Porsche ergänzt die elektrisch angetriebene Macan-Baureihe nun um den GTS. Der mag es sportlich.
GTS – drei Buchstaben, die bei Porsche für besonders sportliche abgestimmte Fahrzeuge stehen. Das gilt auch für den neuen E-Macan GTS. Das nunmehr fünfte Modell der vollelektrischen Baureihe ist besonders auf Agilität und Querdynamik ausgelegt. Dazu trägt der Allradantrieb mit dem elektrischen Porsche Traction Management (ePTM) maßgeblich bei.

Wenn es um Leistung geht, steht der Turbo nach wie vor an der Spitze der Macan-Baureihe. 430 kW (584 PS) und eine Overboost-Leistung von 470 kW (639 PS) bei einem maximalen Drehmoment von 1.130 Newtonmetern (Nm) sind schon eine echte Ansage.
Doch der neue Macan GTS ist mit 380 kW (516 PS) bei einem Drehmoment von 955 Newtonmetern mit Lauch Control und einer Overboost-Leistung von 420 kW (571 PS) alles andere als ein Schwächling. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt mit der Lauch Control in 3,8 Sekunden, in 13,3 Sekunden klettert die Tachoanzeige auf die Marke 200 und in der Spitze schafft der GTS 250 Kilometer pro Stunde.
Um die Performance zu optimieren, hat Porsche dem GTS außer Allradantrieb und ePTM noch weitere Helfer spendiert. Die schon im Turbo verbaute elektronisch geregelte Quersperre des Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus) an der Hinterachse unterstützt nun auch den GTS je nach Fahrsituation in Sachen Stabilität, Traktion und Querdynamik. Außerdem verfügt die besonders sportliche Macan-Variante serienmäßig über eine Sport-Luftfederung mit Niveauregulierung und dem Porsche Active Suspension Management (PASM). Die Dämpfer wurden dabei ebenso wie die Stabilisatoren speziell auf die DNA eines Gran Turismo Sport aus der Porsche-Familie abgestimmt. Die Karosserie lässt sich zudem um zehn Millimeter absenken und im Offroad-Niveau um 30 Millimeter anheben.

Die Kraft immer da, wo sie benötigt wird
Mit der Einführung des Elektro-Macan wurde die Leistungselektronik genutzt, um die Reaktionszeit des bislang eingesetzten Porsche Traction Management (PTM) deutlich zu erhöhen. Das daraus resultierende ePTM regelt, so die Porsche-Ingenieure, gut fünf Mal schneller als ein konventioneller Allradantrieb und reagiert in Millisekunden auf Schlupf. Ziel ist es dabei, die Kraft an das Rad zu liefern, das in dem Moment die meiste Kraft benötigt.
Im Normal-Modus ist die Antriebsverteilung auf hohe Effizienz und Reichweite ausgelegt. Das bedeutet, dass so oft wie möglich der Heckantrieb genutzt wird. In den Modi Sport und Sport Plus liegt der Fokus des ePTM auf optimaler Traktion. Dann wird der Antrieb an der Vorderachse häufiger dazugeschaltet. Im Offroad-Fahrmodus schließlich schaltet der Macan auf Allradantrieb mit Schlechtwege-Spezifikation um. Eine virtuelle Längssperre begrenzt dann die Drehzahldifferenz zwischen Vorder- und Hinterachse.
Wie beim Macan Turbo kommt auch beim Macan GTS der von Porsche entwickelte Performance-Hinterwagen zum Einsatz. Die dort platzierte E-Maschine ist ebenfalls mit der aus dem Turbo identisch. Die Lage des E-Motors ermöglicht ein hecklastige Gewichtsverteilung von 48:52.
Das Zusammenspiel dieser technischen Maßnahmen führt in Kombination mit der sehr direkten Lenkung und nicht zuletzt der in diesem Fall verbauten, optionalen Hinterachslenkung dazu, dass der Macan GTS mit beeindruckender Präzision um die Ecken fegt. Der Stromer weicht selbst bei richtig flotter Fahrt nicht einen Zentimeter von der vorgegebenen Linie ab.

Macan GTS: Die Traktion ist bestechend
Auch plötzliches Beschleunigen in der Kurve bringt den Wagen nicht aus der Ruhe. Auf feuchten Straßen in den Höhenlagen der französischen Seealpen spielt der GTS schließlich seine ganze Klasse aus. Die Traktion ist jederzeit bestechend. Von Schlupf keine Spur. Der Macan bietet Fahrspaß in Reinkultur. Serienmäßig rollt der GTS übrigens auf 21 Zoll großen Leichtmetallrädern in exklusivem Anthrazitgrau. Optional erhältlich sind 22-Zoll-Räder im RS-Spyder-Design und gleicher Lackierung.
Trotz der generell sportlichen Ausrichtung ist das Fahrwerk keinesfalls bretthart. Die von Regen und Kälte oftmals heftig ramponierten Straßen passiert der Elektriker absolut souverän. Stöße und Schläge kommen so gut wie gar nicht im Passagierabteil an. Die Spreizung von Komfort bis Sportlichkeit ist extrem breit. Ein wesentlicher Grund dafür sind die Dämpfer des PASM, die Einkammer-Zweiventil-Technik nutzen. Da Zug- und Druckstufe deshalb individuell angesteuert werden können, ist das Umschalten vom komfortablen Fahren zu optimaler Performance in Bruchteilen von Sekunden möglich.
Klar, dass bei rasanter Fahrweise die WLTP-Reichweite von 586 Kilometern bei einem Normverbrauch von 18,5 kWh in weite Ferne rückt. Wir sind bei fraglos zügiger Fahrweise über etwa 280 kurvenreiche und bergige Kilometer bei Temperaturen zwischen drei und 13 Grad über Null auf einen Verbrauch von 26,6 kWh gekommen. Bei einer Nettokapazität der Batterie von 95 kWh würde das trotz der ambitionierten Fahrweise für mehr als 350 Kilometer reichen.

Aufgrund der 800-Volt-Technologie hat der GTS, wie alle anderen Varianten der Baureihe, eine Ladeleistung von bis zu 270 kW. Unter besten Bedingungen dauert es 21 Minuten, um den Energiegehalt der Batterie von zehn auf 80 Prozent zu bringen. Der serienmäßige On-Board-Lader ermöglicht das Laden mit 11 kW. Optional bietet Porsche jetzt für den Macan GTS auch eine 22-kW-Alternative an.
2,5 Tonnen Anhängelast
Wie für GTS-Modelle von Porsche üblich, sind viele Elemente wie etwa Radlaufblenden und Schweller in schwarz gehalten. Das gilt ebenfalls für die Lippen der Bugverkleidung und des adaptiven Heckspoilers. Beides ist im neuen Sport-Design-Paket enthalten. Das gibt es jetzt für alle Macan-Varianten, wird dem GTS allerdings generell mit auf den Weg gegeben. Außerdem ist der Gran Turismo Sport der erste Macan, der 2,5 statt bisher zwei Tonnen an den Haken nehmen kann. Die 500 Kilogramm mehr kann nachträglich in den Porsche-Werkstätten bis auf den Macan mit Heckantrieb für alle Versionen eingetragen werden. Die überragt der GTS in der Länge mit 4,81 Metern um drei Zentimeter. Während die Breite inklusive Außenspiegel bei 2,15 Metern bleibt, rückt der GTS um zwei Zentimeter näher an die Straße, ist 1,61 Meter hoch. Der Radstand beträgt nach wie vor 2,89 Meter, und der Frunk bleibt mit einem Fassungsvermögen von 84 Litern unverändert. Der Kofferraum hat ein Volumen von 476 Litern und kann bis auf 1.348 Liter erweitert werden.

Zu den Besonderheiten, die Porsche dem GTS spendiert hat, zählen die mit Race-Tex bezogenen 18-Wege-Sportsitze, das Sport Chrono Paket, das Interieur-Paket Carbon, das beheizbare GT-Sportlenkrad sowie zwei speziell komponierte Soundprofile – eines für den Modus Sport, eines für Sport Plus. Und natürlich ist das Kürzel GTS ein Garant für ein hohes Maß an Agilität und Querdynamik.
Das alles lässt sich Porsche allerdings auch gut bezahlen. 104.200 Euro weist die Preisliste für die Basisversion des Modells aus. Das sind immerhin 11.300 Euro weniger als für den Macan Turbo aufgerufen werden. Und hinter dem muss sich der GTS in Sachen Performance nun wirklich nicht verstecken.


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