E-Auto Ziel

Die Regierung begräbt das E-Auto-Ziel

Nun glaubt auch die Bundesregierung nicht mehr an das Ziel, bis 2030 15 Millionen E-Autos auf den Straßen zu haben.

Die Bundesregierung hat sich offenbar von ihrem Ziel verabschiedet, 15 Millionen Elektroautos bis zum Jahr 2030 auf deutsche Straßen zu bringen. Eine Festlegung „starrer Zielzahlen“ werde den komplexen Herausforderungen der Transformation zur Elektromobilität nicht gerecht, erklärte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums (BMV) in Berlin.

Das Ziel von 15 Millionen Fahrzeugen war ursprünglich unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgegeben und später von der Regierung unter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bekräftigt worden. Die Pläne zeitnah zu erreichen, galt unter Experten aber schon länger als illusorisch: Aktuell sind erst zwei Millionen vollelektrische Autos unterwegs, bei einem Gesamtbestand von über 49 Millionen Pkw. Statt sich Elektro-Neuwagen zu kaufen, fahren viele Deutsche lieber ihren gebrauchten Verbrenner weiter. Das Durchschnittsalter der zugelassenen Pkw stieg 2025 auf 10,6 Jahre, so betagt war die Autoflotte hierzulande noch nie.

10,6 Jahre: Betagte Autoflotte

Das Bundesverkehrsministerium verwies auf ein „umfassendes Maßnahmenpaket“ zur Steigerung der Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen. Dazu gehört die neue Elektroauto-Kaufprämie für Privatkunden. Je nach Einkommen, Familienstand und anderen Kriterien sind Zuschüsse von 1.500 bis 6.000 Euro möglich.

Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur werde gefördert, zudem habe man einen „Investitions-Booster“ für elektrische Firmenfahrzeuge auf den Weg gebracht, sagte die BMV-Sprecherin.

Kritik kommt von der Opposition. Die Bundesregierung verabschiede sich stillschweigend vom Ziel von 15 Millionen E-Autos bis 2030 – und verkaufe das jetzt als Realismus: „In Wahrheit ist es politische Ambitionslosigkeit“, sagte der Experte für Elektromobilität bei der Grünen-Bundestagsfraktion, Julian Joswig. SP-X/Titelfoto: LeasePlan

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