Pedelec NOVBYX

Pedelec NOVBYX: Zwei Profile statt Rahmen

Ein klassischer Diamantrahmen besteht aus sieben Rohren. Dass es auch mit fünf weniger geht, zeigt das Projekt NOVBYX.

Die Kunst des Weglassens im Fahrradrahmenbau treibt das Projekt NOVBYX auf eine neue Spitze. Das als Pedelec konzipierte Fahrrad kommt mit einem ungewöhnlich luftigen Rahmen daher, dessen tragende Struktur im Wesentlichen aus zwei durchgehenden Aluminiumprofilen besteht. Sie bilden eine langgezogene Ellipse aus zwei Aluprofilen, die sich vom Steuerkopf bis zur Hinterradachse erstrecken. Dazwischen: viel Luft. Auf klassische Elemente wie Unter-, Sitzrohr und ein im Rahmen integriertes Tretlagergehäuse verzichtet die Konstruktion komplett.

Pedelec NOVBYX
Das reduzierte Rahmendesign verblüfft. Ob es allerdings eine ausreichende Steifigkeit bieten kann, erscheint fragwürdig. Fotos: NOVBYX

Auch Schweißnähte soll es an der primären Rahmenstruktur nicht geben. Stattdessen werden die kaltgeformten Aluminiumprofile über mechanische Verbindungen miteinander gekoppelt. Halterungen an den Profilen dienen als Aufnahmen für Sattel und Kurbel. Die Pedalkraft gelangt von hier klassisch per Kette an das mit Shimano-Cues-Schaltung bestückte Hinterrad.

In diesem steckt auch ein elektrischer Nabenmotor, der Elektronik und ein 300-Wh-Akku integriert. Das komplette E-Antriebssystem soll rund vier Kilogramm wiegen. Für den Rahmen samt Gabel und grundlegenden Halterungen nennen die Entwickler je nach Größe rund 3,0 bis 3,2 Kilogramm. Hinzu kommen unter anderem 28-Zoll-Räder sowie hydraulische Shimano-Scheibenbremsen. Ein Gesamtgewicht des Pedelecs nennen die Macher Filip und Tadeusz Lacny aus Polen bislang nicht.

Drei Größen, Verkauf über Kickstarter

Pedelec NOVBYX
Die beiden Aluprofile wurden nicht mit dem Lenkrohr verschweißt.

Neben der auffälligen Optik versprechen sich die Entwickler von der Konstruktion weitere Vorteile. Weniger Bauteile und der Verzicht auf Schweißverbindungen sollen den Fertigungsaufwand reduzieren, austauschbare Verbindungselemente Reparaturen erleichtern. Außerdem lässt sich das Rad für den Transport weitgehend zerlegen. Das sogenannte Flat-Pack-Konzept soll Verpackungsvolumen und Transportaufwand reduzieren. Angeboten werden drei Rahmengrößen für Fahrer von etwa 1,60 bis 1,98 Meter Körpergröße.

Noch befindet sich NOVBYX in der Anlaufphase. Der Verkaufsstart soll über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter erfolgen. Zum Auftakt ist eine auf 77 nummerierte Exemplare begrenzte „Signature 77 Series“ für rund 2.000 Dollar vorgesehen. Danach sollen ein Early-Adopter-Angebot für rund 2.300 Dollar und reguläre Kickstarter-Exemplare für rund 2.600 Dollar folgen. Als späteren Listenpreis nennen die Entwickler rund 3.500 Dollar, umgerechnet rund 3.100 Euro.

Interessenten können sich derzeit für eine Benachrichtigung zum Kampagnenstart bei Kickstarter registrieren. Nach Angaben auf der Projekt-Webseite könnte die Auslieferung noch 2026 beginnen. Unabhängige Tests, die der Rahmenkonstruktion eine ausreichende Stabilität bescheinigen, gibt es bislang allerdings nicht. SP-X

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