlich erst Anfang 2027 final beschlossen werden. Hintergrund sind anhaltende Differenzen zwischen den Fraktionen im Europäischen Parlament, insbesondere bei den Vorgaben für Firmenwagenflotten und den künftigen CO2-Zielen der Automobilindustrie.

Ursprünglich war eine Einigung bereits für Herbst 2026 vorgesehen. Aktuell deutet jedoch alles darauf hin, dass die Abstimmung im Parlament erst im November stattfinden wird. Selbst dann gilt eine Einigung als unsicher, da die Positionen weiterhin weit auseinanderliegen. Laut dem CDU-Europaabgeordneten Jens Gieseke muss das Gesetzespaket spätestens bis Ende des ersten Quartals 2027 verabschiedet werden – auch mit Blick auf wichtige nationale Wahlen in Frankreich, Spanien und Polen.

Ein zentraler Streitpunkt ist die zukünftige Elektrifizierungsquote für Firmenwagen. Die EU-Kommission hatte für Deutschland einen Mindestanteil emissionsfreier Fahrzeuge von 54 Prozent bis 2030 vorgeschlagen. Ein neuer Entwurf aus dem Europäischen Parlament, getragen von sozialdemokratischen Abgeordneten, sieht hingegen eine deutlich höhere Quote von 65 Prozent vor. Für 2035 soll der Anteil sogar von 95 auf 99 Prozent steigen.

Firmenquote: 65 statt 54 Prozent?

Auch andere EU-Staaten könnten strengere Ziele erhalten. In Österreich etwa soll der Anteil von Elektroautos in Unternehmensflotten bis 2030 auf 70 Prozent steigen, statt der bisher geplanten 58 Prozent. Insgesamt würde dies zu einem EU-weiten Anteil von rund 54 Prozent Elektroautos bei Firmenwagen führen – gegenüber 45 Prozent im ursprünglichen Kommissionsvorschlag.

Zusätzlich fordern die Sozialdemokraten ein Ende steuerlicher Vorteile für fossil betriebene Dienstwagen ab 2028. Steuerliche Anreize sollen künftig ausschließlich für Elektroautos gelten, insbesondere für Modelle aus europäischer Produktion. Dieser Vorschlag ist politisch umstritten und dürfte auf erheblichen Widerstand stoßen.

Kritik kommt vor allem aus der EVP-Fraktion sowie von Industrieverbänden. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) lehnt zusätzliche regulatorische Vorgaben für Unternehmensflotten ab und fordert stattdessen bessere Rahmenbedingungen für Elektromobilität. Dazu zählen insbesondere der Ausbau der Ladeinfrastruktur und leistungsfähigere Stromnetze.

Das Ende steuerlicher Vorteile für Verbrenner?

Parallel zum Streit um Firmenwagen eskaliert auch die Debatte über die CO2-Flottengrenzwerte. Die EU-Kommission schlägt vor, das Ziel für 2035 von ursprünglich 100 Prozent Emissionsreduktion auf 90 Prozent zu senken. Damit wäre ein vollständiges Verbot neuer Verbrenner faktisch aufgeweicht.

Zusätzlich soll ein sogenanntes Credit-System eingeführt werden. Dabei könnten verbleibende Emissionen durch den Einsatz von grünem Stahl oder E-Fuels kompensiert werden. Die EVP lehnt dieses System ab und fordert stattdessen eine reale Reduktion der Emissionen ohne Kompensationsmechanismen. Dies würde perspektivisch auch weiterhin Spielraum für Verbrennungsmotoren lassen.

Politisch bleibt die Lage komplex: Zwar könnte die EVP gemeinsam mit rechten Parteien Mehrheiten organisieren, doch die Bundesregierung drängt offenbar auf einen Kompromiss mit den politischen Kräften der Mitte. Ob dies gelingt, wird entscheidend dafür sein, wie ambitioniert das EU Auto-Paket 2027 letztlich ausfällt. Titelfoto: KI-generiert 

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