ZF-Zulieferer Lifetec bringt einen Sicherheitsgurt mit Infrarot-Signatur in Serie. Dank diesem erkennt das Auto, ob er richtig sitzt.
Die auf passive Sicherheitssysteme spezialisierte Zulieferersparte Lifetec von ZF startet im August die Serienproduktion eines neuartigen Sicherheitsgurts mit integrierter Infrarot-Signatur. Das als „Infrared Belt“ bezeichnete Gurtband soll Innenraumkameras dabei helfen, zuverlässig zu erkennen, ob Sicherheitsgurte korrekt angelegt wurden. Damit wird das System der Insassenerkennung verbessert, was wiederum die Schutzwirkung moderner Rückhaltesysteme erhöhen soll. Welcher Autohersteller die Technik als Erster einsetzen wird, hat der Zulieferer bislang nicht bekanntgegeben.
Unsichtbare Infrarot-Signatur im Gurtband
Anders als bei herkömmlichen Sicherheitsgurten besteht das neue Gurtband aus speziell kombinierten Garnen mit definierten optischen Eigenschaften. Dadurch entsteht eine für das menschliche Auge unsichtbare Infrarot-Signatur, die direkt in den Gurt integriert ist. Entsprechend ausgestattete Innenraumkameras können diese Signatur selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen eindeutig erkennen.
Diese besondere Eigenschaft hebt den Gurt klar von Kleidung, Haut oder Sitzbezügen ab. Innenraumkameras können dadurch den Verlauf des Gurts am Körper präzise nachverfolgen und erkennen, ob dieser korrekt über die Schulter geführt wird oder beispielsweise fälschlicherweise unter dem Arm getragen wird.
Mehr Sicherheit als bei klassischen Gurtschloss-Sensoren
Herkömmliche Gurtschloss-Sensoren registrieren lediglich, ob der Gurt eingerastet ist. Diese Warnfunktion lässt sich jedoch leicht umgehen: Wird der Gurt zunächst ins Schloss eingeführt und der Insasse setzt sich anschließend erst in den Sitz, erkennt das System keinen Fehler. Die Infrarot-Signatur des neuen ZF-Gurts schließt genau diese Sicherheitslücke, da sie den tatsächlichen Verlauf des Gurtbands am Körper überprüft statt nur den Zustand des Gurtschlosses.
Der neue Sicherheitsgurt von ZF gewinnt insbesondere vor dem Hintergrund aktueller gesetzlicher Anforderungen an Bedeutung. Seit Anfang Juli sind kamerabasierte Systeme zur Erkennung von Müdigkeit und Ablenkung für neue Fahrzeugtypen in der EU vorgeschrieben. Die Infrarot-Signatur im Gurtband liefert diesen Systemen eine zusätzliche, zuverlässige Datenquelle zur korrekten Insassenerkennung und trägt so dazu bei, die gesetzlichen Vorgaben wirksam umzusetzen. SP-X/Titelfoto: ZF Lifetec


Add a Comment