Die neue E-Auto-Förderung hat die Erwartungen der Bundesregierung übertroffen. Nun wurden die ersten 100.000 Anträge bewilligt.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle veröffentlicht monatlich Statistiken zur E-Auto-Förderung. Zum Stichtag 1. Oktober 2026 waren exakt 97.790 Anträge bewilligt, die Marke von 100.000 wurde kurz danach überschritten. Zum 1. September lagen noch rund 52.500 bewilligte Anträge vor, die Bearbeitungsgeschwindigkeit hat sich also deutlich erhöht. Anfang August verzeichnete das BAFA bereits 100.000 eingegangene Anträge, die tatsächliche Zahl liegt inzwischen wesentlich höher.
Bundesumweltminister Carsten Schneider bezeichnet die Entwicklung als gute Nachrichten. Jedes zusätzliche Elektroauto mache Deutschland unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten.

Das E-Auto-Förderprogramm wurde am 19. Mai 2026 eingerichtet, gilt aber rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Der Bonus richtet sich gezielt an private Haushalte und unterstützt den Kauf oder das Leasing von Neufahrzeugen mit batterieelektrischem Antrieb, Brennstoffzellenantrieb sowie bestimmten Plug-in-Hybriden und Range-Extendern. Die Förderung kann online über das Portal der Förderzentrale Deutschland beim BAFA beantragt werden.
E-Auto-Förderung: 91,6 Prozent BEV
Die Höhe der Förderung ist sozial gestaffelt und richtet sich nach Fahrzeugtyp, Einkommen und Familiengröße. Privatpersonen können zwischen 1.500 und 6.000 Euro Zuschuss erhalten, allerdings nur für private Neuwagen, nicht für Dienstwagen. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen von maximal 80.000 Euro, pro Kind erhöht sich diese Grenze um jeweils 5.000 Euro auf maximal 90.000 Euro bei zwei oder mehr Kindern.

An die Antragsteller mit bewilligter Förderung wurden zum Stichtag 1. Oktober 432 Millionen Euro ausgeschüttet. Zum 1. September waren es 230 Millionen Euro, zum 1. August 117 Millionen Euro. Was die Antriebsarten betrifft, beziehen sich 91,6 Prozent der Anträge auf reine Elektroautos und nur 8,4 Prozent auf Plug-in-Hybride. Auf die Erwerbsarten Kauf und Leasing verteilen sich die Anträge weiterhin ziemlich genau hälftig, die Veränderungen zu den Vormonatsstatistiken sind minimal.
Die BAFA-Statistik zeigt deutlich, dass die Förderung dort ankommt, wo sie soll. Über die Hälfte aller bisherigen bewilligten Anträge entfällt auf die niedrigste Einkommensstufe mit einem zu versteuernden Haushalt-Jahreseinkommen bis 45.000 Euro. Die zwei nachfolgenden Einkommensstufen vereinen nochmals grob 44.000 Anträge auf sich, die beiden höchsten Stufen nicht einmal mehr 3.000. Damit profitieren vor allem Menschen mit eher niedrigem bis mittlerem Einkommen von der Förderung, die sich ohne Subvention womöglich kein neues E-Auto anschaffen würden.
Marken-Ranking: Tesla führt deutlich
Interessant dabei ist, dass die überwiegende Mehrheit der Antragsteller keine minderjährigen Kinder angegeben hat. Rund 65.000 Anträge beziehungsweise zwei Drittel aller Fördernehmer stammen aus Haushalten ohne förderrelevantes Kind. Damit wird auch klar, dass die volle Förderhöhe von 6.000 Euro von vielen nicht erreicht wird. Im Schnitt ergeben sich 4.418 Euro pro Haushalt, ein leichter Anstieg gegenüber den beiden Vormonatsstatistiken mit 4.380 Euro und 4.350 Euro.

Beim Ranking der geförderten Marken zeigt sich auf den drei Spitzenpositionen Konstanz. Tesla liegt mit 12.155 bewilligten Anträgen weit vorne, dahinter behaupten sich wie im Vormonat die beiden Volkswagen-Marken Skoda mit 7.224 und Cupra mit 6.229 Anträgen. Interessant ist die Entwicklung dahinter: Die beiden chinesischen Marken Leapmotor und BYD klettern in der Tabelle hoch. Leapmotor steigt von Rang sechs auf vier mit 5.816 Anträgen, BYD von Platz sieben auf fünf mit 5.814 Anträgen. Sie verdrängen VW und Hyundai, die sich nun im unteren Teil der Top-10 wiederfinden.
Renault ist bei den Fördernehmern beliebter geworden mit einem Sprung von Rang neun auf sechs mit 5.721 Anträgen. Kia und BMW haben ihre Position gegenüber dem Vormonat gehalten. Das Feld liegt hinter den ersten zwei Marken relativ dicht zusammen, sodass auch kommenden Monat wieder Positionswechsel wahrscheinlich sind. Allerdings dürfte die Kernmarke VW schon bald mit ihren neuen E-Kleinwagen auftrumpfen, denn die Auslieferungen von ID. Polo und ID. Cross sollen bald beginnen.
Die Top-10 der geförderten Modelle
Beim Ranking der geförderten Modelle führt das Tesla Model Y mit 8.297 bewilligten Anträgen deutlich. Dahinter folgt der Skoda Elroq mit 5.478 Anträgen, das Tesla Model 3 mit 3.845 und der Citroen e-C3 mit 3.583 Anträgen. Auf Platz fünf liegt der Leapmotor T03 mit 3.561 Anträgen, gefolgt vom VW ID.3 mit 3.541, dem Hyundai Inster mit 3.337, dem BMW iX1 mit 2.939, dem Cupra Born mit 2.806 und dem Dacia Spring mit 2.402 Anträgen. Titelfoto: pixabay


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