Wir haben die Ladetarife der fünf führenden Fahrstromanbieter in Deutschland verglichen. Wann lohnen sie sich?
Jüngst haben wir die Ad-hoc-Tarife (DC) der fünf in Deutschland führenden Fahrstromanbieter verglichen. Nun reichen wie den Vergleich der Tarife mit Grundgebühr nach. Denn beim DC-Laden entscheidet 2026 nicht nur der Kilowattstundenpreis, sondern vor allem die Kombination aus Grundgebühr und Nutzungshäufigkeit. Für Gelegenheitsfahrer ist meist der Tarif ohne feste Kosten sinnvoll, während Vielfahrer mit Abo oder Jahresmodell schnell sparen können.
Die günstigsten kWh-Preise gibt es fast immer in den teureren Tarifen mit Grundgebühr. Alle fünf Anbieter belohnen regelmäßiges Laden mit deutlich niedrigeren Arbeitspreisen, verlangen dafür aber monatliche oder jährliche Fixkosten. Wer nur selten öffentlich schnelllädt, zahlt mit solchen Tarifen oft drauf. Wer viel fährt und häufig an denselben Netzen lädt, kann die Fixkosten dagegen rasch wieder hereinholen.

DC-Laden: Die Tarife im Überblick
Für die Einordnung ist wichtig, wie viele Kilowattstunden pro Jahr an DC-Ladern tatsächlich geladen werden. Grob gerechnet lohnt sich ein Tarif dann, wenn die Ersparnis beim kWh-Preis die Grundgebühr übersteigt. Als Faustregel gilt: Je höher der Preisabstand zwischen Basistarif und Abo, desto früher rechnet sich das Abo. Der Überblick:
- EnBW: Ladetarif M lohnt sich gegenüber S ab ca. 800 kWh/Jahr (Ersparnis 10 Cent/kWh deckt 5,99 €). Ladetarif L rechnet sich gegenüber M ab ca. 1.200 kWh/Jahr.
- Ionity: Motion 365 lohnt sich gegenüber App/Go ab ca. 1.000 kWh/Jahr (20 Cent/kWh Ersparnis deckt 59,99 €/Jahr). Power 365 rechnet sich meist erst ab 2.000 kWh/Jahr.
- Fastned: Die App-Nutzung (0,62 € statt 0,69 €) lohnt sich sofort. Das Abo (0,49 €) rechnet sich ab ca. 800 kWh/Jahr.
- Aral pulse: Aral pulse Plus (9,90 €) lohnt sich gegenüber Ad-hoc (0,79 €) ab ca. 600 kWh/Jahr durch 30 Cent/kWh Ersparnis.
- E.ON: More (6,99 €) lohnt sich gegenüber Easy ab ca. 700 kWh/Jahr (20 Cent/kWh Ersparnis).
Praxisbeispiele
Grundsätzlich gilt: Für Gelegenheitsfahrer ohne regelmäßige Langstrecken ist ein Tarif ohne Grundgebühr meist unschlagbar. Wer ab 800 kWh/Jahr DC lädt, kann durch Abos deutlich sparen. Ab 1.500 kWh/Jahr werden die teureren Tarife mit 0,39 €/kWh meist wirtschaftlich überlegen.

Für Pendler mit gelegentlichen Langstrecken ist meist ein flexibler Tarif ohne oder mit niedriger Grundgebühr sinnvoll. Für Außendienst, Vielfahrer und häufige Langstrecken lohnt sich eher ein Tarif mit planbarer monatlicher Belastung und niedrigerem kWh-Preis. Entscheidend ist am Ende nicht der nominelle Preis, sondern der Jahresverbrauch an DC-Ladungen.
Eine einfache Formel hilft bei der Entscheidung: Jahreskosten = Grundgebühr × 12 plus geladene kWh × Arbeitspreis. Wer diese Rechnung auf den eigenen Verbrauch anlegt, erkennt schnell, ob ein Abo wirklich günstiger ist oder nur auf dem Papier attraktiv wirkt. Titelfoto: Aral pulse


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