Verkehrswende Üstra

400 Millionen Euro: Hannover stellt Busflotte auf E um

Die Hannoveraner Nahverkehrsgesellschaft investiert in den Nahverkehr: Neue Bahnen und Umstellung der Busse auf E-Antrieb für die Verkehrswende.

Die Hannoveraner Nahverkehrsgesellschaft Üstra hat ein knapp 400 Millionen Euro großes Investitionspaket bis 2024 angekündigt. Mit dem Geld soll der Nahverkehr in der Region Hannover ausgebaut und die Verkehrswende befördert werden. Hinzu kommen laut Üstra hohe Millionenbeträge für den Bau von Hochbahnsteigen und neuen Stadtbahnstrecken, die von der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover als Eigentümerin des Stadtbahnnetzes investiert werden.

„Mit diesem enormen Investitionsprogramm stellen wir die Weichen für einen weiteren intensiven Ausbau des Nahverkehrs in der Region Hannover“, erklärte dazu der Aufsichtsratsvorsitzende Ulf-Birger Franz. „Die Verkehrswende kann gelingen, wenn wir mutig sind und die vorhandenen Kapazitäten im Nahverkehr deutlich erweitern.“ Damit sei die Üstra gerüstet für die Herausforderungen der nächsten Jahre, meinte der Vorstandsvorsitzende Dr. Volkhardt Klöppner.

Zu den Großprojekten, die mit dem Investitionsprogramm finanziert werden, gehören unter anderem:

  • Die Entwicklung und Beschaffung von Stadtbahnen des neuen Typs TW 4000 ab 2025
  • Die Umstellung der Busflotte auf Elektroantrieb und der Aufbau einer Ladeinfrastruktur bis 2023
  • Der Neubau des Betriebshof Glocksee einschließlich neuer Leitstelle bis 2028
  • Die Digitalisierung der Verkehrstechnik und die Einführung neuer Assistenzsysteme bis 2025
    WLAN für Fahrgäste bis 2023
  • Die Erneuerung der Fahrkartenautomaten bis 2021

TW 4000 kommt 2025 und soll bis 2050 fahren

Mit dem Jahr 2022 soll die Beschaffung der ersten 75 neuen Stadtbahnfahrzeugen des Typs TW 4000 starten. In den Jahren 2025 bis 2035 ist die Inbetriebnahme von insgesamt 275 neuen Stadtbahnfahrzeugen des Typs TW 4000 vorgesehen. Damit werde man die Stadtbahnflotte um ein Drittel oder rund 100 Wagen vergrößern. Vor diesem Hintergrund prüft der Vorstand der ÜSTRA auch die Notwendigkeit eines weiteren neuen Betriebshofs.

Ziel ist es nicht nur, mit den zusätzlichen Stadtbahnen die ab Mitte des nächsten Jahrzehnts von der Infrastrukturgesellschaft fertiggestellten neuen Stadtbahnstrecken – etwa nach Hemmingen oder zur MHH – zu bedienen, sondern auch auf den bestehenden Linien längere Stadtbahnzüge und engere Takte zu ermöglichen.

Nur noch Elektrobusse

Bis Ende 2023 will die Üstra die gesamte Umweltzone in Hannover ausschließlich mit Elektrobussen befahren und die dazu benötigte Ladeinfrastruktur aufbauen. Die ersten vier von 48 dazu benötigten Elektrobussen des Typs Mercedes eCitaro werden Januar des nächsten Jahres in Hannover eintreffen und sollen im Frühjahr in Betrieb gehen. Bis 2030 will die Üstra ihre gesamte Busflotte mit Elektrofahrzeugen betreiben, außerdem sollen in einem Pilotprojekt gemeinsam mit der regiobus GmbH Erfahrungen mit einem mit Wasserstoff betriebenen Bus gesammelt werden. Für die Elektrobusse sind rund 47 Millionen Euro eingeplant, für die Ladeinfrastruktur weitere 23 Millionen Euro.

Eine neue Leitstelle für die Mobilität von morgen

Sowohl das Stationsgebäude Glocksee (Baujahr 1961) als auch die Betriebswerkstatt Glocksee sind in die Jahre gekommen und nicht mehr entwicklungsfähig. Daher ist geplant, die alten Gebäude abzureißen und durch neue, den zukünftigen Bedürfnissen und technischen Anforderungen entsprechende Gebäude zu ersetzen. Das Investitionsvolumen für die gesamte Baumaßnahme beläuft sich nach derzeitigem Planungsstand auf bis zu 80 Millionen Euro. Die Baumaßnahme soll in zwei Bauphasen bis 2028 bei laufendem Betrieb realisiert werden. Zeitgleich wird für rund 20 Millionen Euro eine neue Betriebsleitstelle auf Glocksee entwickelt, aus der heraus eine hocheffektive zentrale Steuerung von Verkehr und ÖPNV in der Region Hannover erfolgen kann. HM

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