Eine Analyse der NOW GmbH bestätigt: BEV sind über den gesamten Lebenszyklus klimafreundlicher als Verbrenner.
Batterieelektrische Pkw schneiden in der CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus besser ab als vergleichbare Verbrenner. Das zeigt das neue Factsheet der NOW GmbH: Ein 2024 produziertes BEV ist nach rund 3,5 Jahren beziehungsweise etwa 44.000 Kilometern klimafreundlicher als ein vergleichbarer Benziner; im Bestcase sogar schon nach weniger als 2,5 Jahren oder 28.500 Kilometern. Und bestätigt damit andere Analysen.

Der größte Nachteil von BEV liegt weiterhin in der Herstellung, vor allem bei Batterieproduktion, Rohstoffgewinnung und Fahrzeugfertigung. Besonders wichtig ist dabei der Produktionsort der Batterie: Laut Factsheet verursacht eine Fertigung in Europa rund 30 Prozent weniger CO2 als in China, was über den Lebenszyklus etwa 1,3 Tonnen beziehungsweise rund 6 Prozent einspart. Noch effizienter wird es, wenn die Batterie nicht überdimensioniert ist: Eine 50-kWh-Batterie verursacht in der Produktion rund 1,8 Tonnen weniger CO2 als eine 80-kWh-Batterie.
Nutzung macht den Unterschied
Im Fahrbetrieb ist der Strommix der entscheidende Hebel. Mit erneuerbarem Strom können über die Lebensdauer eines Fahrzeugs rund 10 Tonnen CO2 beziehungsweise 37 Prozent eingespart werden, so das Factsheet. Die Unterlage betont außerdem, dass der Zugang zu grünem Strom schon heute verbreitet ist, etwa über Ökostromtarife, Photovoltaik an der eigenen Wallbox oder grüne Angebote an Schnellladesäulen. Gleichzeitig zeigt das Factsheet, dass ein Realverbrauch von 25 Prozent über WLTP die Emissionen im Lebenszyklus um rund zwei Tonnen erhöhen kann.

Nicht nur der Antrieb, auch das Fahrzeugkonzept beeinflusst die Klimabilanz deutlich. Ein Kleinwagen verursacht über den Lebenszyklus rund 7 Tonnen weniger CO2 als ein Fahrzeug der Oberklasse, weil er meist leichter ist und mit kleinerer Batterie auskommt. Ebenso wichtig ist die Haltbarkeit: Eine Batteriegarantie über 250.000 Kilometer senkt die Emissionen pro Kilometer laut Factsheet um 23 Prozent gegenüber 160.000 Kilometern. Je länger ein BEV genutzt wird, desto besser verteilt sich also der anfängliche Produktionsaufwand.
Einordnung für den Markt
Für die Berichterstattung ist die Kernaussage klar: Nicht jede Elektromobilität ist automatisch gleich klimafreundlich, aber das Grundprinzip bleibt vorteilhaft. Wer CO2 senken will, sollte vor allem auf kleine bis mittelgroße Fahrzeuge, effiziente Batteriedimensionierung, europäische Produktion und möglichst erneuerbaren Ladestrom setzen. Genau darin liegt die eigentliche Botschaft des Factsheets: Die Klimabilanz von BEV ist kein Ja-Nein-Thema, sondern eine Frage der richtigen Rahmenbedingungen. Titelfoto: KI


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