Im Testzeitraum von 14 Tagen fallen uns an einem Auto nicht nur viele Kleinigkeiten auf. Das Test-Tagebuch liefert einen Überblick. Der Kandidat: MG S5 EV Long Range Luxury.
25.02.2026: Dieser Tage stellt sich wieder ein spannender Kandidat in der Redaktion vor: der MG S5 EV. Spannend deswegen, weil er mit einer Länge von knapp 4,50 Metern in der Liga der kompakten – und massenhaft verkauften – SUV spielt und damit gegen Mitbewerber wie VW ID.4, Skoda Elroq, BYD Atto 3 oder Ford Explorer antritt.

Wir fahren den S5 in der Long Range-Variante mit 64 kWh großem Nickel-Kobalt-Mangan-Akku (davon 62,1 kWh nutzbar) und 170 kW (231 PS) starkem E-Motor. Das Duo soll laut WLTP eine Reichweite von 480 Kilometer erlauben. Es gibt den S5 EV aber auch in einer Basisvariante mit 125 kW (170 PS) und 49 kWh großen LFP-Akku für eine Reichweite von 340 Kilometer.

Eine erste Vollladung wies eine Reichweite von 442 Kilometer aus. Angesichts eines Normverbrauchs laut WLTP von 15,5 kWh je 100 Kilometer erscheint diese Angabe recht optimistisch. Nun, wir werden sehen beziehungsweise erfahren.
Reichweitenangabe: 442 Kilometer
Die Marke MG hat in Deutschland einen recht erfolgreichen Markteintritt gefeiert mit den Modellen HS PHEV oder dem kompakten MG4. So konnte man im vergangenen Jahr mit knapp 26.500 Zulassungen eine Steigerung zum Vorjahr von 26,2 Prozent verbuchen. Auch das Händlernetz ist mit mittlerweile rund 150 Partnern recht gut ausgebaut.
Und auch der erste Eindruck vom S5 kann durchaus positiv stimmen: Die Materialien im Innenraum wirken keineswegs billig, einfaches Plastik findet sich nur da, wo man es nicht sieht. Auch die Verarbeitung macht einen guten Eindruck. Auf einen Startknopf verzichtet die Marke, diese Funktion übernimmt der Fahrersitz. Allerdings gibt sich der Innenraum nicht allzu farbenfroh: Nicht nur die Außenfarbe ist dunkelgrau/anthrazit, auch innen beherrschen diese Farbtöne das Ambiente. Eine Wahl im Konfigurator hat der Kunde nur bei der Außenfarbe (sechs werden angeboten).
So weit zur ersten Sitzprobe, nun machen wir uns auf zur ersten ausgedehnten Runde.
28.02.2026: Erfreulich unkompliziert ist der Startvorgang im S5: reinsetzen, Bremse treten, läuft. Leider braucht die Elektronik danach noch vier, fünf Sekunden, bis auch sie bereit ist und das Bild der Rückfahrkamera überträgt. Aber das ist Gewohnheitssache. Auch das Radio startet mit Zeitverzug.

Der Touchscreen ist groß genug, aber nicht überdimensioniert, bestens ablesbar und weitgehend gut zu bedienen. Und auch die Menüstruktur erschließt sich schnell: Die Bedienfelder sind meist so groß dargestellt, dass sie anderen Herstellern als Vorbild dienen können. Praktische separate Tasten wie beispielsweise für die elektrische Heckklappe oder die Autohold-Funktion bietet der MG nicht, sie befinden sich in einem „Swipe-down-Menü“, das man über den oberen Bildschirmrand erreicht.
Dort findet sich auch die wichtigste Taste, die für das Ausschalten des EU-Tempo-Blingblings. Zudem kann man Assistenten, auf deren Arbeit man wenig Wert legt, abschalten und dies dort ebenfalls speichern. Im R4, unserem vorherigen Testwagen, gab es diese Möglichkeit auch. Wir würden uns wünschen, dass auch andere Hersteller dem Beispiel folgen.
Testrunde: 20,0 kWh je 100 Kilometer
Der 170 kW starke Motor reagiert flugs auf den Befehl des rechten Fußes, zieht lässig von dannen und schafft den Sprint auf 100 km/h in 6,3 Sekunden. Schluss ist bei 170 km/h. Das Fahrwerk macht seine Sache ordentlich, federt aber nicht ganz so sensibel wie einige Wettbewerber.
Für wichtige Funktionen wie Außenspiegel, Temperatur und Lautstärke setzt MG weiter auf Drehknöpfe, das macht vieles einfacher. Sitz- und Lenkradheizung sind dauerhaft auf dem Touchscreen eingeblendet.
Wie erwähnt soll der S5 EV sich mit 15,3 kWh auf 100 Kilometer begnügen. Bei unserer Testrunde über diese Strecke bei 10 Grad Außentemperatur war er davon weit entfernt: Wir maßen 20,0 kWh. Das lässt sich im Sommer sicherlich unterbieten. Doch ob es 15,3 werden…

03.03.2026: Auch wenn die Temperaturen in den vergangenen Tagen gestiegen sind, so richtig sinken mag der Verbrauch nicht. Nach einigen kürzeren Strecken verweilt er immer noch rund um die 20 kWh je 100 Kilometer. Immerhin: Nach einer 50 Kilometer langen Fahrt bei um die 15 Grad Celsius wies der Bordcomputer 17,5 kWh aus.
Davon abgesehen, soll es heute mehr um Raum und Preise gehen. Wie schon erwähnt, zählt der S5 EV zu den SUVs im C-Segment – und entsprechend auskömmlich sitzt man vorne wie hinten. Der elektrisch verstellbare Fahrersitz lässt sich weit nach unten fahren, so dass auch große Menschen gut sitzen, ohne an die Decke zu stoßen. Hinten finden zwei Erwachsene gute Platzverhältnisse, auch hier muss niemand Angst vor zu wenig Kopffreiheit haben.

Der Kofferraum bietet Platz für 453 Liter Gepäck, was Klassendurchschnitt entspricht. Legt man die Rücksitzlehnen um, ergibt sich eine fast ebene Fläche mit 1.441 Liter Raumangebot. Indes: Einen Frunk gibt es nicht. Dafür findet sich unter dem Laderaumboden ein üppiges Fach für Kabel und sonstiges.
750 Kilogramm Anhängelast
An den Haken nehmen darf das Fahrzeug gebremst wie ungebremst 750 Kilogramm, die Dachlast beträgt 75, die Zuladung 395 kg. Eine Stützlast gibt MG Motor nicht an.
Noch ein Wort zur Preisgestaltung: MG bietet drei Varianten und zwei Ausstattungslinien für den S5 an. Die Standard-Range Variante (49 kWh, 340 km Reichweite) gibt es nur mit der niedrigerer Comfort-Ausstattung für 37.990 Euro. Die Long-Range-Variante (Comfort: 42.990 Euro) kann auch mit der Luxury-Ausstattung kombiniert werden und kostet dann 44.990 Euro. Zusätzliche Extras zu den Paketen bietet MG nicht an; lediglich eine andere Farbe als Blau ist wählbar – für 650 Euro Aufpreis.
06.03.2026: Bevor wir uns der Leistung des MG S5 EV an der Ladesäule zuwenden, sei vorausgeschickt, dass man über den Routenplaner nicht nur die nächste Schnellladesäule einer bestimmten Marke suchen lassen kann (auch per Sprachbefehl). Der Planer weist auch auf längeren Strecken auf Lademöglichkeiten hin und verknüpft sie mit der Route. Wie gut das funktioniert konnten wir allerdings nicht eruieren.

„Unser“ EnBW-Lader war also schnell ins System eingegeben, wobei die Vorkonditionierung beim S5 nicht per Taste angeschaltet wird. Man findet lediglich eine Funktion zum Antippen für eine „automatische“ Batterieheizung, die den Akku bei niedrigen Temperaturen wärmt.
Ob das auch bei Temperaturen um die null Grad funktioniert, konnten wir in den ersten warmen Tagen des Jahres nicht ausprobieren. Wir kamen nach einer 30-minütigen Fahrt bei einer Temperatur von 15 Grad am Lader an. Der Rest-SoC betrug 14 Prozent. Unter diesen Bedingungen kletterte die Kurve schnell auf die Maximalleistung und hielt diese 137 kW bis 60 Prozent SoC, bevor sie dann auf 70 kW abfiel.
Laut Datenblatt beträgt die Maximalleistung 139 kW. Wir schafften die Ladung auf 80 Prozent ergo in 28 Minuten – exakt so lange wie von MG vorgegeben. Die durchschnittliche Ladeleistung lag bei 95,6 kW. Die Reichweite von 100 Prozent SoC bis zum Ladestopp lag bei 264 Kilometer.
Noch ein Wort zur Ausstattung der Luxury-Version: Sie bietet vieles, aber auch nicht alles. So fehlt ein Head-up-Display ebenso wie belüftete Sitze. Auch ein Panorama-Glasdach gibt es nicht. Wie kurz die Liste der Extras (Farbe) ist haben wir ja bereits erwähnt.


15,3 Liter?
Ich bin heute 85km gefahren bei 10Grad. 60km davon waren Autobahn. Ich hatte einen Verbrauch unter 15kWh/100km
Entschulding, gemeint waren natürlich kWh