Feststoffbatterie Verge

Die erste Feststoffbatterie kommt – bei Verge

Das finnische Unternehmen Donut Lab bringt eine Feststoffbatterie, die in nur fünf Minuten vollständig geladen ist.

Das finnische Technologieunternehmen Donut Lab hat eine neue Feststoffbatterie angekündigt, die ab dem ersten Quartal 2026 in Serie produziert wird. Erster Einsatzort: alle 2026er-Modelle von Verge Motorcycles. Die Batterie soll sich in nur fünf Minuten vollständig aufladen lassen – ein Meilenstein für die Elektromobilität.

Donut Lab, ursprünglich ein Startup aus Finnland, gehört inzwischen vollständig zu Verge Motorcycles. Das Unternehmen ist nicht nur auf Batterietechnologie spezialisiert, sondern auch auf den markanten Felgenmotor „Donut Motor 2.0“, der im Modell TS Pro verbaut ist. Neben Batterien und Antrieben entwickelt Donut Lab auch Softwarelösungen für Elektrofahrzeuge – etwa die Entwicklungsplattform DonutOS.

Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2026 in Las Vegas wird Donut Lab seine Feststoffbatterie erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die weltweit erste Festkörperbatterie, die für den OEM-Serieneinsatz bereit ist.

Die Energiedichte soll bei 400 Wh/kg liegen. Donut Lab verspricht eine höhere Reichweite, leichtere Bauteile und deutlich mehr Designfreiheit für Fahrzeughersteller. Bemerkenswert ist auch die Ladezeit: Die Batterie soll in fünf Minuten komplett geladen sein – nicht nur bis 80 Prozent, wie es sonst üblich ist.

Langlebig, temperaturstabil und sicher

Laut Donut Lab übersteht die Batterie mindestens 100.000 Ladezyklen mit nur minimalem Kapazitätsverlust. Sie soll auch unter extremen Bedingungen nahezu konstante Leistung zeigen – sowohl bei minus 30 Grad Celsius als auch bei über 100 Grad. Zudem gibt es keine Hinweise auf Wärmeentwicklung oder Brandgefahr, was sie zur potenziell sichersten Batterietechnologie ihrer Klasse macht.

Donut Lab gibt an, für seine Feststoffzellen ausschließlich verfügbare, kostengünstige und geopolitisch unbedenkliche Materialien zu verwenden. Die Batterie kommt ohne seltene oder kritische Elemente aus und soll im Vergleich zu aktuellen Lithium-Ionen-Batterien deutlich günstiger produziert werden können. Details zu Zellchemie oder Elektrolyt-Zusammensetzung nannte das Unternehmen jedoch nicht.

Verge TS Pro bekommt die neue Batterie

Die neue Zelle feiert ihr Debüt in der TS Pro von Verge Motorcycles. Das Modell, ausgestattet mit dem Donut Motor 2.0, erreicht bis zu 350 Kilometer Reichweite. In nur zehn Minuten lässt sich Strom für 300 Kilometer nachladen – dank der neuen Technologie deutlich schneller als bei bisherigen E-Motorrädern. Optional ist zudem ein Batteriepaket mit erweiterter Reichweite erhältlich: Mit 33,3 kWh Energiespeicher sollen bis zu 595 Kilometer möglich sein. Die Standardversion nutzt 20,2 kWh. Verge zufolge bleibt der Preis trotz der neuen Batterie unverändert.

Feststoffbatterien gelten schon lange als nächste große Entwicklungsstufe der Energiespeicherung. Sie bieten theoretisch höhere Energiedichten, mehr Sicherheit und kürzere Ladezeiten. Erste Modelle mit dieser Technologie fahren bereits in China – meist jedoch mit semi-soliden Elektrolyten. Donut Lab deutet dagegen auf ein echtes All-Solid-State-Design hin, das vollständig ohne flüssige Bestandteile auskommt.

Wenn die technischen Angaben bestätigt werden, könnte Donut Lab eines der ersten Unternehmen weltweit sein, das eine echte Serien-Feststoffbatterie in einem Fahrzeug auf die Straße bringt. Titelfoto: Donut Lab

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