In Europa wächst der Markt für Elektroautos deutlich schneller als der Gesamt-Pkw-Markt. BEV legen in 2025 um 29,9 Prozent zu.
In der Europäischen Union wurden 2025 insgesamt 1.880.370 Batterie-elektrische Pkw neu zugelassen – ein Plus von 29,9 Prozent gegenüber 2024. Damit erreichten reine Elektroautos einen Marktanteil von 17,4 Prozent an allen Neuzulassungen, nachdem sie im Vorjahr noch bei 13,6 Prozent lagen. Der gesamte EU-Pkw-Markt wuchs im gleichen Zeitraum nur um 1,8 Prozent und bleibt damit weiter unter dem Niveau vor der Covid‑19‑Pandemie.
Der Branchenverband ACEA sieht trotz der Rekordzahlen weiteres Potenzial: Der Marktanteil der BEV entspreche zwar den Prognosen, lasse aber „noch Raum für Wachstum, um mit dem Wandel Schritt zu halten“. Hybridfahrzeuge sind aktuell die meistgewählte Antriebsform, Plug‑in‑Hybride festigen ihre Stellung.

Denn diese kamen 2025 in der EU auf einen Marktanteil von 9,4 Prozent und liegen damit bereits vor reinen Diesel-Pkw, die nur noch auf 8,9 Prozent kommen. Zusammen mit den BEV verfügen Fahrzeuge mit Ladeanschluss damit über 26,8 Prozent Anteil an allen Neuzulassungen.
Noch stärker sind sogenannte Hybrid Electric Vehicles (HEV) vertreten, die mit 34,5 Prozent Marktanteil die größte Antriebsgruppe bilden. In dieser Kategorie fasst der ACEA jedoch alle Stufen der Elektrifizierung zusammen – von 48‑Volt‑Mildhybriden bis zu Vollhybriden. Viele dieser Fahrzeuge fahren in der Praxis weiterhin überwiegend mit Verbrennungsmotor, sodass der reale Anteil rein elektrisch zurückgelegter Kilometer geringer ausfällt, als es die Statistik vermuten lässt.
Deutschland vorne, Polen mit größtem Wachstum
Die vier größten Märkte – Deutschland, Frankreich, Niederlande und Belgien – stehen zusammen für rund 62 Prozent aller BEV-Neuzulassungen in der EU.
- Deutschland verzeichnete 2025 ein Plus der BEV-Zulassungen um 43,2 Prozent.
- Die Niederlande legten um 18,1 Prozent zu.
- Belgien wuchs um 12,6 Prozent.
- Frankreich erreichte ein Plus von 12,5 Prozent.
Weitere wichtige Märkte mit sechsstelligen BEV-Zahlen sind Dänemark mit 126.542 neuen Elektroautos (+42,0 Prozent) und Spanien mit 101.627 BEV (+77,1 Prozent). Schweden verfehlte mit 99.723 elektrischen Neuwagen (+5,7 Prozent) die 100.000er Marke nur knapp. Das höchste relative Wachstum zeigte Polen, wo sich die Neuzulassungen von 16.564 auf 43.311 BEV mehr als verdoppelten (+161,5 Prozent).

Nur fünf EU-Länder verzeichneten rückläufige BEV-Zahlen, überwiegend kleinere Märkte, in denen einzelne Förderprogramme oder Herstelleraktionen die Statistik stärker beeinflussen.
Nicht-EU-Märkte: 2,59 Millionen BEV
Auch in den Nicht‑EU‑Märkten Europas legten Elektroautos zu. Unter den EFTA-Ländern bleibt Norwegen mit über 172.000 neuen BEV (+50,6 Prozent) Spitzenreiter, während Island mit 125 Prozent das größte prozentuale Wachstum verzeichnete.
Im Vereinigten Königreich stiegen die BEV-Neuzulassungen um 23,9 Prozent auf 473.348 Fahrzeuge. In der gesamteuropäischen Betrachtung (EU + EFTA + UK) liegt das Vereinigte Königreich damit hinter Deutschland, aber vor Frankreich auf Platz zwei der größten BEV-Märkte. Zusammengenommen wurden in diesen Regionen 2.585.187 Elektroautos neu zugelassen, was einem Marktanteil von 19,5 Prozent entspricht.
In der Markenstatistik trennt der ACEA die Antriebsarten nicht, sodass eine klare Aussage nur für reine Elektrohersteller möglich ist. Tesla kam 2025 in der EU auf 150.504 Neuzulassungen – ein Rückgang um 37,9 Prozent gegenüber 242.436 Fahrzeugen im Jahr 2024. Der Marktanteil sank damit von 2,3 auf 1,4 Prozent, womit Tesla nun auf einem Niveau mit Suzuki liegt.
Im Dezember 2025 brachte Tesla in der EU 21.485 Fahrzeuge neu auf die Straße, 31,9 Prozent weniger als die 31.567 Einheiten im Dezember 2024.
Tesla verliert, BYD legt stark zu
BYD, das in Europa sowohl Elektroautos als auch Plug‑in‑Hybride verkauft, erreichte 2025 in der EU 128.827 Neuzulassungen und einen Marktanteil von 1,2 Prozent – ein Zuwachs von 227,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Setzt sich dieser Trend fort, dürfte BYD Tesla 2026 bei den Gesamtzulassungen überholen, auch wenn aus der Statistik nicht ersichtlich ist, welcher Anteil davon auf reine BEV und welcher auf PHEV entfällt.
Die ACEA-Zahlen zeigen, dass Elektroautos in Europa spürbar an Fahrt gewinnen, aber noch nicht die dominante Antriebsart sind. Während der Verbrenner-Anteil weiter sinkt und elektrifizierte Antriebe in Summe die 50‑Prozent‑Marke überschreiten, bleibt der BEV-Anteil unter 20 Prozent.
Für die kommenden Jahre wird entscheidend sein, wie schnell Infrastruktur, Modellangebot und politische Rahmenbedingungen den Umstieg erleichtern – und welche Hersteller ihre Produktpaletten und Preisstrategien am besten auf die wachsende, aber zugleich sensibler gewordene Nachfrage nach E‑Autos ausrichten. Titelfoto: KI-generiert


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