Nutzfahrzeugmarkt: Trotz kräftiger Wachstumsraten bleibt das Tempo der Elektrifizierung hinter den Erwartungen zurück.
Elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge gewinnen in Europa zunehmend an Bedeutung. In den ersten neun Monaten 2026 legten die Neuzulassungen von Transportern, Lkw und Bussen mit extern aufladbaren Antrieben jeweils deutlich zweistellig zu. Besonders kräftig fiel das Wachstum bei Lkw aus. Insgesamt entwickelte sich der Nutzfahrzeugmarkt in der EU allerdings uneinheitlich, wie aktuelle Zahlen des europäischen Herstellerverbands ACEA zeigen.
Bei leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen stiegen die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38,2 Prozent auf knapp 152.000 Einheiten. Ihr Marktanteil erhöhte sich damit von 10,2 auf 14,1 Prozent. Trotz eines Rückgangs um 3,6 Prozentpunkte bleibt der Diesel mit 78,1 Prozent die mit Abstand wichtigste Antriebsart. Insgesamt stagnierte der Transportermarkt bei rund 1,07 Millionen Neuzulassungen. In Deutschland gingen die Zulassungen um 4,1 Prozent zurück.
Transporter: BEV und PHEV plus 38,2 Prozent
Dynamischer entwickelt sich der Elektroantrieb bei Lkw über 3,5 Tonnen. Hier stiegen die Neuzulassungen von extern aufladbaren Fahrzeugen um fast 50 Prozent auf knapp 12.900 Einheiten. Der Marktanteil kletterte auf 5,3 Prozent. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Gewichtsklassen. Bei mittelschweren Lkw bis 16 Tonnen verfügt inzwischen fast jedes fünfte Neufahrzeug über einen elektrischen Antrieb. Bei schweren Lkw ab 16 Tonnen liegt der Anteil trotz eines Zulassungsplus von knapp 60 Prozent erst bei 2,5 Prozent.
Deutschland spielt bei der Elektrifizierung des Lkw-Verkehrs eine wichtige Rolle. Hierzulande stiegen die Neuzulassungen elektrischer Lkw um 77,2 Prozent auf rund 5.600 Einheiten. Damit entfielen mehr als 40 Prozent aller EU-Neuzulassungen mit E-Antrieb auf die Bundesrepublik. In der EU wurden rund 245.000 neue Lkw zugelassen, 7,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Diesel dominiert den Markt weiterhin mit einem Anteil von 91,7 Prozent.
E-Busse: Zulassungen plus 37,6 Prozent
Bei Bussen ist die Elektrifizierung bereits deutlich weiter fortgeschritten. Auch hier setzt sich der Aufwärtstrend fort. Die Zahl der Neuzulassungen elektrischer Modelle stieg um 37,6 Prozent, ihr Marktanteil erhöhte sich von 22,1 auf 26,4 Prozent. Damit verfügt inzwischen mehr als jeder vierte neue Bus in der EU über einen extern aufladbaren E-Antrieb. In Deutschland verlief die Entwicklung allerdings gegenläufig: Hier gingen die Zulassungen entsprechender Busse um 30,4 Prozent zurück. EU-weit bleibt der Diesel mit einem Marktanteil von 58,4 Prozent die wichtigste Antriebsart. Insgesamt legte der europäische Busmarkt um 15,2 Prozent auf knapp 32.700 Neuzulassungen zu.
Der ACEA zufolge schreitet die Elektrifizierung des Nutzfahrzeugmarktes zwar voran, allerdings noch nicht im erforderlichen Tempo. SP-X/Titelfoto: Mercedes-Benz


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