Er markiert preislich den Einstieg in die 800-Volt-Welt: Der BYD Atto 3 Evo wird derzeit für rund 36.000 Euro in Deutschland angeboten. Foto: BYD

Die Tiefpreisler unter den Starkstromern

Volt ist die harte Währung in der Welt der E-Autos. Viel hilft viel. Nicht in jedem Fall muss viel auch wirklich viel kosten.

Der Markt für Elektroautos teilt sich in Deutschland zunehmend in zwei Lager: auf der einen Seite die klassischen Stromer mit 400-Volt-Architektur, auf der anderen die leistungsfähigeren Modelle mit 800-Volt-Technik. Letztere haben technisch betrachtet die Nase vorn, kosten in der Regel allerdings auch mehr. Sie laden deutlich schneller und können zudem über längere Zeit höhere Antriebsleistungen bereitstellen. Wer häufiger längere Autobahntouren fährt, wird diese Vorteile zu schätzen wissen. Kehrseite sind die höheren Anschaffungskosten. Mittlerweile gibt es allerdings einige Modelle mit 800 Volt, die sogar deutlich unter der 50.000-Euro-Marke liegen.

BYD Atto 3 Evo

Den vorläufigen Höhepunkt bei den 800-Volt-Tiefpreislern markiert der China-Riese BYD mit dem Atto 3 Evo (Foto ganz oben, Foto: BYD). Das mag überraschen, denn jahrelang war der Atto 3 mit bescheidenen 400 Volt unterwegs. Doch im Frühjahr folgte ein technisches Upgrade, das unter anderem bei der Hochvolttechnik ein Ausrufezeichen setzte: Bei der Evo genannten Neuauflage sind 800 Volt angesagt. Das macht den Atto 3 Evo zum reichweitenstarken Schnelllader mit flotten Fahrleistungen. Bis zu 220 kW kann der BYD einem Hypercharger entlocken und damit seine 75 kWh große Batterie in rund 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden.

Die Einstiegsversion verfügt über einen 230 kW/313 PS starken Heckantrieb, der den Sprint auf 100 km/h in 5,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h ermöglicht. Die WLTP-Reichweite liegt bei 510 Kilometern. Darüber rangiert die zweimotorige Variante Excellence mit 330 kW/449 PS starkem Allradantrieb, die in 3,9 Sekunden auf Tempo 100 stürmt und bis zu 200 km/h schnell fährt. Die Mehrleistung kostet allerdings Reichweite, die auf 470 Kilometer nach WLTP sinkt.

Offiziell werden laut Preisliste 45.000 beziehungsweise 51.000 Euro aufgerufen. Seit Monaten gewährt BYD in Deutschland allerdings Rabatte von 9.000 beziehungsweise 11.500 Euro. Damit sinken die Preise des Atto 3 Evo auf 36.000 beziehungsweise 39.500 Euro für ein geräumiges und gut ausgestattetes Elektroauto.

Kia EV6

Mit deutlichem Abstand folgt als zweitgünstigster 800-Volt-Stromer der mindestens 45.000 Euro teure Kia EV6. Foto: Kia
Mit deutlichem Abstand folgt als zweitgünstigster 800-Volt-Stromer der mindestens 45.000 Euro teure Kia EV6. Foto: Kia

Zu den 800-Volt-Pionieren in Deutschland zählt der 2021 eingeführte Kia EV6. Dank seiner E-GMP-Plattform sind 800 Volt bereits in der Basisversion angesagt, die preislich bei rund 45.000 Euro startet. Dafür gibt es einen 125 kW/170 PS starken Heckantrieb und einen 63 kWh großen Akku, der bis zu 428 Kilometer Reichweite ermöglicht. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 8,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h. Geladen wird mit bis zu 195 kW.

Wer rund 50.000 Euro investiert, erhält 160 kW/229 PS sowie den größeren 84-kWh-Akku. Damit steigt die Reichweite auf bis zu 582 Kilometer, während die maximale Ladeleistung auf 258 kW klettert.

Hyundai Ioniq 5

Trotz der deutlich anderen Optik ist der Hyundai Ioniq 5 technisch mit dem Kia EV6 eng verwandt. Preislich liegen die Unterschiede bei einigen hundert Euro. Foto: Hyundai
Trotz der deutlich anderen Optik ist der Hyundai Ioniq 5 technisch mit dem Kia EV6 eng verwandt. Preislich liegen die Unterschiede bei einigen hundert Euro. Foto: Hyundai

Äußerlich kann man es dem Hyundai Ioniq 5 kaum ansehen, doch technisch ist er ein Zwilling des Kia EV6. Unter dem kantigen Blechkleid steckt dieselbe E-GMP-Plattform. Entsprechend stehen auch hier Batterien mit 63 oder 84 kWh sowie identische Antriebsversionen und Ladeleistungen zur Wahl.

Bei den Reichweiten gibt es lediglich kleinere Unterschiede. Mit der kleineren Batterie schafft der Hyundai bis zu 440 Kilometer, mit dem großen Akku sind bis zu 570 Kilometer möglich. Preislich liegt der Ioniq 5 rund 700 Euro über dem technisch weitgehend identischen Kia.

Smart #5

Technik von Geely hebt den neuen Smart #5 in den 800-Volt-Adel. Die Preise starten dank Aktionsprämie aktuell bei rund 47.000 Euro. Foto: Smart
Technik von Geely hebt den neuen Smart #5 in den 800-Volt-Adel. Die Preise starten dank Aktionsprämie aktuell bei rund 47.000 Euro. Foto: Smart

Die einst von Mercedes gegründete Marke Smart hat sich vor einigen Jahren konsequent der Elektromobilität verschrieben. Vorläufiger Höhepunkt der Null-Emissions-Offensive ist das 2025 eingeführte 800-Volt-SUV #5. Allerdings gilt das nicht für die Basisversion, die bei schlanken 46.000 Euro startet und sich mit 400-Volt-Technik bescheidet.

Interessant wird es ab der Variante Pro+, die ab 50.900 Euro angeboten wird. Hier sorgen 267 kW/363 PS und eine 100-kWh-Batterie für ordentliche Fahrleistungen: Der Sprint auf 100 km/h dauert 6,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 200 km/h. Die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 590 Kilometern.

Besonders eindrucksvoll fällt die Ladeleistung aus: Mit bis zu 400 kW zählt der Smart zu den Schnellsten am Markt. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert lediglich 18 Minuten. Aktuell gewährt Smart eine Aktionsprämie von 4.000 Euro, wodurch der Preis für den #5 Pro+ auf 46.900 Euro sinkt.

Mercedes-Benz GLA

Mercedes legt den GLA neu auf. Foto: Mercedes
Mercedes legt den GLA mit 800-Volt-Technik neu auf. Foto: Mercedes

Trotz 800 Volt und dem für gehobene Preise stehenden Stern im Kühlergrill hat es sogar Mercedes in die Top 5 geschafft. Ab November startet der neue elektrische GLA bei 48.600 Euro. Einstiegsversion ist der 200 mit einem 165 kW/224 PS starken Heckantrieb und einer 58 kWh großen LFP-Batterie.

Wie der 2025 eingeführte CLA setzt der neue GLA auf die MMA-Architektur. Sie bietet unabhängig von der Batteriegröße konsequent 800 Volt. Beim GLA 200 wird das Potenzial dieses Fundaments allerdings nicht vollständig ausgeschöpft. Die maximale Ladeleistung liegt bei 200 kW, womit sich der Ladehub von 10 auf 80 Prozent in rund 20 Minuten erledigen lässt. Die WLTP-Reichweite gibt Mercedes mit 457 Kilometern an. Auch die Fahrleistungen können sich sehen lassen. Der knapp 4,60 Meter lange Fünftürer beschleunigt in 8 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht bis zu 210 km/h.

Schneller, ausdauernder und entsprechend teurer ist der GLA 250+, der mit einer 85-kWh-Batterie, bis zu 320 kW Ladeleistung und bis zu 655 Kilometern WLTP-Reichweite aufwartet. Hier beginnen die Preise allerdings bei rund 55.000 Euro.  Mario Hommen/SP-X

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