Bidi-Wallbox

Neue BiDi-Wallbox mit 11 kW für zu Hause

Drei Unternehmen haben sich zusammengetan und stellen eine neue BiDI-Wallbox vor. Kostenloses Laden an der heimischen Wallbox.

Um bidirektionales Laden in den Massenmarkt zu bringen, haben The Mobility House, EcoG und der chinesische Hersteller EV-Tech eine neue DC-Wallbox entwickelt. Die ChargeLine BiDi ermöglicht sowohl Vehicle-to-Grid (V2G) als auch Vehicle-to-Home (V2H) und setzt auf aktuelle Industriestandards für maximale Kompatibilität. Preise wurden noch nicht genannt.

Die Partner bezeichnen die Wallbox als ultrakompakt und hocheffizient. Technisch basiert das System auf einer Gleichstromlösung mit 800 Volt und einer Ladeleistung von 11 kW. Diese Leistung entspricht dem Niveau vieler AC-Wallboxen, bietet jedoch die Vorteile direkter DC-Anbindung – insbesondere im Kontext bidirektionaler Anwendungen.

Ein zentrales Merkmal der ChargeLine BiDi ist die breite Unterstützung relevanter Kommunikationsstandards. Neben ISO 15118-20 und OCPP 2.1 werden auch ISO 15118-2 sowie OCPP 2.0.1 und 1.6 unterstützt. Dadurch wird eine hohe Interoperabilität mit bestehenden Fahrzeugen, Ladeinfrastrukturen und Backend-Systemen erreicht. Elektroautos, die ISO 15118-20 unterstützen, können direkt mit der Wallbox kommunizieren und bidirektionale Funktionen nutzen.

Für Energieversorger eröffnet die Lösung ebenfalls neue Möglichkeiten. Über OCPP 2.1 lässt sich die Wallbox in bestehende Steuerungs- und Abrechnungssysteme integrieren. Damit wird bidirektionales Laden nicht nur für Endkunden, sondern auch für Versorger und Flottenbetreiber wirtschaftlich interessant.

Kostenlos laden an der heimischen Wallbox

The Mobility House sieht in der Technologie einen entscheidenden Baustein für die Energiewende. Elektroautos könnten künftig als dezentrale Stromspeicher dienen, Lastspitzen im Netz ausgleichen und gleichzeitig Einnahmen für ihre Besitzer generieren. Dieses Modell soll auch konkrete Anwendung finden: Bereits 2026 plant das Unternehmen einen V2G-Stromtarif für Privatkunden in Deutschland.

Im Fokus stehen zunächst Fahrzeuge wie der vollelektrische Renault 5 sowie der neue Mercedes GLC mit Elektroantrieb. Besitzer solcher Modelle sollen perspektivisch von kostenlosen Ladevorgängen profitieren. Die Gegenfinanzierung erfolgt über die Vermarktung der in den Fahrzeugbatterien gespeicherten Energie am Strommarkt. Mit der ChargeLine BiDi könnte bidirektionales Laden erstmals in größerem Maßstab praktikabel werden – vorausgesetzt, Fahrzeughersteller und Energieversorger ziehen bei Standards und Geschäftsmodellen mit.

The Mobility House hatte im April damit für Aufmerksamkeit gesorgt, dass es ein Angebot einführen will, mit dem Halter von V2G-fähigen Elektroautos diese kostenlos an der heimischen Wallbox aufladen können. Das will The Mobility House gegenfinanzieren, indem es die Batterien der E-Autos als Zwischenspeicher nutzt und Strom bei Bedarf zurück ins Netz speist – mit Gewinn. Ein solches Angebot, gekoppelt an einen eigenen V2G-Stromtarif von The Mobility House Energy für Privatkunden, soll in Deutschland noch in diesem Jahr für den vollelektrischen Renault 5 und den neuen Mercedes‑Stromer GLC herauskommen. Titelfoto: The Mobilty House

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