Denza Z

Denza Z: Frontalangriff auf Porsche

1.600 PS, 350 km/h Spitze und Steer-by-Wire-Technik: Der Denza Z greift die etablierte europäische Sportwagen-Konkurrenz massiv an.

Jetzt auch noch Sportwagen. Vom massentauglichen Kleinwagen über günstige Volks-SUV baut BYD ja inzwischen fast schon alles, was vier Räder hat. Nur ein Modell fürs Image fehlte bislang. So einer wie der elektrische Denza Z. Der segelt allerdings der nicht unter der Flagge von BYD, sondern soll als Produkt der Edel-Tochtermarke Denza die etablierte europäische Sportwagenelite angreifen. Und die amerikanische in Form der Corvette gleich mit.

Warum aber baut der weltgrößte Hersteller von Elektroautos plötzlich einen Sportwagen? Sicher nicht, weil sich mit flachen Coupés besonders viel Geld verdienen lässt. Der Denza Z ist vielmehr ein Statement und wird als solches auch erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. In Goodwood nämlich, der Bühne aller namhaften Sportwagenhersteller. Und mit jeder Menge Tamtam und dem größten Stand der Autoshow. Die Autowelt soll sehen: BYD kann nicht nur Stückzahlen, sondern auch Emotionen.

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Der chinesische Denza Z greift die etablierte europäische Sportwagen-Konkurrenz massiv an. Fotos: Denza

Ursprünglich 2010 als Gemeinschaftsprojekt mit Mercedes-Benz gestartet, gehört Denza jetzt vollständig BYD und übernimmt innerhalb des Konzerns die Rolle des Premiummarke. Der Z steht dabei an der Spitze der Modellpalette und dürfte als Leuchtturmprojekt nur in kleinen Stückzahlen aufgelegt werden. Doch Stückzahlen spielen in diesem Fall keine Rolle. Die bis zu 350 km/h schnellen Modelle Z Coupé und Roadster sind vielmehr sportliche Imageträger und sollen zeigen, dass die Chinesen auch bei Design, Fahrdynamik und Technologie auf Augenhöhe mit den etablierten Herstellern mitspielen.

Der Denza Z soll der sportliche Imageträger werden

Dass man dabei ausgerechnet Porsche ins Visier nimmt, überrascht kaum. Das Image der Schwaben strahlt noch immer weit über die Sportwagenszene hinaus. Ferrari oder Lamborghini bauen exklusive Traumwagen, Porsche dagegen verbindet Fahrdynamik mit Alltagstauglichkeit und verkauft seine Autos in vergleichsweise hohen Stückzahlen. Wer sich in diesem Segment etablieren will, muss sich an den Schwaben messen lassen. Nicht mit abgedrehtem Design, sondern einer Optik, die auch in zehn Jahren noch funktioniert.

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Statt einer futuristischen Lounge setzt Denza auf ein überraschend klassisches Sportwagen-Cockpit.

Und mit einer zeitgemäßen Technik, in der viel Aufwand steckt. Die Basis bilden eine 1000-Volt-Architektur, eine hochintegrierte Antriebseinheit und Carbon-Keramik-Bremsen. Dank Hochvolt-System und neuer Blade-Batterie verspricht Denza extrem kurze Ladezeiten. In nur neun Minuten soll sich die lediglich 76 kWh große Blade-Batterie der zweiten Generation von zehn auf 97 Prozent laden lassen. Selbst bei extremen Minusgraden dauert‘s nach Werksangaben nur drei Minuten länger.

Die Antriebskraft verteilen drei Elektromotoren je nach Bedarf an die Räder, während zwei Stellmotoren der Hinterradlenkung das Einlenkverhalten unterstützen. Herzstück ist jedoch die neue Steer-by-wire-Lenkung. Sie verzichtet vollständig auf eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderrädern. Das Lenkrad lässt sich sogar einklappen, um beim automatisierten Fahren mehr Platz zu schaffen.

Der Akku lädt in neun Minuten auf 97 Prozent

Als Robotauto ist der Z trotzdem nicht entworfen. Im Gegenteil: Statt einer futuristischen Lounge setzt Denza auf ein überraschend klassisches Sportwagen-Cockpit mit tief integrierten Carbon-Schalensitzen, schmalem Instrumentendisplay und großem Zentralbildschirm. Auch das Konzept folgt eher europäischem Vorbild als dem eines kompromisslosen Supersportwagens. Der Denza Z ist als 2+2-Sitzer ausgelegt und soll später auch als Spider angeboten werden. Damit orientiert sich BYD eher an Porsche 911 oder Gran Turismo als an einem radikalen Zweisitzer.

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Dank Hochvolt-System und neuer Blade-Batterie verspricht Denza extrem kurze Ladezeiten.

Steer-by-wire, Fahrwerk, Antrieb und Bremsen arbeiten auf einer gemeinsamen Softwareplattform zusammen. Auffällig ist, dass BYD keinen externen Entwicklungspartner für das Fahrwerk oder die Lenkung nennt. Das passt zu Strategie, immer mehr Schlüsseltechnologien selbst zu entwickeln und im eigenen Konzern zu bündeln, anstatt bei ZF oder Bosch einzukaufen.

In anderen Bereichen setzt Denza dagegen auf europäische Erfahrung. Für Design ist Wolfgang Egger verantwortlich, der zuvor unter anderem für Alfa Romeo, Audi und Lamborghini gearbeitet hat. Aus seiner Feder stammen Autolegenden wie der Alfa 8C Competizione, aber auch Massenmodelle wie Seat Ibiza oder Audi A4 und A6. Seine Aufgabe bei BYD beziehungsweise Denza dürfte darin bestehen, den Marken ein eigenes Gesicht zu geben. Hanno Boblenz/SP-X

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