Die Ladeinfrastruktur wächst weiter: Zum 1. April wurde die Marke von 200.000 Ladepunkten überschritten. Besonders stark: die Schnelllader.
Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland schreitet weiter voran. Laut aktuellen Daten der Bundesnetzagentur wurde zum 1. April 2026 erstmals die Marke von 200.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten überschritten. Insgesamt sind nun 200.255 Ladepunkte registriert, was einem Wachstum von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Seit Anfang Februar ist die Zahl um weitere 3.902 Ladepunkte gestiegen. Im Jahresvergleich kamen 28.962 neue Ladepunkte hinzu. Damit bestätigt sich der kontinuierliche Ausbau der Ladeinfrastruktur, wobei insbesondere der Bereich Schnellladen stark an Bedeutung gewinnt.
Der Großteil der Ladepunkte entfällt weiterhin auf Normalladepunkte mit Wechselstrom. Zum Stichtag waren 149.002 AC-Ladepunkte installiert, während 51.253 Ladepunkte dem Schnellladen zugeordnet werden. Die gesamte installierte Ladeleistung beträgt inzwischen rund 8,5 Gigawatt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem deutlichen Anstieg um 28 Prozent.
AC-Lader: Plus 14 Prozent
Innerhalb der Normalladepunkte dominiert weiterhin die Leistungsklasse zwischen 15 und 22 kW. In diesem Segment wurden 110.780 Ladepunkte gezählt, ein Plus von 14 Prozent im Jahresvergleich. Die Leistungsklasse von 3,7 bis 15 kW kommt auf 35.428 Ladepunkte und wuchs um zehn Prozent. Ladepunkte mit weniger als 3,7 kW spielen im öffentlichen Raum nur eine untergeordnete Rolle und erreichen 2.794 Einheiten.

Insgesamt stieg die Zahl der Normalladepunkte binnen eines Jahres um 16.797 Einheiten, was einem Wachstum von 13 Prozent entspricht. Deutlich dynamischer entwickelt sich jedoch das Segment der Schnellladeinfrastruktur.
Besonders hohe Zuwächse verzeichnen Ladepunkte mit hoher Leistung. In der Klasse von 149 bis 299 kW wurden 19.684 Ladepunkte registriert, ein Plus von 30 Prozent. Ladepunkte mit mehr als 299 kW legten sogar um 41 Prozent auf 17.689 Einheiten zu und zeigen die zunehmende Bedeutung von High-Power-Charging für Langstrecken und Flotten.
DC-Lader bis 299 kW: Plus 30 Prozent
Auch im mittleren Leistungsbereich wächst die Infrastruktur weiter. Ladepunkte mit 59 bis 149 kW stiegen um 35 Prozent auf 4.256 Einheiten. Klassische Schnelllader im Bereich von 49 bis 59 kW wuchsen um 19 Prozent auf 7.876 Ladepunkte, während die Klasse von 22 bis 49 kW mit 1.748 Ladepunkten nur moderat um sechs Prozent zulegte.
Regional bleibt Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit der größten Ladeinfrastruktur. Dort sind 39.520 öffentliche Ladepunkte gemeldet. Bayern folgt mit 38.269 Ladepunkten, Baden-Württemberg mit 34.412. Damit konzentriert sich ein erheblicher Teil der Ladeinfrastruktur weiterhin in den bevölkerungsreichen Bundesländern.
Bei den Betreibern führt EnBW mobility+ das Ranking weiterhin deutlich an. Das Unternehmen kommt auf 11.825 Ladepunkte. Dahinter folgen E.ON Drive mit 4.772 Ladepunkten und Tesla Germany mit 3.665 Ladepunkten.
Ein differenzierteres Bild zeigt sich bei der installierten Ladeleistung. Auch hier liegt EnBW mobility+ mit rund 1,06 Gigawatt vorne. Auf den weiteren Plätzen folgen Tesla Germany mit 906.250 kW sowie BP Europe SE, zu der Aral Pulse gehört, mit 449.232 kW. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die reine Anzahl der Ladepunkte zunehmend an Aussagekraft verliert, während die verfügbare Ladeleistung als zentrale Kennzahl an Bedeutung gewinnt. Titelfoto: Kia


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