Die Nachfrage nach E-Autos steigt, die Rabatte schrumpfen. Im Oktober haben sich Stromer sogar stark verteuert.
Der seit Monaten anhaltende Elektroauto-Boom hat eine Kehrseite: E-Autos werden wieder teurer. Während sich die Preise von Stromern und Verbrennern in den vergangenen Jahren immer weiter angenähert hatten, geht die Schere inzwischen wieder auseinander. Eine Marktanalyse des Center Automotive Research (CAR) zeigt allein für Oktober einen deutlichen Anstieg des Preisabstands.
Für seine Preisanalysen vergleicht CAR von jeweils 25 gängigen Elektroautos und Verbrennermodellen die Transaktionspreise miteinander. Dabei handelt es sich um die Preise, die Käufer nach Abzug der Rabatte tatsächlich zahlen. Während die Stromer im Dezember 2025 im Schnitt noch 1.328 Euro teurer waren als die Verbrenner, wuchs der Abstand bis September auf 2.124 Euro. Im Oktober machte er einen Sprung um fast 800 auf nunmehr 2.917 Euro.
Die Rabatte sinken weiter
Ein Grund für die wieder größer werdende Preisschere sind die gewährten Rabatte. Bei den 25 untersuchten Elektroautos sanken sie im Schnitt von 17,9 Prozent im September auf 16,3 Prozent im Oktober. Besonders deutlich fiel der Rückgang beim Opel Corsa Electric aus, dessen Nachlass von 33,5 auf 27,5 Prozent schrumpfte. Bei den Verbrennern stieg das Rabattniveau hingegen leicht von 19,3 auf 19,6 Prozent, bei Plug-in-Hybriden von 20,5 auf 20,8 Prozent.
Als wesentlichen Grund für die Entwicklung nennt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer die steigende Nachfrage nach Elektroautos. Hohe Spritpreise machen den Umstieg auf einen Stromer attraktiver. Gleichzeitig sorgen Produktionsengpässe für längere Lieferzeiten. Im Schnitt müssen Käufer eines individuell konfigurierten Elektroautos derzeit sieben Monate warten, bei Verbrennern sind es lediglich 3,8 Monate. Das verringert den Rabattdruck auf die Hersteller.
Sieben Monate Wartezeit auf Stromer
Zusätzlichen Spielraum für höhere E-Auto-Preise sieht Dudenhöffer in politischen Entscheidungen. Dazu zählen der geplante Vorrang für in Europa produzierte Elektroautos bei öffentlichen Beschaffungen sowie Handelsbeschränkungen für günstige Elektroautos und Hybride aus China. Der Wettbewerb werde dadurch gedämpft.
Der aktuelle Teuerungstrend bei E-Autos könnte angesichts der steigenden Nachfrage anhalten. Wie stark diese gestiegen ist, zeigen die europäischen Zulassungszahlen.
Im September erreichten Elektroautos mit rund 416.000 Neuzulassungen einen Marktanteil von 31 Prozent. Im Januar waren es noch 20 Prozent. Nach Einschätzung von CAR könnte die tatsächliche Nachfrage sogar höher liegen, weil lange Lieferzeiten dazu führen, dass bereits bestellte Fahrzeuge erst Monate später in der Zulassungsstatistik auftauchen. SP-X/Titelfoto: pixabay


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