Zeekr 7GT

Zeekr 7GT: Premium für die Mittelklasse

Zeekr bringt mit dem 7GT jetzt bereits das vierte Modell auf den Markt. Wir haben eine erste Runde gedreht.

Zeekr wurde vor gerade einmal fünf Jahren als elektrische Premiummarke des chinesischen Geely-Konzerns aus der Taufe gehoben. Bereits 2023 kamen die ersten Modelle nach Europa. Unter Federführung des Europa-CEO Lothar Schupet wurde zunächst der skandinavische Markt in Angriff genommen. Mit Erfolg. In Schweden stand Zeekr 2025 bei den Verkaufszahlen an der Spitze aller chinesischen Anbieter. Inzwischen ist die Marke in 16 Ländern Europas vertreten. Ende dieses Jahres soll es eine europäischen Abdeckung von 90 Prozent geben.

Zeekr 7GT
Startet bei 47.990 Euro: Zeekr 7GT. Fotos Zeekr

Das neueste Modell, der Grand Turismo 7GT, soll nach dem sportlichen 001, dem Urban SUV X und dem SUV 7X weiter zur rasanten Entwicklung beitragen. Und das nicht nur bei den Geschäftskunden, die anfangs vor allem als Zielgruppe auserkoren waren. Mit einem entsprechenden Händlerangebot soll diese Klientel ebenso bedient werden wie Privatkunden. Die Zeichen dafür stehen gut. Denn es liegen schon jetzt schon 4.000 Kundenbestellungen vor, ohne dass eine einzige Probefahrt möglich war.

Die können nun in deutschlandweit zehn Probefahrt-Zentren gebucht werden. Bis zum Jahresende sollen zudem die fünf Ballungsräume Hamburg, Düsseldorf/Köln, Frankfurt, Stuttgart, München und vielleicht auch Berlin als sechsten Standort, mit Händlern abdeckt sein.

Zeekr 7GT: 800-Volt-Technologie

Angeboten wird der Grand Tourer mit zwei unterschiedlichen Batteriegrößen und Zellchemien, zwei Leistungsstufen sowie mit Heck- oder Allradantrieb. Generell kommt die 800-Volt-Technologie zum Einsatz. Wir waren jetzt mit 7X AWD unterwegs. Das Spitzenmodell kommt auf eine Systemleistung von 475 kW (646 PS) und ein Drehmoment von 710 Newtonmetern. An der Vorderachse ist eine E-Maschine mit 165 kW (224 PS), an der Hinterachse mit 310 kW (421 PS) verbaut. Die Energie erhalten die Motoren aus einer Nickel-Mangan-Cobalt-Batterie (NMC) mit einer Kapazität von 100 kWh. Das erlaubt eine WLTP-Reichweite von bis zu 655 Kilometern.

Zeekr 7GT
Die Bedienung erfolgt über den 15 Zoll großen Touchscreen.

Doch der 7GT regt durchaus zu einer eher sportlichen Fahrweise an. So gelingt der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 in gerade einmal 3,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 Kilometern in der Stunde. Wer das Potential der Antriebseinheit häufig ausschöpft, der wird sich weit oberhalb des WLTP-Verbrauchswerts von 19,8 kW bewegen. Doch nach einer durchaus flotten Fahrt im hügeligen Gebiet mit vielen engen Kurven und Zwischensprints haben wir 21,4 kWh erfahren. Das ist bei einem 4,82 Meter langen, inklusive Spiegel 2,07 Meter breiten und 1,46 Meter hohen Auto mit einem Leergewicht von 2,4 Tonnen absolut in Ordnung.

Aufgrund einer DC-Ladeleistung von maximal 420 kW hält sich die Wartezeit an der Schnellladesäule in absolut überschaubaren Grenzen. Wenn die Säule 320 kW liefern kann, steigt der Energiegehalt des Akkus in 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Der On-Board-Lader ermöglicht in allen 7GT-Versionen das AC-Laden an der Wallbox mit 22 kW. 5,5 Stunden dauert es dann, um die Batterie von zehn auf 100 Prozent mit Strom zu versorgen.

Auf Knopfdruck ein Sportler

Zeekr 7GT
Zeekr erhebt als Marke einen Premium-Anspruch.

Diese schon überzeugenden Werte unterstreicht der Zeekr 7GT mit der Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung. Im Modus Comfort fährt der Grand Turismo bei zügigem Tempo problemlos um die Ecken, bleibt brav in der Spur. Schlechte Fahrbahnabschnitte werden sauber weggefiltert. Beim Umschalten in den Sport-Modus strafft sich der Wagen deutlich spürbar. Es ist ein Gefühl, als ob der 7GT die Muskeln anspannt. Die Lenkung wird direkter, das Beschleunigungspedal reagiert schneller, Federung und Dämpfung werden härter. Auf Knopfdruck verwandelt sich der Zeekr in einen Sportler. Der Komfort bleibt dabei immer noch auf einem hohen Niveau. Dazu tragen auch die serienmäßig verbaute Luftfederung mit kontinuierlicher Dämpferregelung und die 20-Zoll-Aluräder bei. Unterm Strich erfüllt der Wagen schon damit den Anspruch eines Grand Turismo.

Das mit wertigen Materialien ausgestattete Passagierabteil setzt diesen Eindruck fort. Die elektrisch verstell- und beheizbaren Vordersitze sind bequem und geben guten Seitenhalt. Frau oder Mann am beheizbaren Multifunktionslenkrad können wichtige Fahrinformationen auf einem digitalen 13-Zoll-Instrumentendisplay ablesen. Außerdem gibt es bis auf die Basisausstattung immer ein AR-Head-up-Display in einer Größe von 35,5 Zoll. Mittig auf dem Armaturenträger ist ein 15 Zoll großes zentrales Infodisplay platziert. Über das müssen allerdings auch sämtliche Einstellungen der Außenspiegel und des Lenkrads aktiviert und dann am Steuer vollzogen werden. Ausnahme ist das Basismodell. Hier ist das Lenkrad manuell verstellbar. Physische Bedienelemente sind ansonsten leider nicht vorhanden. Auch Klimaanlage oder Lautstärke der Audioanlage werden über das Display gesteuert.

Wahlweise kann dafür jedoch die Sprachbedienung genutzt werden. Apple CarPlay und Android Auto sind ebenso serienmäßig wie leistungsstarke USB-C-Anschlüsse vorne und hinten sowie zwei 50 Watt Ladeschalen. Das Navigationssystem bietet eine für E-Autos passende Routenplanung mit Kategoriesuche der Ladestationen.

Zeekr 7GT
Der On-Board-Lader ermöglicht in allen 7GT-Versionen das AC-Laden an der Wallbox mit 22 kW.

Passagiere auf der Rückbank haben jede Menge Bein-, Kopf- und Ellenbogenfreiheit. Zudem lassen sich die im Verhältnis 60:40 geteilten hinteren Lehnen elektrisch in der Neigung verstellen. Mit einem Volumen von 456 Litern ist auch das Ladeabteil gut dimensioniert. Der Frunk hingegen ist mit 32 Litern eher klein geraten. Da kann dann gerade mal das Ladekabel verstaut werden. Bei den Varianten mit Heckantrieb schluckt das Ladefach unter der vorderen Haube 65 Liter. Und der Zeekr 7GT kann auch einen Anhänger an den Haken nehmen: 1,6 Tonnen Anhängelast sind über alle Versionen hinweg erlaubt.

Einstieg mit dem 7GT Core RWD

Und damit noch ein Blick auf die anderen Varianten des 7GT. Einstieg ist der Core RWD. Hier wird die Hinterachse von einem 310 kW (421 PS) starken E-Motor angetrieben. Bei einem WLTP-Verbrauch von 16,6 kWh soll eine Reichweite von bis zu 519 Kilometern machbar sein. Die Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) hat einen Energiegehalt von 75 kW und eine maximale Schnellladeleistung von 450 kW. Zeekr gibt bei einer Ausgangsleistung der Säule von 350 kW eine Ladezeit von 13 Minuten an, um den Stromvorrat im Akku von zehn auf 80 Prozent zu bringen.

Die Long Range Version des über die Hinterachse angetriebenen 7GT hat wie der AWD eine NMC-Batterie an Bord. Die Reichweite erhöht sich laut Angaben des Herstellers bei einem WLTP-Verbrauch von 16,9 kWh auf bis zu 655 Kilometer. Die Ladezeit wird wie beim AWD mit 16 Minuten angegeben. Die Fahrleistungen sind bei beiden Hecktrieblern identisch. Der Standardsprint dauert 5,3 Sekunden. In der Spitze kommen alle Varianten auf 210 Kilometer pro Stunde.

Zeekr 7GT
Unser Auitor konnte schon eine Runde mit dem Zeekr 7GT drehen.

Serienmäßig zählen außer den bereits erwähnten Ausstattungsdetails bei allen Versionen unter anderem noch Wärmepumpe, Matrix-LED-Scheinwerfer, Panorama-Glasdach, Tempomat mit Anhängerassistent sowie eine weitere umfangreiche Liste von Assistenzsystemen zum Lieferumfang.

Das alles unterstreicht Zeekrs Premiumanspruch. Und das zu Preisen, die deutlich nicht nur unter denen der traditionellen Premiummarken liegen. Der 7GT kann sich in Sachen Preisgestaltung durchaus auch mit Mitbewerbern in der Mittelklasse messen. Das Einstiegsmodell kostet 47.990 Euro, die Longe Range-Version 52.990 Euro und der AWD 59.490 Euro.

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