Tesla startet FSD-Demo-Fahrten in Europa und peilt EU-Zulassung für 2026 an. Es könnte aber noch Probleme mit einer Behörde geben.
Tesla arbeitet daran, sein System Full Self-Driving (Supervised), kurz FSD, ab Anfang 2026 offiziell in Europa verfügbar zu machen. Bis zur EU-Genehmigung bietet der Hersteller bereits in diesem Jahr FSD-Demo-Fahrten an, bei denen Interessierte auf dem Beifahrersitz einen ersten Eindruck vom Assistenzsystem im realen Straßenverkehr erhalten.
In einer Mitteilung erklärt Tesla, dass Fahrzeughalter weltweit bereits über zehn Milliarden Kilometer mit Full Self-Driving (Supervised) zurückgelegt haben. Nun kommt FSD erstmals nach Europa und wird in Deutschland von verschiedenen Standorten aus demonstriert, darunter München, Köln, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Gießen, Hannover, Berlin und Stuttgart. Bei diesen Fahrten sitzt geschultes Tesla-Personal am Steuer, während die Gäste die Funktionen als Beifahrer erleben.
Neue Details zum Zulassungsprozess deuten darauf hin, dass die niederländische Behörde RDW im Februar 2026 über eine nationale Genehmigung für FSD-Funktionen entscheiden soll. Tesla spricht von einer in Aussicht gestellten Zulassung, die den Start von Full Self-Driving (Supervised) in Europa ermöglichen könnte. Die RDW stellt jedoch klar, dass Tesla bis dahin nachweisen muss, dass FSD Supervised alle Sicherheits- und Regulierungsvorgaben erfüllt; nur dann kann eine Freigabe erfolgen.
Vision-only-Ansatz und Trainingsdaten
Grundsätzlich gilt: Für Technologien, die über bestehende EU-Regelwerke hinausgehen, kann ein Hersteller eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Ein Mitgliedsstaat stellt den Antrag bei der EU-Kommission, woraufhin ein Ausschuss über eine Ausnahme für alle Mitgliedsländer abstimmt. Bleibt eine Mehrheit aus, gilt die Ausnahme nur im antragstellenden Staat. Tesla muss daher zunächst belegen, dass FSD den gesetzlichen Anforderungen entspricht, bevor überhaupt über eine europaweite Ausnahme entschieden werden kann.
Tesla bekräftigt in seiner Stellungnahme den Vision-only-Ansatz ohne zusätzliche teure Sensoren oder hochauflösende Karten. Das Unternehmen vergleicht den Ansatz mit dem menschlichen Fahren, bei dem Augen und Gehirn die Umgebung erfassen, und setzt dabei ausschließlich auf Kameras und leistungsfähige neuronale Netze. Diese sollen für geringere Systemkosten sorgen und gleichzeitig die Weiterentwicklung des Assistenzsystems beschleunigen.
Laut Tesla wird Full Self-Driving (Supervised) mit realen Videodaten aus Milliarden von Kilometern trainiert, die von einer weltweiten Flotte von mehr als sechs Millionen Fahrzeugen stammen. Die großen Datenmengen sollen helfen, komplexe Verkehrssituationen besser zu erkennen und das System kontinuierlich zu verbessern.
FSD weltweit und Zeitplan für Europa
Full Self-Driving (Supervised) ist bereits in Australien, Kanada, China, Mexiko, Neuseeland und den USA verfügbar. Tesla geht davon aus, dass das System Anfang 2026 auch in Europa eingeführt werden kann, vorausgesetzt, die laufenden Zulassungsverfahren verlaufen positiv. Nach Angaben des Unternehmens laufen die Vorbereitungen in Europa seit über zwölf Monaten, inklusive Demo-Fahrten für Aufsichtsbehörden nahezu aller europäischen Länder.
Tesla verweist zudem auf umfangreiche Sicherheitsnachweise und einen aktualisierten Sicherheitsbericht, in dem Details zu Full Self-Driving (Supervised) öffentlich zugänglich gemacht wurden. Ob der angestrebte Zeitplan bis 2026 eingehalten werden kann und FSD tatsächlich als überwachtes Assistenzsystem in Europa startet, hängt letztlich von den Entscheidungen der zuständigen Behörden und der EU-Gremien ab. Titelfoto: KI


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