Die elektrische Busflotte wächst. Vor allem Berlin und Hamburg setzen auf den emissionsfreien Linienverkehr.
Die Elektrifizierung des Stadtbusverkehrs in Deutschland kommt voran. Laut einer Studie der Unternehmensberatung PwC waren im vergangenen Jahr in 222 Städten und Regionen E-Busse im Einsatz, 2020 waren sie lediglich in 90 Kommunen unterwegs. Insgesamt sind 4.752 Fahrzeuge auf der Straße, mehr als 4.000 davon fahren batterieelektrisch. Hinzu kommen 628 Brennstoffzellen- und 90 Oberleitungsbusse.
Regional bleibt Hamburg mit 709 E-Bussen das wichtigste Zentrum, vor Berlin mit 277 Fahrzeugen. Auf Länderebene hat Nordrhein-Westfalen erstmals die Marke von 1.000 emissionsfreien Bussen überschritten. Der Großteil der deutschen E-Bus-Flotte stammt dabei von sechs Anbietern: Daimler Buses, Solaris, MAN, VDL, Ebusco und BYD. Zusammen kamen sie auf einen Marktanteil von 90 Prozent.
Der Umstieg ist teuer
Trotz der wachsenden Verbreitung bleibt der Umstieg für die Betreiber teuer. Ein zwölf Meter langer Batterie-Solobus kostete 2025 im Schnitt rund 580.000 Euro und damit fast doppelt so viel wie ein vergleichbarer Dieselbus. Hinzu kommen Investitionen in Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse und die Anpassung von Betriebshöfen.
Für die kommenden Jahre rechnet die Studie trotzdem mit kräftigem Wachstum. Nach den aktuell bekannten Planungen wollen Flottenbetreiber bis 2030 rund 6.400 weitere emissionsfreie Busse beschaffen. Der Bestand könnte damit auf mehr als 11.000 Fahrzeuge steigen.
Insgesamt summieren sich die derzeit bekannten Beschaffungsplanungen über alle Antriebsarten hinweg auf rund 9.660 zusätzliche Busse. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 die Hälfte aller Stadtbusse in Deutschland elektrisch fahren zu lassen, hält PwC damit grundsätzlich für erreichbar. Holger Holzer/SP-X


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