Pragma Industries vor der Liquidation: Das Wasserstoff-Fahrrad konnte sich nicht durchsetzen.
In der Autowelt galt Wasserstoff jahrzehntelang als ernsthafte Alternative zum batterieelektrischen Antrieb. Das Thema ist inzwischen, trotz vereinzelter Fördermaßnahmen, weitgehend erledigt. In der Fahrradbranche war der Versuch, E-Bikes mit Brennstoffzellentechnik zu vermarkten, von vornherein sehr optimistisch.
Mit Pragma Industries ist ein Pionier für wasserstoffbetriebene E-Bikes kürzlich in die gerichtliche Liquidation gegangen. Das französische Unternehmen hatte früh versucht, die Brennstoffzellentechnik in ein alltagstaugliches Format zu bringen. 2017 präsentierte Pragma mit dem Alpha 2.0 ein E-Bike für Flottenbetreiber, eine Version für Privatkunden war zwischenzeitlich ebenfalls geplant.
Wasserstoff-Fahrrad: Kartusche statt Akku
Das Konzept: Statt Akku liefert eine kleine Wasserstoffkartusche Energie für rund 100 Kilometer Reichweite. Der Tankvorgang dauert an einer passenden Station nur wenige Minuten, was als Vorteil gegenüber klassischen Pedelecs beworben wurde, die oft mehrere Stunden am Stromnetz hängen. Zudem kommt das System ohne schwere, alternde Batterien aus und kann bei grünem Wasserstoff bilanziell CO₂-neutral betrieben werden.
Pragma bot für Flotten Komplettpakete aus zehn Rädern und eigener Tankstelle an. Doch die notwendige Infrastruktur machte das System teuer und komplex. Entsprechend gering war die Nachfrage nach den Pragma-Rädern. Außerhalb geschlossener Flottensysteme mit eigener Tankstelle spielte das Alpha praktisch keine Rolle. SP-X/Titelfoto: Pragma Industries


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