Tesla Notfall

Tesla führt Notfall-Start-Option ein

Tesla hat mit der Funktion „Emergency Drive Away“ eine neue Notfall-Option für seine Elektroautos eingeführt.

In den USA werden Konflikte ja gern mit der Schusswaffe ausgetragen, und so kommt es, dass ein erster Hersteller reagiert. So hat Tesla nun die Funktion „Emergency Drive Away“ eingeführt, die es Fahrern ermöglicht, auch bei eingestecktem Ladekabel am Supercharger loszufahren, um in lebensbedrohlichen Situationen schnell flüchten zu können.

Auslöser für die neue Funktion war ein tödlicher Schusswaffenvorfall Anfang August 2026 an einer Tesla-Supercharger-Station in Twin Falls, Idaho. Bei dem Angriff schoss der Täter gezielt auf Personen in Teslas an der Ladestation. Ein Fahrzeug konnte wegen des angeschlossenen Ladekabels zunächst nicht aus der Gefahrenzone fahren.

So funktioniert Emergency Drive Away

Bisher verhinderte die Tesla-Software den Wechsel aus dem Parkmodus, solange das Fahrzeug physisch mit einem Supercharger verbunden war. Fahrer mussten den Ladeanschluss erst über den Touchscreen, die App oder direkt am Stecker entriegeln. Mit dem Software-Update 2026.38.3 können Fahrer nun während des Ladevorgangs in den Drive-Modus wechseln. Auf dem Bildschirm erscheint die Meldung „Emergency Drive Away“, die nach einmaliger Bestätigung das Losfahren ermöglicht.

Das System ist dabei bewusst manuell aktiviert: Der Fahrer muss die Fahrstufe wählen, eine Warnmeldung auf dem Touchscreen bestätigen, das Bremspedal gedrückt halten und auf „Activate“ tippen. Erst danach gibt das Fahrzeug die Fahrstufe frei.

Tesla betont ausdrücklich, dass die Funktion nur für echte Notfälle vorgesehen ist. Das Wegfahren mit eingestecktem Kabel führt zu Schäden am Fahrzeug und am Supercharger. Der Ladeanschluss ist so konstruiert, dass der Stecker beim Losfahren vom Kabel abreißt. Das schützt den Fahrer vor einem mitgeschleiften Supercharger, verhindert aber keine Sachschäden.

Die Reparaturkosten können laut Tesla bis zu 25.000 US-Dollar betragen, wobei der Großteil auf die zerstörte Ladeinfrastruktur entfällt. Zusätzlich muss der Ladeport des Fahrzeugs nach jeder Aktivierung in einem Servicecenter überprüft werden. Bei vorsätzlichem Missbrauch behält sich Tesla weitere Strafen vor, die jedoch nicht konkret benannt werden.

Verfügbarkeit und technische Voraussetzungen

Die Funktion wird mit dem kostenlosen Software-Update 2026.38.3 ausgeliefert und ist zunächst ausschließlich an Tesla-Superchargern in den USA nutzbar. Ein internationaler Roll-out wurde von Tesla nicht angekündigt. Auch an Drittanbieter-Ladesäulen und Tesla-Wallboxen funktioniert Emergency Drive Away nicht.

Aus technischen Gründen nicht unterstützt werden Model S und Model X, die vor dem Baujahr 2021 produziert wurden. Alle neueren Tesla-Modelle wie Model 3, Model Y sowie Model S und Model X ab 2021 sind kompatibel. Die Funktion benötigt keine zusätzliche Hardware an den Superchargern und arbeitet an allen US-Standorten, einschließlich V2-, V3- und V4-Stalls sowie Supercharger for Business.

Tesla selbst teilte auf der Plattform X mit, dass sich die Funktion zunächst auf den US-Markt beschränkt. Ob und wann Emergency Drive Away auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder anderen Ländern verfügbar sein wird, bleibt offen. Titelfoto: Mag

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