Opel Combo Cargo XL. Foto: Opel/Stellantis

Flexibles Platzwunder Opel Combo Cargo XL

Ob Transporter, Kastenwagen oder Hochdachkombi – der Opel Combo Cargo XL, der in die letzte Kategorie gehört, fällt auf den ersten Blick in der Fülle all dieser Nutzfahrzeuge kaum auf. Zu Unrecht glauben wir, nachdem wir eine recht umfangreiche und weite Tour mit ihm unternommen haben. Bis nach Schweden und zurück führte unser Weg, wobei wir die besten Seiten des Combo kennenlernen durften. Zum Beispiel, dass sich die Variante mit dem 1,5-Liter-Diesel auch gut als Reisemobil eignet. Und der Opel zahlreiche versteckte kleine Features bietet.

Den Raum clever nutzen

Der Cargo XL ist die Variante ohne Rücksitzbank mit einem leeren Kastenheck als Ladefläche, die an ihrer längsten Stelle 2,13 Meter misst, in der Breite 1,84  und Höhe 1,1 Meter. Er hat an jeder Längsseite eine Schiebe- und am Heck zwei leicht zu öffnende Flügel-Türen, die den Blick auf das maximale Ladevolumen von 4,4 Kubikmetern freigeben.

4,4 Kubikmeter fasst der Laderaum des Opel Combo Cargo XL. Foto: Opel/Stellantis
4,4 Kubikmeter fasst der Laderaum des Opel Combo Cargo XL. Foto: Opel/Stellantis

In dieser Form läuft der Wagen gemeinsam mit seinen Schwestermodellen Peugeot Partner/Rifter, Citroën Berlingo und Fiat Doblò im Stellantis-Werk im spanischen Vigo vom Band. Der Combo ist bereits in der fünften Generation unterwegs und hat bis heute etliche Anpassungen und Erweiterungen erfahren. Das Modellangebot richtet sich an zwei Zielgruppen – einmal in der Version life an Familien, in der Version Cargo ohne Fenster im Ladebereich an vorwiegend mittelständische Unternehmen. Der XL ist mit 4,75 Meter Länge die größte Version.

 

Der Combo ist eine stattliche Erscheinung, aber dennoch kompakt.
Der Combo ist eine stattliche Erscheinung, aber dennoch kompakt.

Der Combo Cargo XL ist mit dieser Länge und einer Höhe von 1,88 Meter ein sehr kompakter Transporter, der sehr gutmütig agiert, eine nicht zu direkte Lenkung hat und sich dank seiner Maße eher wie ein SUV fahren lässt. Dazu passt auch die erhöhte Sitzposition. Einzig beim Eintauchen in enge Kurven und je nach Tempo und Beladung kann er sich als Transporter bemerkbar machen, und er ist – dies vorneweg – recht sparsam, leise und flexibel beim Beladen. Seine Bremsen greifen giftig zu, aber bei etwas stärkerem Seitenwind mussten wir ihn mit deutlich mehr Konzentration in der Spur halten.

Wirtschaftlich und komfortabel

Der 96 kW starke Turbodiesel verrichtet seine Arbeit zuverlässig mit großer Laufkultur und immer kräftig zupackend – eine gute Kombination aus Wirtschaftlichkeit und komfortablem Fahrerlebnis. 6,1 Liter Testverbrauch im Durchschnitt für den 1,5 Liter-Dieselmotor sind ein guter Wert, wenngleich mehr Tempo auf der Autobahn – die Höchstgeschwindigkeit liegt immerhin bei 184 km/h – die Verbrauchsnadel auf über 8 Liter jagen kann.

 

Die praktische Durchreiche: Einmal den Beifahrersitz umklappen, und längere Gegenstände passen noch hinein. Foto: Opel
Die praktische Durchreiche: Einmal die Lehne des Beifahrersitzes umklappen, und längere Gegenstände passen noch hinein. Foto: Opel

Das sehr unauffällig und geschmeidig arbeitende Automatik-Getriebe trägt nicht nur zum recht geringen Verbrauch bei, sondern reduziert auch durch insgesamt acht Fahrstufen vor allem bei Autobahnfahrten das Innen-Geräusch beträchtlich. Da erweist sich der Combo zusammen mit seinen recht bequemen Sitzen überraschend gut als Reisefahrzeug – obwohl er vor allem bei kleineren und mittleren Betrieben gefragt sein dürfte, die sich in ihrer näheren Umgebung bewegen. Dafür ist der Opel dann auch als Familienfahrzeug in der Version „life“ tauglich.

230-Volt-Steckdose

Leichte Einschränkungen beim Beladen können sich allenfalls wegen der Trennwand zur Fahrerkabine ergeben, da diese gebogen ist und sich somit unterschiedliche Abstände nach hinten ergeben. Eine etwa 2 Meter hohe Tür lässt sich, fixiert am Boden über die dortigen Verzurrösen, gut gesichert transportieren. Die von uns getestete Version hatte eine abgetrennte Fahrerkabine mit drei Sitzen, wobei das mittlere Gestühl eher als Notsitz fungiert, da er von einer dicken Konsole aus Kunststoff stark eingeschränkt wird (Foto unten). Opel nennt den Platz Beifahrerdoppelsitzbank. Müssen Gegenstände über zwei Meter transportiert werden, wird die Lehne des Beifahrersitzes einfach nach unten geklappt. Dadurch ergibt sich eine Luke in der Trennwand, durch die lange Gegenstände bis in die Fahrerkabine geschoben werden können (Foto oben); so sind Längen von maximal 3,44 Meter möglich. Clevere Lösung.

 

Rückenlehne als Arbeitsplatte. Foto: Opel
Rückenlehne als Arbeitsplatte mit 230-Volt-Steckdose im Fußraum des Beifahrenden. Foto: Opel

Der Combo ist aber auch hier sehr flexibel. So kann die Rückenlehne des mittleren schmalen Sitzplatzes nach dem Herausziehen umgeklappt und als Ablagefach für alles Mögliche genutzt werden – zum Beispiel als Arbeitsfläche für einen Laptop. Im Fußraum auf der Beifahrerseite befindet sich nämlich gleich noch eine 230 Volt-Steckdose zum Anschließen des Computers. Sehr praktisch. Weniger gut: Die Sicherheitsgurte sind in der Höhe nicht verstellbar.

Raffinierte Fächer

Viel Stauraum bietet der Combo auch unter den Sitzen und oben über dem Fahrer- und Beifahrersitz in Form einer flachen und breiten Ablagefläche, sowie in Form von gleich zwei Handschuhfächern und einem Fach in der Mitte. Zudem lassen sich Kaffee- und andere Getränkebecher sehr raffiniert in diversen Vertiefungen auf dem Armaturenbrett abstellen. Überhaupt die Landschaft im Innern: Ja, es ist der übliche Kunststoff. Aber das fühlt sich alles eher nach Pkw an als nach Lieferwagen.

Ganz oben ist auch noch Platz. Foto: Schmitt
Ganz oben ist auch noch Platz. Foto: Schmitt

Sehr flexibel ist der Combo auch beim Verstauen von Fracht dank der beiden Schiebetüren sowie der hinten bis zu 180 Grad öffnenden Türflügel. Der Boden im Transportbereich ist nicht ganz rutschfest, und ganz hinten hätten wir uns an den Seiten oben noch zwei zusätzliche zu den insgesamt sechs Verzurrösen gewünscht. Es ging jedoch auch ohne. Ein Erwachsenen-Fahrrad passt gerade noch so hinein, auch wenn es Probleme mit höherstehenden Lenkern geben kann.

Alle Combos auch elektrisch

Nur noch die XL-Version des Combo ist mit Diesel- oder Benzin-Motor zu haben. Alle anderen Varianten fahren elektrisch. Das sollten Interessierte bei der Auswahl bedenken. Die Preise reichen dabei je nach Modellversion und Ausstattung von 27.370 bis 33.320 Euro. Die von uns getestete Dieselvariante haben wir jedenfalls als zuverlässiges und flexibles Raumwunder kennengelernt, das sich auch für Langstrecken eignet.

 

Opel Combo Cargo XL 1,5 D AT8 96 kW – Technische Daten:

Sechstüriger, zwei- bis dreisitziger Hochdachkombi der oberen Mittelklasse;
Länge: 4,753 Meter, Breite: 1,848 Meter (mit Außenspiegeln: 2,107 Meter), Höhe: 1,88 Meter,
Radstand: 2.975 Meter,
Gewicht: 2.400 kg,
Nutzlast: 650 – 1.000 kg.Motor: 1,5-Liter-4-Zylinder-Dieselmotor (Common-Rail-Turbodiesel), 96 kW/130 PS, maximales Drehmoment: 300 Newtonmeter bei 1.750 U/min, Frontantrieb, 8-Stufen-Automatik, 0-100 km/h: 9,8 s, Vmax: 184 km/h,
Normverbrauch: 5,3 Liter/100 Kilometer (je nach Ausstattung), CO2-Ausstoß: 161 – 171 g/km, Abgasnorm: Euro 6d,
Testverbrauch: 6,1 l/100 km, Preis: von 27.370 bis 33.320 Euro, je nach Motorisierung und Ausstattungslinie.

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