Während VW in China noch am Turnaround feilt, plant Partner Xpeng bereits mit bis zu sieben Modellreihen für Europa.
XPeng inszeniert sich in Deutschland als einer der fortschrittlichsten E-Marken aus China – und als Technologiepartner, auf den sogar Volkswagen setzt: Der Wolfsburger Konzern hält für rund 700 Millionen Euro fünf Prozent am Newcomer und entwickelt in China bereits gemeinsam neue Modelle. Während VW dort mit Hilfe der Chinesen wieder Tritt fassen will, feilt XPeng parallel an seinem Produktprofil für Europa.
2025 trugen hierzulande vor allem die 800-Volt-Modelle G6 und G9 – mit rund 95 Prozent der Verkäufe – das Geschäft. Schnelle Ladezeiten, hohe Systemleistungen bis hin zu Performance-Varianten mit deutlich über 500 PS, Allradantrieb und weitgehende Serienausstattung sollen XPeng im Umfeld etablierter Hersteller positionieren.

Kommen Range-Extender-Antriebe?
Jetzt rücken weitere Baureihen in den Vordergrund: kleinere und damit günstigere SUV unterhalb des G6 auf 400-Volt-Basis, die den Einstieg in die Marke erleichtern sollen, sowie neue Varianten am oberen Ende des Portfolios. Dazu zählt der bereits vorgestellte X9 als komfortorientierter Van mit optionaler Hinterachslenkung und bis zu sieben Sitzen, ebenso wie sechssitzige und siebensitzige Ableger des großen G9. Parallel prüft XPeng, ob künftig auch Range-Extender-Antriebe nach Deutschland kommen, um Kunden mit hohem Langstreckenanteil oder eingeschränkter Schnelllade-Infrastruktur zusätzliche Optionen zu bieten. Bis 2027 wird das Angebot damit von jetzt drei auf sieben Modelle wachsen.
Ein weiterer Baustein der Europa-Strategie ist eine Fertigung bei Magna Steyr in Graz. Eine Endmontage der Modelle G6, G9 und P7+ in Österreich verkürzt Lieferzeiten, verringert Wechselkursrisiken und stärkt das Vertrauen der Kunden in eine verlässliche Versorgung mit Fahrzeugen und Teilen – ein Argument, das vor allem für Flottenbetreiber und das Händlernetz eine Rolle spielt und XPeng zugleich ein Stück europäische Verankerung im bislang klar chinesisch geprägten Markenbild verschaffen würde. Für VW entwickelt sich XPeng damit vom reinen Lieferanten von China-Know-how zu einem möglichen Vorbild für Technikpfade, denen man in Wolfsburg lange Zeit eher mit Skepsis begegnet ist. SP-X/Titelfoto: XPeng


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