Farasis statt CATL: Südkorea verhängt Millionenstrafe gegen Mercedes wegen irreführender Batterieangaben.
Die südkoreanische Wettbewerbsbehörde hat Mercedes-Benz wegen Irreführung von Verbrauchern zu einer Geldstrafe von 11,2 Milliarden Won, rund 6,5 bis 7,6 Millionen Euro, verurteilt. Im Mittelpunkt steht die Kommunikation zu den Batterielieferanten der Elektro-Modelle EQE und EQS. Mercedes-Benz Korea hatte diese Fahrzeuge in Verkaufsunterlagen und Händlerguides als mit Premiumzellen des Marktführers CATL ausgestattet dargestellt, obwohl bestimmte Varianten tatsächlich Batteriezellen des chinesischen Herstellers Farasis Energy nutzen.
Laut der Korea Fair Trade Commission (KFTC) erweckten interne Verkaufsrichtlinien den Eindruck, alle EQE- und EQS-Modelle seien mit CATL-Zellen bestückt. Hinweise auf Farasis fehlten in Händlerhandbüchern und Marketingmaterialien vollständig. Tatsächlich nutzen alle Versionen der EQE Limousine, der EQE 500 4MATIC SUV sowie der EQS 350 Batteriezellen von Farasis, während andere EQS-Varianten (Limousine und SUV) sowie der EQE 350 4MATIC SUV mit Zellen von CATL ausgestattet sind.
Auslöser: Tiefgaragenbrand in Incheon
Die Ermittlungen der KFTC begannen nach einem Brand in der Tiefgarage eines Apartmentkomplexes in Incheon im August 2024, bei dem ein geparkter Mercedes EQE als Auslöser identifiziert wurde. Das Feuer zerstörte oder beschädigte rund 140 Fahrzeuge und führte zur Evakuierung des Wohngebäudes. Im Zuge der Untersuchung stellte sich heraus, dass das betroffene Fahrzeug mit Farasis-Batteriezellen ausgestattet war – entgegen dem Bild, das Mercedes zuvor mit dem Verweis auf CATL-Zellen vermittelt hatte.
Als Reaktion auf den Vorfall forderte die südkoreanische Regierung Autohersteller bereits im August 2024 auf, ihre Batterielieferanten offen zu legen. Dabei wurde im Fall Mercedes-Benz offiziell bestätigt, welche EQE- und EQS-Varianten mit Farasis- beziehungsweise CATL-Zellen im Unterboden unterwegs sind. Weltweit gilt CATL als dominanter Batterieanbieter mit rund 39 Prozent Marktanteil im Jahr 2025, während Farasis nicht zu den zehn größten Herstellern zählt – ein Detail, das die Relevanz der verschwiegenen Information für Verbraucher unterstreicht.
Reaktion von Mercedes-Benz Korea
Mercedes-Benz Korea betont in einer Stellungnahme, man respektiere zwar die Entscheidung der KFTC, sei aber mit dem Ergebnis nicht einverstanden und werde rechtliche Schritte, einschließlich einer Verwaltungsklage, prüfen. Das Unternehmen hält daran fest, Medien und Kunden korrekte und wahrheitsgemäße Informationen übermittelt zu haben. Nach Angaben der KFTC sollen die deutsche Mercedes-Zentrale und die koreanische Landesgesellschaft die Strafe gemeinsam tragen. Titelfoto: Mercedes-Benz


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