THG-Quote 2040 Bundestag

Bundestag verschärft die THG-Quote

Der Bundestag hebt die THG-Quote bis 2040 auf 65 Prozent an. Das stärkt E-Nutzfahrzeuge, grünen Wasserstoff und erneuerbare Kraftstoffe.

Der Bundestag hat die THG-Quote für den Straßenverkehr deutlich verschärft: Bis 2040 soll sie schrittweise auf 65 Prozent steigen. Mit dem Beschluss will die Bundesregierung den Hochlauf von E-Nutzfahrzeugen, grünem Wasserstoff und weiteren klimafreundlichen Kraftstoffen beschleunigen.

Die Treibhausgasminderungsquote ist eines der wichtigsten Klimaschutzinstrumente im Verkehrssektor. Sie verpflichtet Anbieter von Benzin und Diesel dazu, die Emissionen ihrer Kraftstoffe schrittweise zu senken oder die Vorgaben über alternative Erfüllungsoptionen wie Strom, Biokraftstoffe oder erneuerbare Kraftstoffe auf Basis von grünem Wasserstoff einzuhalten. Mit der Novelle setzt der Bundestag die europäischen Vorgaben der RED III um und geht zugleich darüber hinaus. Laut Beschluss soll Deutschland damit mehr Planungssicherheit für Investitionen schaffen und die Abhängigkeit von fossilen Importen verringern.

Mehr Gewicht für grünen Wasserstoff

Besonders wichtig für die E-Mobilität: Strom für Elektrofahrzeuge bleibt anrechenbar, und der Einsatz von Strom in Lkw und Bussen der Klassen M3 und N3 soll ab 2027 sogar mit dem Faktor vier statt bisher drei berücksichtigt werden. Das erhöht den wirtschaftlichen Anreiz für elektrische Nutzfahrzeuge deutlich.

Auch grüner Wasserstoff bekommt mehr Gewicht. Erstmals wird eine Quote für erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs eingeführt, darunter RFNBOs und synthetische Kraftstoffe. Ihr Anteil soll bis 2040 auf mindestens zehn Prozent steigen, während die Quote für fortschrittliche Biokraftstoffe ebenfalls angehoben wird.

Zusätzlich verschärft der Gesetzgeber die Betrugsprävention. Künftig sollen erneuerbare Kraftstoffe nur dann angerechnet werden können, wenn staatliche Vor-Ort-Kontrollen möglich sind. Außerdem wird die Anrechnung von Palmöl-Reststoffen beendet.

Für die Praxis bedeutet das: Die THG-Quote wird zu einem noch stärkeren Hebel für Elektromobilität, Wasserstoffwirtschaft und erneuerbare Kraftstoffe. Für Unternehmen in der Mobilitäts- und Energiebranche wächst damit der Druck, emissionsarme Lösungen schneller auszubauen.

Was das für E-Autofahrer bedeutet

Die Reform erhöht den strukturellen Druck auf Mineralölunternehmen und schafft zusätzliche THG-Optionen für Strom, Wasserstoff und weitere erneuerbare Kraftstoffe, was die Nachfrage nach anrechenbaren CO2-Einsparungen tendenziell stützen kann; für private E-Auto-Halter ist die Auszahlung aber weiterhin ein Marktpreis, keine feste staatliche Prämie.

Die THG-Prämie, die private Halter über Vermittler erhalten, hängt vom Erlös aus dem Zertifikatehandel ab. Anbieter nennen für 2026 derzeit je nach Modell Beträge von grob 250 bis 450 Euro, aber das sind Marktangebote und keine garantierte staatliche Zahlung.

Wenn die Quote weiter steigt und zusätzlich mehr Sektoren wie E-Lkw, Busse und Wasserstoff stärker angerechnet werden, kann das den Markt für THG-Zertifikate stabilisieren oder verteuern. Das spricht eher für eine bessere Erlösbasis als für fallende Auszahlungen. Titelfoto: Gemini

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