12-Volt-Batterie E-Auto

Projekt: Keine 12-V-Batterie mehr im E-Auto

Das österreichische Projekt REDSEL zeigt: E-Autos könnten künftig ohne 12-Volt-Batterie auskommen. Der größte Pannenfaktor fiele dann weg.

Durch ihre Technologie mit weniger beweglichen Teilen haben Elektroautos deutlich weniger Pannen oder Ausfälle als Verbrenner. Die Pannenkennzahl von Verbrennern lag im Pannenjahr 2024 laut ADAC bei 9,4 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge, während es bei Elektroautos nur 3,8 waren.

Doch die Bilanz könnte für die Stromer noch besser werden, denn häufigste Pannenursache ist die 12-Volt-Starter-Batterie. Sie versorgt im Elektroauto viele Nebenverbraucher wie Licht, Scheibenwischer, Radio, Zentralverriegelung und Infotainment. Fällt sie aus, kann das gesamte Fahrzeug lahmgelegt werden, obwohl der Hochvoltakku noch Energie hätte. Sie ist die häufigste Ursache für Pannen.

Da wäre es doch praktisch, wenn man keine mehr bräuchte, oder? Das könnte bald möglich werden: Ein Forschungsprojekt namens REDSEL von Silicon Austria Labs, Infineon Technologies Austria und AVL List hat eine neue Bordnetzarchitektur für Elektrofahrzeuge entwickelt. Sie soll elektrische Systeme kompakter, zuverlässiger und fehlertoleranter machen – und langfristig sogar den Verzicht auf die klassische 12-Volt-Batterie ermöglichen.

12-Volt-Batterie E-Auto
Das Projekt REDSEL könnte die Starterbatterie im E-Auto bald obsolet machen. Foto: Silicon Austria Labs

Kern von REDSEL ist eine redundante Bordnetzarchitektur mit aktivem Balancing zwischen zwei Hochvoltbatterien. Diese Lösung soll die Last gleichmäßiger verteilen und die Betriebssicherheit erhöhen. Ergänzt wird das Konzept durch einen kompakten Leistungselektronik-Wandler mit mehreren Eingängen. Laut Projektbeschreibung ist er besonders effizient und platzsparend ausgelegt.

Was das für Elektroautos bedeutet

Der Ansatz könnte Elektrofahrzeuge robuster machen und die Bordnetze vereinfachen. Weniger Bauteile bedeuten potenziell weniger Gewicht, weniger Komplexität und mehr Ausfallsicherheit. Für die weitere Entwicklung der Elektromobilität ist das besonders interessant, weil sich damit auch künftige autonome Anwendungen besser absichern lassen sollen.

„Die entwickelten Technologien schaffen die Grundlage für leichtere und robus­tere Bordnetzsysteme und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterent­wicklung der Elektromobilität – bis hin zu zukünftigen autonomen Anwen­dungen“, erklärt DI Albert Frank, Projektleiter bei Silicon Austria Labs. Titelfoto: ADAC

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