Ersatzteilpreise

Ersatzteilpreise steigen schneller als die Inflation

Autoreparaturen werden immer teurer. Neben steigenden Werkstattkosten sorgen vor allem die Ersatzteilpreise für höhere Rechnungen.

Die Preise für Auto-Ersatzteile steigen weiter deutlich schneller als die allgemeine Inflation. Zwischen August 2025 und August 2026 haben sie sich um mehr als vier Prozent erhöht, wie eine aktuelle Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt. Seit 2016 beträgt der Preisanstieg mehr als 80 Prozent. Einzelne Karosserieteile wie Türen, Kofferraumklappen und hintere Seitenwände haben sich in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt.

Im Zehnjahresvergleich verteuerten sich Ersatzteile im Schnitt um jährlich 5,9 Prozent und damit etwa doppelt so stark wie die allgemeinen Verbraucherpreise, die um durchschnittlich 2,8 Prozent pro Jahr stiegen. Für die Untersuchung wertete der GDV die Preise von 20 Ersatzteilen bei 38 Fahrzeugmodellen unterschiedlicher Klassen aus.

Die steigenden Teilepreise sind neben höheren Werkstattkosten und zunehmend komplexer Fahrzeugtechnik ein wichtiger Grund für die Verteuerung von Autoreparaturen, wie eine frühere GDV-Studie zeigt. Bereits 2024 überschritten die durchschnittlichen Stundensätze in Kfz-Werkstätten demnach erstmals die Marke von 200 Euro. Seit 2017 waren sie damit um rund 50 Prozent gestiegen.

Reform soll den Markt öffnen

Zusätzlichen Kostendruck verursacht die zunehmende Ausstattung der Autos mit Sensoren, Kameras und Assistenzsystemen. Sie können zwar Unfälle verhindern, machen Reparaturen im Schadenfall aber häufig aufwendiger. So müssen nach dem Austausch von Karosserieteilen oder Windschutzscheiben unter Umständen Kameras und Sensoren neu eingestellt werden.

Die Entwicklung belastet auch die Kfz-Versicherer, die für höhere Reparaturrechnungen aufkommen müssen. In den vergangenen Jahren überstiegen die Schadenaufwendungen der Branche zufolge zeitweise die Beitragseinnahmen, was zu steigenden Versicherungsprämien führte.

Als einen Grund für die hohen Ersatzteilpreise nennt der GDV den Designschutz der Autohersteller. Dieser umfasst auch sichtbare Ersatzteile wie Kotflügel, Türen und Außenspiegel und schränkt den Wettbewerb durch unabhängige Anbieter ein. Eine geplante Reform des Designrechts soll den Markt künftig öffnen und könnte damit für günstigere Ersatzteile sorgen. SP-X/Titelfoto: Kia

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