Halbfestkörperbatterie

SVOLT startet Bau von Halbfestkörperbatterie

Der chinesische Hersteller SVOLT hat die Serienproduktion seiner Halbfestkörperbatterie gestartet. Kommt sie im nächsten Mini?

In Changzhou in der Provinz Jiangsu ist die erste Charge von Batteriepacks mit 100 kWh Kapazität vom Band gelaufen. Die Halbfestkörperbatterie soll Schnellladen mit 6C unterstützen. SVOLT-Vorsitzender Yang Hongxin machte den Produktionsstart diese Woche in einem Video auf Weibo publik. Demnach hat das Unternehmen die erste Charge der „Dragon Armor“-Batterie im Serienverfahren gefertigt. Das 100-kWh-Paket werde laut Hongxin von mehreren Kunden in Betracht gezogen. Welche Fahrzeuge die Batterie erhalten, soll bald bekannt gegeben werden.

Eine Halbfestkörperbatterie, auch Semi-Solid-State-Batterie genannt, liegt technologisch zwischen der klassischen Lithium-Ionen-Batterie mit flüssigem Elektrolyt und der Festkörperbatterie mit komplett festem Elektrolyt. Sie kombiniert flüssige und feste Bestandteile im Elektrolyten und wird deshalb oft als Fest-Flüssig-Hybrid bezeichnet. Hersteller versprechen sich davon mehr Sicherheit, eine höhere Energiedichte und eine längere Lebensdauer als bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus.

Technische Daten: 6C-Laden, 900 Volt und über 3.000 Zyklen

Die neue SVOLT-Batterie verfügt über eine Flüssigkeitskühlung an Ober- und Unterseite und unterstützt bis zu 900 Volt. Mit einer Laderate von 6C sollen laut Datenblatt in zwölf Minuten rund 500 Kilometer Reichweite nachladbar sein. Die Lebensdauer gibt der Hersteller mit über 3.000 Zyklen an. Unklar bleiben allerdings die Testbedingungen und die Größe der ersten Charge. Auch Kundennamen nennt Hongxin weiterhin nicht.

Halbfestkörperbatterien sind bislang kaum am Markt verfügbar, Festkörperbatterien noch seltener. Entsprechend liefern sich die Hersteller ein Rennen um die Technologieführerschaft. SVOLT, derzeit der zehntgrößte Batteriehersteller Chinas, prescht nun vor. Hongxin ist überzeugt, dass 2026 das Jahr wird, in dem Hybrid-Fest-Flüssig-Batterien breite Akzeptanz finden und in großem Maßstab auf den Markt kommen.

Der Zeitplan hat sich dabei offenbar beschleunigt: Mitte 2025 kündigte der Vorsitzende die Testfertigung für das vierte Quartal 2025 und die Serienfertigung für 2027 an. Nach aktuellem Stand startete die Serienproduktion nun bereits diesen Herbst. Die erste Generation soll laut früheren Angaben eine Energiedichte von 300 Wh/kg erreichen, für die zweite, bereits in Vorbereitung befindliche Generation peilt SVOLT 360 Wh/kg an.

Liefert SVOLT Halbfestkörperbatterien an Mini?

Berichten zufolge soll SVOLT die Halbfestkörperbatterien unter anderem für die nächste Modellgeneration der BMW-Marke Mini liefern. Ein möglicher Zusammenhang: SVOLT wurde 2018 aus dem Autokonzern Great Wall Motor (GWM) ausgegründet. GWM produziert wiederum in einem Joint Venture mit BMW den Mini Cooper Electric und den Mini Aceman. Schon 2023 kursierten Gerüchte über einen Milliardendeal zwischen BMW und SVOLT. Offiziell bestätigt ist Mini als Erstabnehmer der SVOLT-Batterie bislang nicht.

Auch an reinen Festkörperbatterien arbeitet SVOLT. Im Mai erklärte Hongxin jedoch, die Kommerzialisierung brauche noch einen sehr langen Atem. Er geht daher davon aus, dass Semi-Solid-State-Batterien der gängige Technologieweg bleiben, bis die Festkörpertechnik die Massenproduktion erreicht. Dafür spricht auch, dass die Produktionskosten der Halbfestkörperbatterie auf dem Niveau herkömmlicher Lithium-Ionen-Batterien mit Flüssigelektrolyt liegen sollen. Titelfoto: SVOLT

 

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