EnBW XCharge

EnBW setzt künftig auch auf XCharge

Neben den HPC-Säulen von Alpitronic setzt Stromlieferant EnBW künftig auch auf Säulen von XCharge. Das hat mehrere Gründe.

Die EnBW erweitert ihre Lieferantenbasis im Schnellladegeschäft und ergänzt den bisherigen Hauptpartner Alpitronic um den Ladeinfrastrukturhersteller XCharge. Ein langfristiger Rahmenvertrag umfasst die Lieferung von Hard- und Software mit Fokus auf Schnellladesäulen mit einer Leistung von 400 kW und mehr.

Dass die EnBW ihre Beschaffungsstrategie breiter aufstellen will, deutete sich bereits an. Seit mehr als zwei Jahren testet das Unternehmen Hard- und Software von XCharge, zunächst im Labor und seit August 2025 auch im Realbetrieb am Ladepark EnBW City am Stuttgarter Standort. Im Dezember wurde der Feldtest mit XCharge-Schnellladern des Typs C7 Ultra-Fast Charger mit bis zu 400 kW Ladeleistung auf drei weitere Standorte in Baden-Württemberg ausgeweitet.

Mit der Erweiterung wollte die EnBW vor allem zusätzliche Daten aus dem Echtbetrieb sammeln. Die Ergebnisse dieses Feldtests sollten als Grundlage dienen, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu entscheiden. Inzwischen steht fest: Aus dem Test ist eine langfristige Partnerschaft geworden.

XCharge-Ladesäulen bewähren sich

Die EnBW und XCharge, dessen internationale Aktivitäten von einem Doppel-Hauptsitz in Hamburg und Austin gesteuert werden, haben nun einen langfristigen Rahmenvertrag geschlossen. Laut EnBW haben sich die getesteten XCharge-Ladestationen in mehr als 20.000 Ladevorgängen als sehr zuverlässig erwiesen und die Anforderungen im Hochleistungsbetrieb erfüllt.

Der Vertrag umfasst den Bezug von Hardware und Software von XCharge mit Fokus auf Schnellladestationen mit 400 kW Leistung und der Option auf noch höhere Leistungsklassen. Beide Partner wollen die technischen Systeme gemeinsam weiterentwickeln und ihr Know-how bei Themen wie Lastmanagement, Backend-Integration und Nutzerfreundlichkeit einbringen. Die EnBW erhält zudem exklusiven Zugang zu Neuentwicklungen des Herstellers in bestimmten Bereichen.

„Mit XCharge gewinnen wir einen Partner, der unsere hohen Qualitätsstandards erfüllt und uns dabei unterstützt, unser Schnellladenetz noch sicherer und resilienter aufzustellen“, erklärt Martin Roemheld, Chief Executive Officer E-Mobilität bei der EnBW. Er betont, dass vor dem Hintergrund globaler Unsicherheiten und volatiler Lieferketten die Diversifizierung der Lieferantenbasis zunehmend an Bedeutung gewinnt.​

EnBW stärkt Resilienz und Lieferketten-Sicherheit

Die ersten neuen EnBW-Schnellladeparks mit XCharge-Ladestationen sollen in den kommenden Wochen in Betrieb gehen. Konkrete Standorte oder Stückzahlen nennt das Unternehmen derzeit noch nicht. Klar ist jedoch, dass XCharge künftig einen Teil des geplanten Ausbaus des EnBW-Schnellladenetzes übernehmen wird.​

Aktuell betreibt die EnBW mehr als 8.000 Schnellladepunkte in Deutschland und plant bis 2030 einen Ausbau auf bis zu 20.000 HPC-Ladepunkte. Wie groß der Anteil von XCharge dabei am Ende sein wird, bleibt vorerst offen.

Die Branche wird die Entwicklung der Partnerschaft zwischen EnBW und XCharge genau beobachten. Der Markt für Schnellladeinfrastruktur in Deutschland und Europa wird derzeit noch klar von Alpitronic dominiert, dessen Hypercharger bei zahlreichen großen Betreibern im Einsatz sind. Daneben sind weitere Hersteller wie Siemens, ABB E-Mobility oder Ekoenergetyka aktiv, die ebenfalls um Marktanteile im wachsenden HPC-Segment konkurrieren. Titelfoto: EnBW

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