Der ADAC hat für die FAZ die TCO-Kosten von Verbrennern und Stromern verglichen. Erneut fährt die E-Variante günstiger.
Immer wieder wird ja gestritten, welches Fahrzeugkonzept günstiger fährt: der Verbrenner oder das vergleichbare Elektroauto. Meist endet die Rechnung zugunsten des Stromers. Trotz der oft immer noch höheren Preisen und der schlechteren Restwerte unterbieten sie die Verbrenner durch niedrigere Unterhalts- und Energiekosten.
Die jüngste Berechnung stammt nun vom ADAC in Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Und auch in diese Rechnung hat das E-Auto die Nase vorn. Das Spannende bei dieser Berechnung: Es wurde sowohl die aktuellen Spritpreise als auch die von vor der Iran-Krise beim Verbrenner als auch unterschiedliche Stromkosten berücksichtigt.
Daraus ersichtlich wird auch, wie stark sich die höheren Spritpreise durch den Iran-Krieg auf die monatlichen Kosten des Verbrenners auswirken.
Hyundai Kona vs VW Passat/ID.7
Verglichen haben FAZ/ADAC zwei typische Fahrzeugpaare: den Hyundai Kona als Benziner und Stromer sowie den VW Passat Variant und den elektrischen ID.7 Tourer.
Erhebliche Unterschiede gibt es beim Preis: Kostet der Hyundai Kona 1,6 31.999 Euro, muss man für den rein elektrischen Kona 39.090 Euro hinblättern. Weniger groß ist der Unterschied bei der zweiten Paarung. Der VW Passat Variant 1,5 Business kostet mit 52.750 Euro nur knapp 4.000 Euro weniger als der VW ID.7 Tourer Pro mit 56.360 Euro. Angenommen wird eine jährliche Fahrleistung von 15.000 Kilometer. Bei den Elektroautos wurden außerdem 3.000 Euro staatlicher Kaufzuschuss mit eingerechnet, was der aktuell geltenden Mindestförderung bei Anschaffung eines vollelektrischen Neuwagens entspricht.
Das Ergebnis: Trotz gestiegener Spritpreise bleibt der Verbrenner beim Kauf oft günstiger, in der Gesamtrechnung kann das Elektroauto aber je nach Ladeprofil klar vorne liegen.

Wichtig: In die Kalkulation fließen nicht nur der Listenpreis, sondern auch Wertverlust, Energie, Versicherung, Wartung und weitere Betriebskosten ein. Der Wertverlust ist dabei der größte Kostenblock und macht je nach Modell 40 bis 60 Prozent der monatlichen Gesamtkosten aus. Grundlage der Rechnung sind 15.000 Kilometer Fahrleistung pro Jahr sowie beim E-Auto ein staatlicher Kaufzuschuss von 3.000 Euro.
Für die Verbrenner hat der ADAC zwei Benzinpreise angesetzt: 1,77 Euro je Liter als Durchschnittswert der drei Monate vor Beginn des Irankriegs und 2,10 Euro je Liter als aktuelles Niveau. Der höhere Spritpreis erhöht die monatlichen Gesamtkosten beim Hyundai Kona mit Benziner um 26 Euro und beim VW Passat Variant mit Verbrennungsmotor um 22 Euro.
Beim Strom entscheidet das Ladeprofil
Beim Elektroauto kalkuliert der ADAC mit drei Strompreisen: 18 Cent pro kWh für günstiges Laden mit selbst erzeugtem Solarstrom, 30 Cent pro kWh für Haushaltsstrom und 60 Cent pro kWh für öffentliches Laden ohne Heimladeoption. Damit wird sichtbar: Wer zuhause oder mit eigener PV-Anlage laden kann, fährt deutlich günstiger als mit Benzin.
Der Hyundai Kona Stromer ist in allen untersuchten Szenarien günstiger als der Benziner, selbst bei hohen Strompreisen. Im besten Fall spart das E-Auto laut ADAC bei aktuellen Benzinpreisen 135 Euro pro Monat, also mehr als 1.600 Euro im Jahr.
Beim VW Passat Variant und dem elektrischen ID.7 Tourer ist das Bild gemischter. Hier kann der Verbrenner bei hohen Stromkosten noch leicht günstiger sein, während der ID.7 bei günstigem Heimladen finanziell aufholt oder besser abschneidet.
Was die Spritpreise wirklich verändern
Die gestiegenen Benzinpreise wirken sich auf die monatlichen Gesamtkosten weniger stark aus, als viele Autofahrer erwarten. Der wichtigste Hebel bleibt nicht der Kraftstoffpreis allein, sondern der hohe Anschaffungspreis und damit der Wertverlust des Autos. Genau deshalb entscheidet laut ADAC vor allem das persönliche Ladeprofil darüber, ob sich ein Elektroauto rechnet. Titelfoto: pixabay


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