Der E-Auto-Anteil steigt kräftig, während die Preise für Stromer fallen. Beide Trends dürften sich fortsetzen.
Der Elektroauto-Boom in Deutschland und Europa gewinnt weiter an Fahrt. Im September erreichten batterieelektrische Pkw hierzulande mit 34,5 Prozent erstmals einen Marktanteil von mehr als einem Drittel. In einigen europäischen Ländern ist die Entwicklung bereits deutlich weiter. So lag der BEV-Anteil im August in Norwegen bei 99 Prozent, in Dänemark bei 86 Prozent. Belgien und die Niederlande kamen auf rund 50 Prozent, Frankreich auf 38 Prozent.
Nach Einschätzung des Center Automotive Research (CAR) steuert Deutschland in eine ähnliche Richtung. Als wesentliche Treiber nennen die Analysten neben hohen Benzin- und Dieselpreisen das mittlerweile breite Angebot von mehr als 170 Elektromodellen sowie sinkende Kaufpreise. Letzteres begünstigt auch ein wachsendes Modellangebot in unteren Fahrzeugsegmenten. Entscheidend sind dabei weniger die Listenpreise als die tatsächlich gezahlten Transaktionspreise inklusive Rabatten. Im September kosteten die 25 meistverkauften Elektroautos laut CAR im Schnitt noch 2.124 Euro mehr als vergleichbare Verbrenner.
Corsa-Preis sinkt um 35 Prozent
Wie stark der Preiswettbewerb mittlerweile ist, zeigt das Beispiel Opel Corsa Electric. Im Juni 2024 lag dessen durchschnittlicher Transaktionspreis noch bei 31.283 Euro, im September 2026 waren es nur noch 20.240 Euro. Binnen gut zwei Jahren ist der Stromer damit um rund 11.000 Euro oder 35 Prozent günstiger geworden. Allein gegenüber August sank der Preis um 1.826 Euro. Auch bei anderen Modellen drücken hohe Rabatte und zusätzliche Treueprämien, wie sie etwa VW gewährt, die tatsächlichen Kaufpreise.
CAR rechnet mit weiterem Preisdruck. Neue und günstigere Kompaktmodelle verschärfen den Wettbewerb, zugleich sollen sinkende Batteriekosten sowie Produktionsverfahren wie Cell-to-Chassis und Giga-Casting die Herstellung verbilligen. Die starken Preisrückgänge der vergangenen beiden Jahre dürften sich allerdings nicht im gleichen Tempo fortsetzen. Dennoch sieht CAR weiteres Wachstumspotenzial für Elektroautos. Größere Stückzahlen, günstigere Technik und ein wachsendes Modellangebot sollen den Kostennachteil gegenüber Verbrennern weiter verringern. SP-X/Titelfoto: Opel


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