Akku-Test

Akku-Test: So wird das Herz des E-Autos gecheckt

Sie möchten wissen, wie fit ihre Antriebsbatterie noch ist? Kein Problem: Wir stellen zwei Möglichkeiten vor, einen Akku-Test vorzunehmen.

Spätestens beim Verkauf eines E-Autos stellt sich die Frage nach dem Zustand der Antriebsbatterie. Wie fit ist das Herz des Elektroautos noch? Wie hoch liegt das tatsächliche Speichervermögen der Batterie im Verhältnis zu deren Neuzustand? Wie viel Energie lässt sich noch entnehmen? Der Gesundheitszustand (State of Health/SoH) des Akkus lässt sich ziemlich exakt mit einem Test feststellen.

Aviloo: Jede Zelle wird gecheckt

Die Reichweitenanzeige alleine genügt nicht, um den Zustand der Antriebsbatterie zu ermitteln, dafür müssen Erkenntnisse über jede einzelne Energiezelle gewonnen werden. Das österreichische Unternehmen Aviloo (www.aviloo.com) hat genau dafür einen Akku-Test entwickelt und vom TÜV zertifizieren lassen. Die Batterie wird dabei unter Normalbedingungen getestet, also bei wechselnden Belastungen des Antriebs. Die Überprüfung können Besitzer eines E-Autos auf Wunsch leicht selbst durchführen:

  • Testbox für das jeweilige Fahrzeugmodell über die Website des Unternehmens bestellen
  • Auto auf 100 Prozent laden
  • Box an die Service-Schnittstelle (OBD) des Wagens anstecken
  • App des Unternehmens herunterladen und installieren, Vorgaben befolgen
  • E-Auto wie gewöhnlich starten und bis auf 10 Prozent Restkapazität fahren
  • Box wieder zurückschicken
  • Das Unternehmen wertet die Daten anschließend aus und schickt ein entsprechendes Zertifikat an den Besitzer des E-Autos.

Das Zertifikat gibt am Ende einen Prozentwert aus, der die Kapazität im Vergleich zum Neuzustand angibt. Ein Ergebnis von 100 Prozent nach dem Akku-Test bedeutet also, dass die beim Test tatsächlich entnommene Energie der nutzbaren Energie im Neuzustand – jeweils laut Herstellerangabe – entspricht. Ein solcher Nachweis kann ein gutes Argument beim Verkauf des E-Autos sein.

Aviloo greift bei seinen Analysen nach eigener Aussage auf Milliarden gesammelter Diagnosedaten zurück, die von einem Algorithmus verarbeitet werden, der mit jeder Analyse neue Daten zur Auswertung erhält.

Mahle: Check in der Werkstatt

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Stuttgarter Automobilzulieferer Mahle mit seinem Akku-Test. Mahle Aftermarket nutzt neben dem OBD-Anschluss des E-Fahrzeugs auch dessen Ladebuchse, um noch mehr Daten über den Zustand des Energiespeichers zu bekommen als nur jene, die der Hersteller über OBD zur Verfügung stellt.

Allerdings können E-Autofahrer den Akku-Test nicht selbst durchführen, sondern müssen in eine Werkstatt kommen. Dort aber sollen alle erforderlichen Daten innerhalb von nur zehn Minuten vorliegen. Die gewonnenen Daten werden an „volytica diagnostics“, einem Softwarenentwickler aus Dresden, gesendet, der sie über seine Cloud auswertet und den Werkstätten, respektive den Autobesitzern, zur Verfügung stellt.

Akkus länger nutzen

Beide Testhersteller wollten ein Verfahren entwickeln, das leicht anwendbar und schnell auszuwerten ist. Laut Mahle hat die Batteriediagnostik einen weiteren, entscheidenden Hintergrund: Mithilfe der Diagnostik könnten jährlich bis zu zwei Millionen Tonnen Batterien mit einem Wert von mehr als 50 Milliarden Euro vor einer vorzeitigen Aussonderung bewahrt und so einem zweiten Leben zugeführt werden. Durch so genannte Second-Life-Anwendungen wie Pufferspeicher in der Photovoltaik kann ein Batterieleben um durchschnittlich fünf Jahre verlängert werden. Titelfoto: VW

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