Leapmotor B03X

Leapmotor möchte in den Flottenmarkt

Leapmotor ist seit zwei Jahren auf dem deutschen Markt. Der Privatkundenanteil liegt bei 90 Prozent. Jetzt wird das B2B-Geschäft in Angriff genommen.

Martin Resch ist der Geschäftsführer Leapmotor Deutschland. Am ersten Oktober 2024 erfolgte der Startschuss in Deutschland für das 2015 gegründete chinesische Start-up-Unternehmen. Die Entwicklung seither war so kaum zu erwarten. Denn Ende dieses Jahres werden knapp 30.000 Leapmotor-Modelle verkauft sein. Die Palette reicht vom Elektro-Kleinwagen T03, einem, über das Mittelklasse-SUV C10 bis zum B10, ein etwas kompakteres Elektro-SUV, das unterhalb des C10 angesiedelt ist. Beide werden auch als Hybrid-Versionen angeboten, der elektrische C10 zudem mit Allradantrieb. Abgerundet wird das Programm mit dem kompakten B05, der ebenso wie der jetzt ganz neu vorgestellte B03X nur mit E-Antrieb zu haben ist.

Leapmotor B03X
Die leicht höhere Karosserie und die Robustbeplankung verleihen dem B03X eine SUVige Aura. Fotos: Leapmotor

Nach dem Zuspruch von Privatkunden will Martin Resch in der Zukunft verstärkt den B2B-Bereich in Angriff nehmen. „Das Flottengeschäft ist natürlich ausbaubar. Hier sehe ich großes Wachstumspotential. In der nächsten Stufe wollen wir in diesem überaus wichtigen Geschäftsfeld deutlich aktiver werden.“ Als Hauptklientel sieht der Deutschland-Chef der Marke die kleineren Flotten, die in erster Linie in den Städten unterwegs seien. Hier setzt er auch auf das ständig wachsende Händlernetz, das vor allem auf Stellantis-Partnern basiert.

Flottengeschäft: Das Händlernetz als Basis

„Als Ansprechpartner vor Ort haben sie bereits die Kontakte und das Vertrauen der Kunden, können mit entsprechenden Angeboten Modelle von Leapmotor anbieten.“ Bei größeren Flotten baut Resch in Zukunft auf die darauf spezialisierten Stellantis-Teams. Dafür aber müssten die entsprechenden IT-Systeme von Leapmotor und Stellantis aufeinander abgestimmt werden. Das soll noch im Laufe des Jahres abgeschlossen sein, so dass von 2027 an im Angebots-Paket der Teams auch Leapmotor vertreten sei.

Einer der „heißen“ Kandidaten für den B2B-Markt ist der B03X. Er ist ein kompakter Crossover mit einer Länge von 4,27, einer Breite von 1,81 Metern und einer Höhe von 1,64 Metern. Aufgrund des Radstands von 2,62 Metern gibt es im Innenraum jede Menge Platz. Das gilt sowohl für die zweite Reihe als auch den Kofferraum, der von 407 bis auf maximal 1.358 Liter vergrößert werden kann. Einbezogen ist in diesen Werten der 105 Liter große Raum unterhalb des Ladebodens. Das Fach ist abwaschbar und hat einen Ablauf, um das Wasser nach dem Säubern ablaufen zu lassen.

Leapmotor B03X
Statt Knöpfe und Schalter bietet das Cockpit große Displayflächen.

Sehr praktisch sind die nach oben aufstellbaren hinteren Sitzpolster. So steht bei Bedarf hinter den beiden vorderen Plätzen vertikal nutzbarer Stauraum zur Verfügung. Da die Fondsitze lediglich mit Bügel auf dem Fahrzeugboden aufsetzen, lassen sich bei voller Besetzung noch Kleinigkeiten unter den Sitzen verstauen.

B03X: Alles läuft über den Monitor

Apropos Sitze. Die sind dem ersten Eindruck nach bequem und ordentlich gepolstert. Überaus wertig wirken indessen die im Innenraum eingesetzten Materialien. Die Designer haben den B03X generell mit haptisch angenehmen Soft-Touch-Werkstoffen ausgestattet. Der Armaturenträger wird von einem 14,6 Zoll großen Infotainment-Touchscreen dominiert.

Wie bei den meisten chinesischen Herstellern ist der Bildschirm die eigentliche Schaltzentrale, die andere physische Bedienelemente ersetzt. So muss beispielsweise für das Verstellen der Außenspiegel erst die entsprechende Seite aufgerufen, die jeweilige Seite des Spiegels angewählt werden, um dann über ein Drehrad am Lenkrad die gewünschte Position einzurichten. Vor allem beim Einsatz des Leapmotor B03X im Fuhrpark mit wechselnden Personen am Steuer kann das lästig sein. Da hilft es auch wenig, dass es zwei Punkte im Fahrzeug gibt, um die zuvor programmierte Spiegeleinstellung auf Knopfdruck abzurufen. Keinerlei Kritik aber gibt es weder an der Auflösung und Darstellung des Screens noch an der des Digital-Kombiinstruments in einer Größe von 8,8 Zoll vor dem Lenkrad. Hier sind alle wichtigen Fahrdaten auf einen Blick zu sehen.

Angeboten wird der B03X mit zwei unterschiedlichen Größen von Lithium-Eisenphosphat-Chemie-Batterien (LFP). In der Pro-Version des E-Wagens kommt ein Akku mit einer nutzbaren Kapazität von 39 kWh zum Einsatz. Kombiniert mit einer E-Maschine, die 130 kW (177 PS) leistet, ist laut WLTP-Norm bei einem Verbrauch von 15,5 kWh auf 100 Kilometern eine Reichweite von 292 Kilometern machbar. Der Pro-Max-Variante hat Leapmotor eine 52 kWh-Batterie (netto) sowie einen 145 kW (197 PS) starken E-Motor verpasst. Hier steht eine Reichweite von bis zu 382 Kilometern im Datenblatt. Der Verbrauch wird mit 15,7 kWh auf 100 Kilometer angegeben.

Leapmotor B03X
Wird der Kofferraumzwischenboden herausgenommen, entsteht ein tiefes und über 500 Liter fassendes Gepäckabteil.

Verbrauch: 11,8 kWh je 100 Kilometer

Den haben wir auf unserer Testfahrt im überwiegend urbanen Umfeld mit vielen Tempo-30-Zonen sowie einem kleinen Stück Autobahn bei maximal Tempo 130 bei weitem unterschritten. 11,8 kWh standen nach gefahrenen 70 Kilometern auf dem Bordcomputer. Das kann sich mehr als sehen lassen. Und da im Bereich der kleinen Flotten vor allem Fahrten in der Stadt an der Tagesordnung sind, sollte dieser Verbrauch sowohl im Pro als auch im Pro Max, beide werden über die Vorderräder angetrieben, auch in der Praxis zu erreichen sein. Geladen werden kann an einer Schnellladestation mit maximal 100 kW. Dann dauert es 21 Minuten, um den Stromgehalt der Batterie von zehn auf 80 Prozent zu bringen. Der On-Board-Charger schafft 11 kW. Hier müssen etwas mehr als zweieinhalb Stunden eingeplant werden, um einen fast leeren Akku auf 100 Prozent zu bringen.

Mächtig Punkte sammelt der Leapmotor aber in Sachen Preisgestaltung und Ausstattung. So wie beim Antrieb bietet der zu 51 Prozent zum Stellantis-Konzern gehörende Hersteller den B03X mit dem Pro Life und dem Pro Max Design zwei Versionen an. Der Pro Life zum Preis von 24.900 Euro hat die kleine Batterie und bietet unter anderem eine automatische Klimaanlage, ein Lenkrad aus Eco-Leder, LED-Scheinwerfer, Dachreling, sieben Airbags, 21 Fahrerassistenzsysteme, Regensensoren, ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern sowie die Unterstützung von Apple CarPlay und Android Auto.

Ausschließlich mit dem größeren Akku ist der Pro Max Design zu haben. Hier zählen zusätzlich beispielsweise Sitze aus Kunstleder, ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz, beheizbare Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad, automatisch einklappbare Außenspiegel, Parksensoren vorne, ein 360-Grad-Kamerasystem sowie 18-Zoll-Leichtmetallfelgen zur Serienausstattung. Der Pro Max Design steht mit 29.400 Euro in der Preisliste.

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