Die Ladeinfrastruktur in Deutschland wächst: Die Bundesnetzagentur meldet nahezu 200.000 Ladepunkte, davon 50.000 Schnelllader.
Die Bundesnetzagentur hat neue Zahlen zur öffentlichen Ladeinfrastruktur veröffentlicht und zeigt: Deutschland steuert klar auf die Marke von 200.000 öffentlichen Ladepunkten zu. Zum Stichtag 1. Februar 2026 waren bundesweit 196.353 öffentlich zugängliche Ladepunkte registriert, darunter 49.904 Schnellladepunkte. Angesichts des konstanten Ausbautempos ist davon auszugehen, dass die Schwelle von 50.000 Schnellladepunkten im Verlauf des Februars bereits überschritten wurde.

Im Monatsvergleich bedeutet das einen Zuwachs um 2.368 Ladepunkte gegenüber dem 1. Januar 2026. Innerhalb von zwölf Monaten – von Februar 2025 bis Februar 2026 – legte die öffentliche Ladeinfrastruktur um rund 28.900 Ladepunkte zu, was einem Wachstum von etwa 17 Prozent entspricht. Vor einem Jahr lag die Zahl der Schnellladepunkte noch unter 40.000, nun kratzt sie an der 50.000er-Marke, was die Dynamik beim Ausbau der Schnellladeinfrastruktur unterstreicht.
Schnellladepunkte: Plus 34 Prozent
Die Schnellladepunkte verzeichneten ein Plus von 34 Prozent auf 49.904 Einheiten, während die Zahl der AC-Ladepunkte von 130.123 auf 146.449 stieg, ein Zuwachs von 13 Prozent im Jahresvergleich. Parallel dazu erhöhte sich die in Deutschland bereitgestellte kumulierte Nennleistung von 6,38 auf 8,28 Gigawatt, was einem Wachstum von 30 Prozent innerhalb eines Jahres entspricht. Wichtig ist: Diese Nennleistung bezieht sich auf die Gesamtleistung aller Ladeeinrichtungen eines Standortes, nicht auf einzelne Ladepunkte, da sich die verfügbare Leistung bei Mehrfachnutzung teilt.
Gering ausgeprägt bleibt der Bereich der öffentlichen Geringlader mit 0 bis 3,7 kW, der mit 2.766 Ladepunkten kaum Gewicht hat und nur um 1 Prozent zugelegt hat. Das Rückgrat des Ladenetzes bilden weiterhin die übrigen AC-Lader mit zweistelligen Wachstumsraten zwischen 10 und 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Lader im Bereich von 22 bis 49 kW verharren mit etwa 1.742 Einheiten und einem Plus von 6 Prozent nahezu auf der Stelle, während alle Ladepunkte ab 49 kW, insbesondere Ultraschnellladepunkte über 299 kW, deutlich überproportional wachsen und binnen eines Jahres um 44 Prozent auf 17.049 Einheiten gestiegen sind – damit verfügt mittlerweile etwa jeder dritte Schnelllader in Deutschland über mehr als 299 kW.

Im Bundesländer-Ranking führen weiterhin Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg, jeweils mit deutlich über 30.000 Ladepunkten. Nordrhein-Westfalen hat Bayern als langjährigen Spitzenreiter inzwischen überholt und kommt zum 1. Februar 2026 auf 38.861 öffentliche Ladepunkte, während Bayern 37.561 und Baden-Württemberg 33.208 Ladepunkte verzeichnet. Bei den Schnellladepunkten und der kumulierten Ladeleistung liegt Bayern allerdings weiterhin an der Spitze.
Betreiberstruktur: EnBW, E.ON und Tesla vorne
Unter den Betreibern stellt EnBW mobility+ mit 11.608 Ladepunkten das größte Netz, gefolgt von E.ON Drive mit 4.751 und Tesla mit 3.665 Ladepunkten. Betrachtet man die installierte Nennleistung, führt EnBW mobility+ mit 1.035.395 kW vor Tesla mit 906.250 kW und Ionity mit 449.232 kW. Damit zeigt sich, dass insbesondere bei der Leistungsauslegung spezialisierte Schnellladeanbieter eine zentrale Rolle für den weiteren Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland spielen. Titelfoto: Ionity



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