Wunderakku donut lab

Wunderakku von Donut Lab: Der zweite Test

Donut Lab veröffentlicht neue Testergebnisse zu seiner Feststoffbatterie: Nun geht es um das Verhalten bei hohen Temperaturen.

Im Rahmen der Kampagne „I Donut Believe“ hat das finnische Technologieunternehmen Donut Lab neue Ergebnisse zu seiner umstrittenen Feststoffbatterie vorgestellt. Der aktuelle Bericht konzentriert sich auf das Verhalten der Zelle bei hohen Temperaturen und basiert auf Messungen des staatlichen Forschungsinstituts VTT. Den ersten Test zum Schnellladen finden Sie hier.

Der „Donut Lab Solid-State Battery V1 High Temperature Performance Test“ ist bereits die zweite Untersuchung der Zelle durch VTT. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Feststoffbatterie durch unabhängige Tests zu validieren. Donut Lab hatte das Modell im Januar auf der CES präsentiert, damals jedoch kaum technische Details offengelegt. Nun sollen durch die Tests die angekündigten Leistungsversprechen überprüft werden.

Für die Messungen nutzte VTT eine Donut-Lab-Zelle mit 26 Ah Kapazität und 94 Wh Energiegehalt. Die Batterie wurde in einer Weiss LabEvent-Testkammer mit einem PEC ACT0550-Zelltester belastet. Im Gegensatz zur ersten Testreihe legten die Forscher ein 2,4 Kilogramm schweres Stahlgewicht auf die Zelle, um mechanischen Druck zu simulieren. Insgesamt wurden drei Lade- und Entladezyklen unter unterschiedlichen Temperaturbedingungen durchgeführt – bei 20, 80 und 100 Grad Celsius.

Ergebnisse: Hohe Stabilität bei 80 und 100 Grad

Laut VTT zeigte die Donut-Batterie eine bemerkenswerte Temperaturstabilität. Bei 80 Grad erreichte sie 110,5 Prozent der Entladekapazität im Vergleich zur Messung bei 20 Grad, bei 100 Grad noch 107,1 Prozent. Besonders betont Donut Lab, dass die Zelle nach jedem Hochtemperaturtest problemlos wieder geladen werden konnte. CTO Ville Piippo spricht daher von einem „Nachweis außergewöhnlicher Hitzebeständigkeit und Sicherheit“.

Allerdings verlor die im Test verwendete Pouchzelle (DL2) nach dem 100-Grad-Test ihr Vakuum. Während dies üblicherweise als Defekt gilt, wertet Donut Lab es als Erfolgsbeweis: Die Zelle sei trotz der beschädigten Hülle voll funktionsfähig geblieben. Das Unternehmen begründet die Hitzebeständigkeit mit dem Verzicht auf flüssige Elektrolyte – ein typisches Schwachstellenmerkmal herkömmlicher Lithium-Ionen-Zellen.

Experten zweifeln weiter an der Zellchemie

VTT weist in seinem Bericht darauf hin, dass die getestete Zelle „vom Kunden als Festkörperbatteriezelle identifiziert“ wurde, die Materialzusammensetzung selbst aber nicht verifiziert ist. Fachleute äußern daher weiter Zweifel, ob es sich tatsächlich um eine lithiumfreie Feststoffzelle handelt. Kritische Stimmen wie der Batterieexperte Joachim Sann (Universität Gießen) oder der YouTuber Ryan Inis Hughes sehen in den bisherigen Testmethoden keine ausreichenden Belege für die revolutionären Behauptungen von Donut Lab.

Ob Donut Lab tatsächlich eine marktreife Feststoffbatterie entwickelt hat, bleibt weiterhin offen. Sicher ist nur, dass die neue Testreihe die Diskussion unter Forschern und Fachleuten erneut angefacht hat. Erst unabhängige Untersuchungen, die auch die Zellchemie analysieren, werden endgültige Gewissheit bringen. Titelfoto: Donut Lab

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