BMW bringt ein elektrisches Mittelklassemodell, den i3, auf den Markt. Fotos: BMW

BMW i3 – 3er für die Zukunft

BMW stellt das zweite Modell der neuen Klasse vor. Nach dem iX3 den i3. Den Auftakt macht der i3 50xDrive mit 345 kW (469 PS).

Der 3er ist seit nunmehr fünf Jahrzehnten die Ikone der Marke BMW. In der jetzt sechsten Generation bietet der Münchner Autobauer das Auto  weiterhin als Verbrenner aber eben auch rein elektrisch angetrieben  an.  Dabei haben die Designer die typische Formensprache der Limousine fortgeschrieben. Mit einer Länge von 4,76 Metern, einer Breite von 1,87 Metern (ohne Außenspiegel), einer Höhe von 1,48 Metern sowie seiner Silhouette ist Stromer auf Anhieb als 3er zu erkennen.

Der Radstand von 2,90 Metern sorgt für sehr kurze Überhänge, die muskulös ausgearbeiteten Radhäuser unterstreichen den dynamischen Auftritt. Die Seiten sind glattflächig mit bündig in den Türen liegenden Griffen. Die fahren übrigens automatisch aus, wenn sich Frau oder Mann mit dem digitalen Schlüssel (Digital Key) dem Fahrzeug nähert.

Neue BMW-Niere

Der Kühlergrill am neuen BMW i3 fällt wieder kleiner aus. Alle Fotos: BMW

Im Gesicht zeigt der i3 eine neue Interpretation der typischen BMW-Niere. Flach gezogen bilden sie mit den ebenfalls neu gezeichneten Doppelscheinwerfern eine stimmige Einheit. Die Leuchteneinheit zieht sich fast komplett über die Frontpartie. Tagfahrleuchten mit Blinkerfunktion bilden auf beiden Seiten den Abschluss. Am Heck haben die Gestalter ebenfalls ein Leuchtenband installiert. Das verläuft über die gesamte Breite und ragt sogar in die Schulterpartien hinein.

Innen nimmt der i3 viele Merkmale des iX3 auf. Beeindruckender aber ist der Blick auf oder besser gesagt über die mit textiler Oberfläche ausgestattete Instrumententafel. Denn alle wichtigen Informationen werden bestens erkennbar in einem schmalen Band am unteren Ende der gesamten Frontscheibe dargestellt. Das individuell konfigurierbare Display ersetzt nicht nur das herkömmliche Cockpit hinter dem ebenfalls neu konzipierten und sehr gut in der Hand liegenden Multifunktions-Lenkrad, sondern lässt es auf Anhieb vergessen. Auf Wunsch ist auch ein 3D Head-up-Display zu haben. Der zentrale Touch-Bildschirm mit einer Größe von 17,9 Zoll ist leicht zum Fahrer gedreht und lässt sich aufgrund eine neuen Menüstruktur mit einem Schnellzugriff einfach bedienen. Lästiges und ablenkendes Suchen in Untermenüs ist so gut wie nicht notwendig.

Haptische Schalter

Zudem gibt es außer der Sprachbedienung haptische Schalter unter anderem für Lautstärkeregelung, Seitenspiegel und elektrische Verstellung der bequemen und besten Halt gebenden Vordersitze. Für das kabellose Laden von Smartphones stehen zwei Plätze zur Verfügung. Serienmäßig besitzt der neue BMW i3 sportlich-elegant gestaltete Sitze mit elektrisch betriebenen Einstellmöglichkeiten sowie Travel & Comfort System. Sie bieten hohen Komfort und sicheren Seitenhalt. Optional verfügbar sind Multifunktionssitze. Zur Wahl stehen zudem BMW M Sportsitze. Aufgrund des langen Radstands können auch groß gewachsene Passagiere im Fond bequem reisen.

In Sachen Lade-Performance, Zelltechnologie und Reichweite knüpft der i3 an die ausgezeichneten Werte des iX3 an. In der nunmehr sechsten Generation des elektrischen Antriebs bei BMW, der Gen6,  sind alle  Komponenten auf 800 Volt Hochspannung ausgelegt. Das ist zeitgemäß. Doch die neue Rundzelle, die in der extrem flach bauenden Batterie zum Einsatz kommt, hat 20 Prozent mehr Energiedichte als die bislang eingesetzten prismatischen Zellen. Der Akku dürfte wie beim  iX3 eine Netto-Kapazität von 108,7 kWh haben. Damit erreicht der i3 nach der WLTP-Norm eine Reichweite von bis zu 900 Kilometer.

Zum Start gibt es nur eine Antriebsvariante.
Elegantes Design. Zum Start des neuen BMW i3 gibt es nur eine Antriebsvariante.

DC-Laden bis 400 kW

Die eDrive-Technologie der neuen Klasse ermöglicht eine DC-Ladeleistung von bis zu 400 kW. In lediglich zehn Minuten fließt laut BMW beim i3 50xDrive im Idealfall Strom für bis zu 400  Kilometer in den Akku. Um die 20  Minuten soll es dauern, um die Batterie an der 400 kW-Schnellladestation von zehn auf 80 Prozent mit neuer Energie zu versorgen. An der Wallbox wird mit elf kW oder optional mit 22 kW geladen. Mit der Funktion Vehicle-to-Load (V2L) wird der neue BMW iX3 zur mobilen Powerbank, die unterwegs elektrische Geräte mit Strom versorgen kann. Vehicle-to-Home (V2H) macht ihn zum Zwischenspeicher für die zu Hause per Photovoltaik-Anlage erzeugte Solarenergie.

Hinten dürfte es im neuen i3 weniger eng zugehen als in anderen BMW-Modellen.
Hinten dürfte es im neuen i3 weniger eng zugehen als in anderen BMW-Modellen.

Angetrieben wird der i3 als 50 xDrive, der als erstes Modell der Baureihe auf den Markt kommt, über je einen E-Motor an Vorder- und Hinterachse. An der Hinterachse ist eine stromerregte Synchronmaschine, an der Vorderachse erstmals ein Asynchronmotor verbaut. Die Systemleistung der beiden E-Motoren beträgt 345 kW (469 PS), das  Drehmoment 645 Newtonmetern (Nm). Angaben zu Sprintwerten, Höchstgeschwindigkeiten, Kofferraumvolumen – lediglich die Größe des Frunks wird mit 31 Litern genannt – und auch Fahrwerk gibt es von BMW derzeit noch nicht.

Schlanke Linie: Der i3 soll das Herzstück der Marke bilden.
Schlanke Linie: Der i3 soll das Herzstück der Marke bilden.

Die Steuerung der Fahrdynamik, des automatisierten Fahrens, des Infotainmentsystem sowie aller Funktionen übernehmen wie im iX3 vier Hochleistungsrechnern, die im Vergleich zur noch aktuellen Fahrzeuggeneration mehr als die 20fache Rechenleistung bieten. Der zentrale Steuerungscomputer übernimmt dabei unter anderem die Steuerung von Laden, Rekuperation, Antrieb und Bremsen. Und auch die Frage nach dem Preis bleibt vorerst unbeantwortet. Der iX30 50xDrive steht zum Basispreis von 68.900 Euro in der Liste.  Wolfgang Schäffer

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