Die öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland ist 2025 erneut kräftig gewachsen – vor allem im Bereich Schnellladen.
Zum Stichtag 1. Januar 2026 sind laut Bundesnetzagentur in Deutschland 193.985 öffentlich zugängliche Ladepunkte im Ladesäulenregister erfasst – rund 28.700 mehr als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Jahreswachstum der Ladeinfrastruktur von etwa 17 Prozent und liegt damit in der Größenordnung der Vorjahre.
Die Ausbaukurve zeigt einen relativ stabilen Trend: Zwischen Anfang 2024 und Anfang 2025 lag das Wachstum bei rund 21 Prozent, zuletzt pendelte der jährliche Zuwachs meist im Bereich um die 16 bis 17 Prozent. Deutschland bewegt sich damit weiter Schritt für Schritt auf ein dichteres, flächendeckendes Ladenetz zu.
Besonders stark wächst der Bereich der Schnellladeinfrastruktur. Die Zahl der DC-Ladepunkte ab 50 kW ist binnen eines Jahres von 36.652 auf 48.729 gestiegen – ein Plus von rund 33 Prozent. Allein hier sind also über 12.000 neue Schnellladepunkte hinzugekommen.
Die AC-Infrastruktur wächst moderater, aber solide: Von 128.643 ging es auf 145.256 öffentliche AC-Ladepunkte nach oben, was einem Plus von etwa 13 Prozent entspricht. Damit bilden AC-Säulen weiterhin das Rückgrat des Netzes, während Schnelllader vor allem für Langstrecken und hohe Tagesfahrleistungen an Bedeutung gewinnen.
Installierte Leistung und Leistungsklassen
Die kumulierte Nennleistung aller öffentlichen Ladeeinrichtungen in Deutschland ist innerhalb eines Jahres von 6,28 auf 8,10 Gigawatt gestiegen – ein Zuwachs von rund 29 Prozent. Diese Kennzahl beschreibt die theoretische maximale Gesamtleistung, sagt aber wegen Lastmanagement und geteilter Kapazitäten pro Standort nicht alles über die real gleichzeitig abrufbare Ladeleistung aus.
Bei den Leistungsklassen zeigt sich:
- Geringlader bis 3,7 kW bleiben mit rund 2.762 Punkten marginal und wachsen nur schwach.
- Klassische AC-Lader im Bereich bis 22 kW wachsen zweistellig und bilden weiterhin die Masse.
- Lader im Bereich 22 bis 49 kW spielen mit etwa 1.740 Punkten kaum eine Rolle und legen nur leicht zu.
- Deutlich zulegen alle DC-Lader ab 49 kW, insbesondere Ultraschnelllader mit mehr als 299 kW, die innerhalb eines Jahres um rund 41 Prozent auf 16.406 Ladepunkte wachsen.
NRW vor Bayern und Baden-Württemberg
Beim reinen Blick auf die Anzahl der Ladepunkte liegen drei Flächenländer klar vorne:
- Nordrhein-Westfalen: 38.388 öffentliche Ladepunkte (+20 Prozent im Jahresvergleich).
- Bayern: 37.264 Ladepunkte (+16 Prozent), weiterhin führend bei Schnellladern und installierter Gesamtleistung.
- Baden-Württemberg: 33.028 Ladepunkte (+14 Prozent).
Überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichnen zudem Hamburg (+38 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (+28 Prozent), Bremen (+22 Prozent), Sachsen-Anhalt (+21 Prozent) sowie Thüringen und Berlin (jeweils +20 Prozent). In den fünfstelligen Bereich kommen neben den Top-3-Bundesländern auch Niedersachsen (18.990 Ladepunkte) und Hessen (15.395 Ladepunkte), was aber teils der Landesgröße und Bevölkerungsdichte geschuldet ist.
Größte Betreiber und installierte Leistung
Unter den Betreibern sticht ein Trio besonders hervor:
- EnBW mobility+ liegt mit 11.548 Ladepunkten an der Spitze.
- E.ON Drive folgt mit 4.752 öffentlichen Ladepunkten.
- Tesla betreibt 3.665 Ladepunkte, vor allem entlang wichtiger Fernverkehrsachsen.
Nach installierter Nennleistung verschiebt sich die Reihenfolge etwas:
- EnBW mobility+ bleibt mit rund 1.030.580 kW auf Platz 1.
- Tesla folgt mit etwa 906.250 kW dank vieler leistungsstarker Schnelllader.
- Ionity liegt mit rund 433.704 kW auf Rang drei, obwohl das Unternehmen deutlich weniger Standorte als klassische Stadt- und Regionalversorger betreibt.
In Summe zeigt sich: Nicht nur die Zahl der Ladepunkte wächst, sondern vor allem deren Leistungsfähigkeit – ein wichtiger Baustein, um steigende E-Auto-Bestände und mehr Langstreckennutzung zuverlässig zu unterstützen. Titelfoto: Aldi -Süd


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