elektrischen Transporter

Diese elektrischen Transporter ziehen am meisten

Lange galt die Anhängelast als Achillesferse der elektrischen 3,5-Tonnen-Transporter – das hat sich geändert. Die Top 5.

Wer beruflich auf einen Anhänger angewiesen ist – etwa Handwerker mit Bauwagen, Garten- und Landschaftsbauer mit Häckslern oder Kurierdienste mit Wechselbrücken – musste beim Umstieg auf Elektroantrieb lange Zeit Abstriche machen. Batterie und E-Motor kosten Gewicht und Bauraum, die Zugkraft blieb auf der Strecke: Noch vor wenigen Jahren war bei den meisten E-Transportern bei 1.000 Kilogramm Schluss. Das aktuelle Modelljahr zeigt jedoch, dass sich die Technik deutlich weiterentwickelt hat.

Fünf Modelle ragen in der Klasse bis 3,5 Tonnen bei der Anhängelast heraus – wenn auch mit teils erheblichen Unterschieden beim Preis und bei der Reichweite, die im Anhängerbetrieb naturgemäß spürbar sinkt.

Der Ausreißer: Iveco eDaily
Mit großem Abstand vorn liegt der Iveco eDaily. Dank seines robusten Leiterrahmen-Chassis – bei Elektro-Transportern eine Seltenheit – erreicht er als einziges Modell im Vergleich die vollen 3.500 Kilogramm Anhängelast und stellt damit selbst viele Diesel-Konkurrenten in den Schatten. Möglich macht das ein modulares Batteriekonzept, bei dem bis zu vier Batteriemodule zwischen den Rahmenlängsträgern sitzen, ohne die Nutzlast oder das bis zu 19,6 Kubikmeter große Ladevolumen nennenswert zu schmälern. Der Preis dafür: Mit rund 63.000 Euro Einstiegspreis ist der eDaily das teuerste Fahrzeug im Feld.

Reichweiten-Rekord: Renault Master E-Tech
Der Renault Master E-Tech überzeugt gleich doppelt: Mit bis zu 2.450 Kilogramm gebremster Anhängelast liegt er im Elektro-Vergleich auf Platz zwei – und mit einer 87-kWh-Batterie bringt er es zugleich auf die höchste Reichweite unter den vollelektrischen Großraum-Transportern. Die Basisversion mit kleinerem 40-kWh-Akku ist günstiger, zieht dafür aber weniger. Wer die volle Zugkraft ausreizen will, sollte gezielt zur Long-Range-Version mit 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht greifen.

Die Reichweite im Blick behalten

Volumen-Krone: Fiat E-Ducato
Der Fiat E-Ducato (baugleich mit Citroën ë-Jumper und Peugeot e-Boxer) zieht bis zu 2.400 Kilogramm und bietet mit bis zu 17 Kubikmetern das größte Ladevolumen unter den Stellantis-Elektrotransportern. Auch der technisch verwandte Opel Movano Electric erreicht denselben Anhängelast-Wert. Mit einem Einstiegspreis von rund 54.800 Euro positioniert sich der E-Ducato im Mittelfeld – spürbar günstiger als der Iveco eDaily, aber immer noch deutlich teurer als sein Diesel-Pendant.

Der Kompakte: Ford E-Transit Custom
Etwas kleiner dimensioniert, aber bei der Anhängelast erstaunlich stark: Der Ford E-Transit Custom zieht bis zu 2.300 Kilogramm – ein Wert, den viele Diesel-Transporter der gleichen Klasse nicht erreichen. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von rund 3,2 Tonnen und einem kompakteren Ladevolumen von bis zu 6,8 Kubikmetern richtet sich der Custom vor allem an Handwerker und Lieferdienste, die keinen Großraum-Transporter benötigen.

Der Klassiker: Mercedes eSprinter
Der Mercedes eSprinter war lange Zeit ganz ohne Anhängerkupplung zu haben. Die aktuelle Generation schließt diese Lücke und erreicht nun bis zu 2.000 Kilogramm Anhängelast – der niedrigste Wert im Vergleich, aber ein wichtiger Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Mit bis zu 14 Kubikmetern Ladevolumen und einem Basispreis ab rund 59.990 Euro bleibt der eSprinter dennoch die teurere Alternative zum Fiat E-Ducato bei geringerer Zugkraft.

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Alle Angaben sind Herstellerangaben (Stand 2026) für die jeweilige Bestversion und können je nach Batteriegröße, Radstand und Achslastverteilung variieren. Basispreise verstehen sich netto (zzgl. MwSt.) für die günstigste verfügbare Kastenwagen-Konfiguration und können je nach Ausstattungslinie deutlich höher liegen. Tab: KI

Fazit: Zugkraft kostet Reichweite – und Geld
Wer einen Elektro-Transporter mit Anhänger einsetzen will, sollte zwei Dinge einkalkulieren: Erstens sinkt die Reichweite im Anhängerbetrieb spürbar, oft um 30 bis 50 Prozent – ein Faktor, der bei der Tourenplanung berücksichtigt werden muss. Zweitens verlangen die zugkräftigsten Modelle wie der Iveco eDaily oder der Fiat E-Ducato einen deutlichen Aufpreis gegenüber ihren Diesel-Pendants. Wer regelmäßig schwere Lasten ziehen muss, kommt derzeit kaum am Iveco eDaily vorbei – alle anderen sollten genau prüfen, ob die gebotene Anhängelast für den eigenen Einsatzzweck tatsächlich ausreicht. HJM/KI/Titelfoto: Gemini

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