Der neue 3er greift in Details die Optik der Neuen Klasse auf und rollt erstmals auch rein elektrisch angetrieben an. Erste Eindrücke.
Eines vorweg: Die Designer haben bei der neuen Generation des 3ers an der unverwechselbaren Linienführung des BMW-Bestsellers festgehalten. Das gilt vor allem für die Silhouette mit dem langen Radstand und den daraus resultierenden kurzen Überhängen, die ausgeprägte Schulterpartie sowie die muskulösen Radhäuser. Front- und Heckpartie indessen sind auf die Neue Klasse zugeschnitten.

Die typische BMW-Niere ist ebenso wie die Scheinwerfer komplett neu gezeichnet. Die Doppelscheinwerfer gehen dabei fast ansatzlos in die Niere über, bilden eine Einheit. Die im Studio gezeigte Variante M350 xDrive hat als Performance-Erkennungsmerkmal aus dem Motorsport übernommene gelbe Tagfahr-Lichter. Am Heck unterstreichen die schmalen und fast bis in die Mitte der Kofferraumklappe reichenden Rücklichter die Breite der BMW-Ikone.
Im Innenraum wird der Einfluss der Neuen Klasse mehr als deutlich. Im neuen 3er hält das bereits aus dem iX3 bekannte Panoramic Vision Einzug. Über die gesamte Breite der Frontscheibe werden auf einem schmalen Band am unteren Rand relevante Fahrdaten projiziert. Leider und nicht wirklich zu verstehen ist, dass BMW ein Head-up-Display lediglich als Option und nicht in Serie anbietet. Immer verbaut hingegen ist ein 17,9 Zoll großes Zentraldisplay, das auf den Platz am Steuer ausgerichtet ist.
BMW 3er: Die erste Sitzprobe
Serienmäßig sind auch elektrisch verstellbare Vordersitze mit Memory-Funktion. Die hinterlassen nach einer ersten kurzen Sitzprobe im Topmodell einen komfortablen Eindruck. Die in diesem Fall ausgeprägten Seitenwangen dürften auch bei flotter Kurvenfahrt einen guten Halt geben.

Generell sind bei allen Antriebsvarianten die Lehnen der Rückbank im Verhältnis 40:20:40 geteilt umklappbar. Das bietet mehr Variabilität beim Beladen und erhöht so die Alltagstauglichkeit. Die Kapazität des Laderaums beträgt bei den Verbrennern 450, bei der Elektrovariante 420 Liter. Der i3 aber hat zudem ein 31 Liter großes Staufach (Frunk) unter der vorderen Haube. Bei den Abmessungen gibt es nur minimale Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Antriebsversionen. Die Länge von 4,76 Metern ist identisch. In der Breite ist der i3 mit 1,87 Metern um zwei Zentimeter breiter als die Verbrenner, in der Höhe misst er mit 1,48 Meter zwei Zentimeter mehr. Die maximale Anhängelast (12 %) des i3 liegt bei 1,8 Tonnen gebremst (750 kg ungebremst), die zulässige Dachlast bei 75 kg.
Es gibt auch noch Verbrenner
Einstieg in die 3er-Welt ist vom Marktstart an der BMW 318. Der Zweiliter-Vierzylinder-Twin-Turbo leistet 115 kW (156 PS). Der BMW 320 ist wie der 318 mit 48-Volt-Mildhybrid-Technologie ausgestattet. Der Zweiliter-Motor leistet in diesem Fall 155 kW (211 PS) und überträgt seine Kraft ebenfalls über eine Achtgang-Automatik auf die Hinterachse. An der Spitze der Palette steht der M350 xDrive mit Allradantrieb und einem Dreiliter-Sechszylinder. Das Aggregat leistet 313 kW (426 PS). Wer sich für einen Plug-in-Hybrid interessiert, muss sich noch gedulden. Zu technischen Daten und Markteinführung hält sich BMW noch bedeckt.

Wer sich aber für einen 3er mit Elektroantrieb entscheidet hat die Wahl zwischen zwei Modellen. Die Elektromotoren im i3 40 xDrive bieten eine Leistung von insgesamt 275 kW. Die Lithium-Ionen-Batterie hat eine Netto-Kapazität von 82,8 kWh. Das soll bei einem WLTP-Norm-Verbrauch von 17,9 kWh eine Reichweite von 710 Kilometern ermöglichen.
Geladen werden kann der kleinere i3 aufgrund der 800-Volt-Technologie mit bis zu 300 kW. In 21 Minuten wächst dann der Stromvorrat im Akku von zehn auf 80 Prozent. Acht Stunden und 15 Minuten dauert es an der Wallbox mit 11 kW, vier Stunden weniger sind es, wenn der optionale On-Board-Lader 22 kW an der entsprechenden Ladestation angeschlossen ist, um den Akku von Null auf 100 Prozent zu laden. Die Preise starten bei 59.900 Euro.
Laden mit bis zu 400 kW
Der i3 50 xDrive hat hingegen eine DC-Ladeperformance von bis zu 400 kW. Verbaut ist hier eine Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 108,7 kWh. Das reicht bei einem Normverbrauch von 18 kWh laut BMW für eine Reichweite von bis zu 912 Kilometern. Hier dauert es ebenfalls 21 Minuten an einer entsprechenden DC-Ladesäule, um den Akku von zehn auf 80 Prozent mit Strom zu versorgen. Elf Stunden müssen an der 11-kW-Wallbox, fünfeinhalb Stunden an einer 22-kW-Anlage gerechnet werden. Die E-Maschinen leisten insgesamt 345 kW. Diese Version des i3 kostet ab 65.900 Euro.

Neben diesen beiden Versionen kündigt BMW bei der Vorstellung bereits eine dritte Variante an: Der elektrische i3 soll 2027 als M-Version kommen und entsprechend BMW i3 M60 xDrive heißen. Am anderen Ende der Skala dürften auch noch Einstiegsversionen folgen, zu potenziellen einmotorigen Ablegern gibt es aber wie erwähnt noch keine fixen Anhaltspunkte.
Seit Juni ist übrigens eine „First Edition“ der elektrischen Mittelklasse-Limousine bestellbar – ab 75.340 Euro.


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